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Der Israelit · 1864-05-11 · Heft 19 (11.5.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 19 (11.5.1864)
Date
1864-05-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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854 einigen Jahren bildete sich in unserer Hauptstadt ein Verein, der den Zweck hat: wenn zu viel Kranke im jüdischen Spitale sind, diejenigen, die keinen Raum darin finden, zu verpflegen, damit sie nicht in ein christliches Spital, wegen Kost rc., kommen. Sehr lohenswerth! Doch, daß die vom Vereine verpflegten Kranken keine koschere Kost bekommen, ist sehr tadelnswerth. Ich verstehe unter dieser Kost nicht, daß die Juden, die die Speisen zubereiten, nicht sehr auk^s Speisegesetz achten (was auch schlimm genug wäre), nein, die Speisen werden aus einem christlichen Gasthause geholt!! Das ist eine Thatsache, von welcher sich jeder überzeugen kann! Zu was ist dann dieser Verein? In einem solchen Gemeindeleben soll der rechtgläubige Jude seine Beruhigung finden? In allen höheren Schulen, wie Gymnasien, Realschulen rc., wird der hebr. Unterricht ohne Kopfbedeckung ertheilt. Daraus kann man sehen, wie der Religionsunterricht selber aussieht, wie die Herren Religionslehrer und dann natürlicher Weise die Schüler! Wenn sich unter Letzteren einige Religiöse finden, so muffen sie danach trachten, vom Schuldirector vom Religionsunterricht dispensirt zu werden!! In einem solchen Gemeindeleben soll jeder rechtgläubige Jude seine vollkommenste Beruhigung finden können? Ich glaube nicht! — Ich könnte noch viele ähnliche Beispiele Vorbringen, doch ssxienti sal Un nun schließen wir mit dem innigsten Wunsches daß die frommen, rechtgläubigen Israeliten, deren es in Wien sehr viele gibt, aus ihrem Schlafe erwachen mögen, daß sie nicht mehr, wie früher. Alles, was mit ihnen und gegen sie geschieht, dulden und daß es, zu unserem und ganz Israels Wohl, nicht mehr bei gewissen Gelegenheiten vorkomme, daß man die Wiener Orthodoxie für eine Null hält!!! P . . . . m. Presiburg, im Mai. Den 24. v. M., den 2. Tag nvs -L? fanden hier, wie alljährlich, die Gemeindewahlen statt. Zum Rosch hakahal wurde Herr Phil. Bettelheim, der dieses Ehrenamt schon 2 Jahre lang bekleidet, einstimmig gewählt. Ehre, dem Ehre gebührt! Was der benannte Herr in dieser verhältnißmäßig kurzen Zeit zum Wohle der Gemeinde geleistet hat, ist kurz Folgendes: Hauptsächlich durch seinen Eifer wurde Herr F. Fi sch mann, früher Rabbiner zu Klauienburg, bewogen, die Stelle eines Subrabbiners und Predigers anzunehmen. Wie viel Dank dem Herrn Bettelheim und noch einigen Vorstehern die isr. Gemeinde dafür schuldet, braucht nicht erst erörtert zu werden. Schon seit geraumer Zeit war im Gotteshause für die zahlreichen Andächtigen kein gehöriger Raum mehr; und nur durch das energische Auftreten des Rosch hakahal's und noch einiger Herren wurde diesem Uebelftande abgeholfen. In kurzer Zeit wurde eine Synagoge erbaut, herrlich von Außen, doch noch herrlicher von Innen. Es ist ein Gotteshaus im wahren Sinne des Wortes, nicht wie manche andere Tempel, deren Einrichtungen mehr zur Unterhaltung als zum wahren Gottesdienste und zur Andacht geeignet sind*. Doch außerdem hat sich Herr Bettelheim noch viele große Verdienste um die hiesige Gemeinde erworben. Möge er stets, wie bisher, mit gewohntem Eifer für das Wohl der Gemeinde sorgen; wir rufen ihm in Anbetracht der vielen Mühen und Plagen, die diese Stelle mit sich bringt, zu: pni P. Krakan, Ende April. Außer der von unserem Herrn Rabbiner S. Schreiber zur Ehre des edlen Sir Moses Montefiore für die Befreiung unserer Religionsgenoffen von dem drückenden Joche der Marokkaner vor 3 Wochen hier in der Altsynagoge abgehaltenen Dankrede, hielt auch der Herr Raöbiner Vr. Kranz aus Aschwienschim eine Predigt im hiesigen vor 2 Jahren gegründeten deutschen Tempel. Gleichzeitig bin ich in der Lage, Ihnen die erfreuliche Botschaft zu bringen, daß unweit unserer Stadt Krakau, in Bachnia, uns eine neue Gemeinde ausblüht, die, wie die Fama hier wissen will, im Verlaufe einer kurzen Zeit zu einer Großgemeinde Galiziens anwachsen dürfte. Ob wir die Erlaubniß der Niederlassung unserer Religionsgenossen in einer nur von Christen bewohnten Stadt der Toleranz derselben oder der aus dem Alles verheerenden Brande in Wischniza unweit Bachnia hervorgegangenen Nothwendigkeit zu verdanken haben, darüber wird die Zukunft am besten entscheiden, so wie denn ein freundschaftliches Verhältniß zwischen den galizianischen Christen und Juden noch immer ein fragliches ist. Aron Wollmann. England. London. Hier hat sich ein sehr einflußreiches Somit« gebildet, um die Pläne des Reisenden Benjamin zur Aufsuchung unserer im fernen Osten (China) zerstreuten Glaubensgenossen zu unterstützen. Bereits sind 300 Pfd. St. (3600 fl.) gezeichnet. (Zu unserm tiefsten Bedauern lesen wir soeben beim Schluffe des Blattes im „Jew. Chron.", daß Herr Benjamin am 4. d. M. gestorben ist — ein höchst schmerzlicher Verlust! — Die Red.) (Hierbei eine Beilage.) Siedattion: Dr» ich»«»». — Verlag der Le Naus'schen H»fd»<-H<n»dlnr»g. — Dampsschnellpreffendruck »»« H. DoltSlrben in Rains.

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