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Der Israelit · 1864-05-25 · Heft 21 (25.5.1864) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 21 (25.5.1864)
Date
1864-05-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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L75 Deirk Vorwurf, warum ich mich nicht über die Messiaslehre ausgesprochen, kam mir am Anfang komisch vor. Welchen Anlaß hatte ich dazu, als ich die gesetzestrenen Israeliten auf das Gefährliche unsrer kirchliche« Zustände aufmerksam machte? Sollte ich da eine Dogmatik schreiben? Aber ich merkte alsbald, daß Du auf diplomatischen Bahnen Dich bewegst, die Diplomatie war schon vor 2900 Jahren Deiner Sekte (den Sadducäern) ein beliebter Wirkungskreis. Du wolltest die Messiaslehre schmähen und verdächtigen, wie Du die Codices verdächtigt und geschmäht, darum wirfst Du mir vor, ich habe den Muth nicht, mich darüber auszusprechen. Die neue Frage, die bereits gedruckt war, ehe ich Deinen Vorwurf lesen konnte, wird Dich eines Bessern belehren. Das. was Du aber über diese Frage vorbringst, ist alter, aufgewärmter Kohl und verräth trotz des gelehrten Anstrichs die größte Oberflächlichkeit. Du sagst, die Messiaslehre habe keine concrete Fassung, vier von Dir angeführte Synagogenlehrer schwanken in ihrer Auffassung und es würde mir unmöglich fein, zu sagen, zu welcher ich mich bekenne, ohne daß die drei andern zu Ketzern würden. Baarer Unsinn/ Die Messiaslehre ist sehr präcis gefaßt. und Du wirst Dich wundern, wenn ich Dir sage, aus welcher Quelle ich die weinige schöpfe. Aus einem Buche, das wohl in keinem isr. Hause fehlt, das der Handwerksbursche im Felleisen, der Soldat im Tornister trägt; ich schöpfe meine genau formulirte Messiaslehre aus unserm Gebetbuche .2VD2 22O. Das Gebetbuch ist des Israeliten Dogmatik, es ist in den Hauptpartieen seines Stoffes das älteste jüdische Schriftdenkmal nach der Bibel, älter als die Mischna und der Talmud, älter als die von Dir angeführten Namen R. Hillel und Mar-Samuel, älter als Maimonides und Albo. Es hat die zweitausendjährige Sanktion der ganzen auf dem weiten Erdenrunde zerstreuten Synagoge. Du selbst hast die Einfachheit und Würde desselben anerkannt und gesagt, daß der nach ihm gestaltete Gottesdienst ein Gottesdienst im Geiste und der Wahrheit war. Vorausgesetzt, daß Du diese Worte nicht als Heuchler geschrieben, mußt Du die Messiaslehre des 2^71 222 anerkennen. Nun findet sich diese Lehre in folgenden Gebetstellen: O^L22'bl ,->L1LO PP2 ,V22 21X ,2ivlL^ 12X'22l 12 ,1^'2.2 ,7U'12711 ,X2'1 2-p' ,221 ,2QL rix ,12'p ,O'LOM ,.222S.22 2222 L22S1 ,11'1'p 1X2' ,21P1 NM.2 71222 ,2122122 2111227 71222 ,2".2"'1 2"2^> 2^271 »212^2 <2 »X2222X2 W'2P ,W1221 P121.21 An der Hand dieser Stellen zieht sich die Messiaslehre wie ein rother Faden durch das Gebetbuch und es sind folgende drei Momente, die darin ausgesprochen sind: a. Die Persönlichkeit des Messias und seine Abstammung von David. b. Die Einsammlung der Zerstreuten Israels, die Wiedererbauung des Tempels und Herstellung des jüd. Staats mit der Thora als Verfassung und Gesetz. e. Allgemeine Erkenntniß des einzigen Gottes und ' tugendhaftes Leben unter allen Menschen auf Erden." Wir können die weiteren Auseinandersetzungen des ebenso gelehrten wie des Wortes mächtigen Verfassers um so eher übergehen, da wir in jüngster Zeit die sogenannte Messiasfrage eingehend besprochen habe«, und Verf. selbst auf Nr. 6, 7 und 8 des Isr. d. I. als Quelle verweist. Bereits haben wir in Nr. 10 d. I. einen Auszug aus der neuen Frage des Verfassers: „Was wollen wir?" gegeben; wir werden in der Besprechung derselben in einer der nächsten Nummern fortfahren. Hier sei nur noch bemerkt, daß die „offene Zurechtweisung" in Württemberg allgemein das gerechteste Aufsehen erregt, und daß für jenes Land begründete Hoffnung vorhanden ist, daß 2"O2 endlich die religiösen Zustände der Besserung entgegenschreiten. _ Gas jüdischer Armennnd Pilgerwohnungen irr Jerusalem. Ungenannter in Mainz 6 fl. 52 kr. — Durch D. S. Weiskopf, Distr.-Rabb. in Watterftein: Ungenannter aus Kleinerdlingen 2 fl. (Lehrer Eldod daselbst für A. Rumpf in Ier. 2 fl. — Für denselben durch Lehrer Sonn in Steinach 6 fl. 45 kr.) — H. Moritz in Mainz 1 fl. 12 kr. — Durch Lehrer L. C o h e n in Borken 0 Thlr. 12 Sgr.; abz. Porto 10 fl. 48 kr.; (für Th. CH. im h. L.: B. Jonas 18 Sgr.). — (F. d. A. d h. L.: Frau Karoline Baum in Alzey: 5 fl. 6kr. — DurchAbr. Geinsheimer, Vorsteher zu Solingen, 3 Thlr. — M. Sch. in Schleiden Machazit Laschekel 2 Thlr.; abz. Porto 3 fl. 10 kr. — Durch Distr.-Rabb. Weiskopf in Wallerstein bei einer Hochzeit gesammelt 1 fl. 24 kr. — Von der isr. Gemeinde zu Flehmgen Mach. Haschekel 4 fl.) — (F. d. n. Syn. in Ier.: durch Rabb. M. Wetzlar in Gudensberg vom Sopher Hrn. Rosenblatt in Hebel gesammelt ^namentlich in Falkenbergj 6 Thlr. 7^ Sgr.) — Durch Distr.-Rabb. Weis köpf in Wallerstein bei einer Hochzeit gesammelt 1 fl. 24 kr.; durch Frau Sara Bier von einer Ungenannten 2 fl. 24 kr. — Durch Rabb. Col. Liebermann in Torna : Salomon Klein in B. Vendegi 5 fl. ö. W., Baruch Altmann in Zsarno 1 fl. ö. W.; zusammen 6 fl. *) *) Obige 6 fl. wurden bereits übermittelt; es wurde nur die Veröffentlichung durch Zufall verspätet.

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