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Der Israelit · 1864-05-11 · Heft 19 (11.5.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 19 (11.5.1864)
Date
1864-05-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 19 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Österreichischer Kaiserstaat, Erserrftadt, im Nissan. Wie ich höre, gefällt es der „Wiener Neuzeit" seit vielen Wochen, mich mit vermeintlichem Schimpf und Spott zu Lractiren. Nun, ich will der Redaction dieses Privatvergnügen durchaus nicht rauben, zumal solches Gebühren unsere Intentionen nur fördern kann. Es ist daher am besten, durch fortgesetztes Schweigen,diese beste Charakterzeichrnmg der Redaction jener Zeitung und derer Mitarbeiter ganz ungestört gewähren zu lasten. Wozu ich aber zu schweigen nicht die Lust verspüre, ist zu dem Gebühren gewisser Feiglinge, die sich den Anschein geben, als hätten sie so ganz naiv unserer Aufforderung ihre Zustimmung, um welche wir durchaus nicht gebettelt, gegeben Ich ersuche Sie daher, successive die Antwortschreiben derselben gefälligst abdrucken zu wollen. 1) Antwort des Herrn Lasar Winter, Rabbiner in Stampfen: Sr. Ehrwürden rc. Ew. Ehrwürden geehrtes Schreiben habe ich erhalten und beeile mich hiemit, meme volle Zustimmung zur Veröffentlichung der persönlichen Messiaslehre zu geben, um falsche Meinungen hierüber, wie sie bei dem leidigen Preßprozesse zum Vorschein kamen, zu widerlegen; und ist jeder, der selbe negirt, wie E P-U.1 lehrt zu betrachten. Auch ist es räthlich den religiösen Standpunkt des orthodoxen Judenthums, wie er im Entwurf gegeben, zu veröffentlichen und kann mein Name ohne weiteres beigefügt werden. Auf des Herrn Verheißungen hoffend zeichnet mit den besten Segenswünschen Hochachtungsvoll Lasar Winter, Rabbiner. 2) Antwort des Herrn Salomon Kohn, Rabbiner in Kesthely: Sr. Ehrw. rc. Hochwürdiger und hochgelehrter Herr Oberrabbiner 1 Mit freudiger Begeisterung folge ich dem Ruf Ihrer gesch. Aufforderung für die Glaubenswahrheiten unserer heiligen Gottcsreligion einzustehen und gebe der mir vorgelegten zu veröffentlichenden Kundgebung meine vollkommene Zustimmung, daß (laut Tal. Tr. Sanhed. 99 a. — Maimonides Hil. Tsch. Ab. 3, 8) ein Israelit, der irgend eine Glaubenswahrheit der (^"2 ro"c>) mündlichen Ueberlieferung negirt, demjenigen gleichsteht, der die ganze sinaitische Offenbarung leugnet — ferner daß die Abrogation des Glaubens an die Ankunft eines persönlichen Messias von den Sprößlingen Davids (für dessen baldiges Eintreffen jeder gläubige Israelit dreimal des Tages mit höchster Andacht zu Gott dem Herrn betet) (laut Tal. Tr. San. 99 a. — Maimonides Commentar zur Mischna Sanh. Cap. 11) als Leugnung oder (laut Berichtigung des R. I. Albo im B. Jckarim Cap. 1) als Versündigung an und gegen die (!) an Israel ergangenen göttlichen geoffenbarten Gesetze betrachtet werden muß. — Und daß endlich der Talmud den Gesammtinhalt der mündlichen Ueberlieferung in sich faßt. Es kann daher nur Derjenige Jude genannt werden, der nach den auf den (?) Talmud beruhenden religionsgesetzlichen Vorschriften lebt; derselbe kann aber auch nur in einem solchen Gemeindeleben Beruhigung finden, in welcher (?) die Möglichkeit der gegrnauen Beobachtung des jüdischen Religionsgesetzes verbürgt ist. Es zeichnet mit Hochachtung Euer Hochwürden ergebenster Salomon Kohn, Rabbiner. 3) Daß Herr Rabbiner Kaufmann in Olsnitz nach derselben Quelle mir Etwas geschrieben haben soll, ist eine Lüge. Derselbe schickte mir nur den Entwurf mit seiner Unterschrift versehen zurück. (Fortsetzung folgt nach jedesmaligem Vedürfniß.) Or. I. Hildesheimer, Rabbiner. (Auch hat die „Wiener Neuzeit" berichtet, Herr Areisrabbiner Rappaport in Tarnow habe seine Unterschrift zurückgenommen. Wir glauben mit Grund annehmen zu dürfen, daß diese Miltheilung der „W. Nz." eine Tendenzlüge ist, oder doch auf Verdrehung der Wahrheit beruht. Wir ersuchen Herrn Kreisrabbiner Rappaport um gefällige öffentliche Bestätigung unserer Vermuthung. Red.) Prag, den 29. April. Unsere Gemeinde hat einen großen, schmerzlichen Verlust erlitten; Herr Salomon (Manni) Jerusalem ist nicht mehr; in ihm ist uns eines der würdigsten Glieder unserer Gemeinde, einer der gottesfürchtigsten und frömmsten Männer Prags, einer unserer geachtetften Mitbürger entrissen worden — ein unersetzlicher Verlust. Herr Salomon Jerusalem .i"p stammte aus einer der ältesten und würdigsten Familien unserer alten Kehillah. Sein Urgroßvater war

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