Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1864)
- Date
- 1864-05-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Lehre mit dem Leben". Ich gehe ungern auf Erörterung dieser Grundsätze ein. ich will Dich ja nicht bekehren. Nach Deiner reinen Mollslehre gilt „Aua* um Aug', Zahn um Zahn" im buchstäblichen Sinn, ist das jüdische Eherecht in einem sehr primitiven Zustand, müßte ich an einem Wintersabbat 24 Stunden ohne Licht und Heizung unbeweglich im Zimmer sitzen, von der Cigarre könnte gar nicht die Rede sein, und von einem Bauen an der Civilisation noch weniger. „Aussöhnung der Lehre mit dem Leben" heißt: ein chinesisches, indisches, egyptisches, russisches rc. Judenthum Herstellen, statt der rini-r2^12 so viele Judenthümer, als es ausgeprägte Nationalitäten gibt. Da aber besonders bei Nationen mit vorangeschrittener Kultur das Leben in jedem Jahrhundert wechselt, so würde Elfteres mit jedem Menschenalter sich ändern muffen. Da Du nun den Widerspruch zwischen der Theorie von reinem Mosaismus und der der Ausgleichung der Lehre mit dem Leben fühlst, er ist stark genug, daß er auch von Deiner Logik nicht übersehen werden kann, so konstatirst Du eine Entwicklungs - Krankheit des Judenthums, die Du „durch Ausscheidung des Vergänglichen vom Bleibenden, des Zeitlichen vom Ewigen, des theokratrschen Elements vom rein religiösen zu kuriren beabsichtigt. Ich will Dich nicht über die Grenzen dieser Ausscheidung befragen, Du könntest es mir auch nicht sagen, denn da die Kur nach vielen Gene rationen sich erst vollziehen soll, während welcher das Leben sich wieder geändert und neue Ausscheidungen nöthig gemacht haben wird, so läßt sich das Ende nicht absehen. Meinen Standpunkt zu all diesen Theorien, die ich bei Dir vermuthet, ehe Du sie mir mitgetheüt, habe ich in einem besonderen Artikel meiner „n uen Frage" ausführlich gezeichnet, und dürfte Dich besonders die Ansicht Albo's (1, 14.), der Dir in der Mes siastheorie sehr dienlich zu sein scheint, sehr inter isiren. Ich kenne blos eine durch die Tradition erläu terte Mosislehre, glaube, daß in den wenigen Fällen, wo die Lehre mit dem Leben collidirt, die Lehre, nicht das Leben das Wichtigere ist, wie ich denn Angesichts des OI'rQwQ V22 2^np r>p2 .22'2i^ w lches sich bei Dir sehr geringfügig scheinenden Geboren findet, nicht zugeben kann, daß ein Theil der Lehre ausgeschieden werde, so daß ich fest glaube, diejenig e Lheile, deren Erfüllung zeitweilig absolut unmöglich, werden dereinst wieder erfüllt werden. Die Geburt des Judenthums, das erste Wort der Offenbarung an Abraham: „1L-E ziehe aus deinem Vaterhause" ist eine Collision mit dem Leben; das letzte Wort seiner Offenbarung (Secharja 3, 22 ): „.-ins nin O'vswvi 2'pri Gedenket des Gesetzes Mosis meines Knechtes, das ich ihm am Horeb geboten, i unbegreifliche) Satzungen sowohl als (begreifliche) Rechte" ist eine Collision mit dem Leben; die Thora kündigt sich vs« vornherein an als Collisisn mit dem Lebe«: „'d io OInrr V22«,, Ich habe Euch aus den Völkern geschieden, daß Ihr mir angehören (meine Dimer sein) sollet", (3. Mos. 20, 26.) was der unter Leitung Mendelsohns arbeitende Wessely mit den Worten erklärt: „Obschon Ihr nach gewissen Eheverbindungen, nach gewissen Speisen gelüstet, die ich Euch verboten, so sollt Ihr sie doch mir zu Ehren meiden; nicht auL Natürlichen oder diätischen Gründen hat Gott uns solche Dmge verboten, sondern um Israel durch dieselbe« von den Völkern zn sondern; und diese Gesetze befolgend. unterwerfen wir uns dem Joche des göttliche» Willens." Es hat Z iten gegeb n. da Israel die ^hre dem Leben preisgab, aber die Lehre siegte, Jsrack büßte; es hat Zeiten gegeben, da Israel um der Lehre Willen duldete; die Lehre siegte. Israel triumphirte. Es liegt ein großes Stück Geschichte Ln dem Wörter ON8 '22 2X1 Wenn Ihr mir ungehorsam seid, so seid Ihr Nebukadnezars und seiner Genoffen." Wenn die Geschichte der letzten fünfzig Jah-e dem zu widersprechen scheint, so vergesse man nicht, welche kurze Zeit das gegen das unwiderlegliche Zeugniß dreier Jabrtausenve ist, und übersehe nicht, weiche großartige Wandlungen von Zeit zu Zeit die G» schichte bringt, man beachte, daß Gott geschworen: rn'vp 2?i2 daß er mit starker Hand über Israel herrsche. „Gras verdorrt, Blumen rocken, aber Gottes Wort bleibt in Ewigkeit." (Fortsetzung folgt.) La« jüdischer Innennnd pilgerwohirrmgerr in Jerusalem. Bei einem 2 "2 in Mainz gesammelt 1 fl. 31 kr. — Durch I M Lonnerstädter in Haßfurt; von ihm s l ft 3 fl. 30 kr.; bei einer Hochzeit gesamm lt 9 fl. 24 kr.; (f. d. n S in Je?. 3 fl. 30 kr.) — Durch A Nosenbau m, Nelig. L. m Wi.'senseld, bei einer Bar M zw.ih gesammelt 4 fl 1-r kr. — Durch Rabbiner Wormser in Gersfelv: von Frau Sara Tann nw ilo aus Schmalmu ge am nelt 4 ff 6 kr.; bei einer Hochzeit gesammelt 1 fl 32 kr.; Frau Caroline Knpser I fl.; No el Weinstock 30 kr.; zusammen 10 fl. 3 kr.; abz. Porto 9 fl. 48 kr. (f. d n. Syn. in Jer. Frau Caroline Kupfer 2 fl) — üngen mnter 9 fl.; (derselbe 9 fl. f d. Ä. d. h. L » — Durch I. Schwarzenberg in Wilomül 1l Thlr.; Porto 18 fl 5)i kr. — (F. Abr. Rumpf m Jer.: Herz Rosenthal in H bel i.) kr.) — (F. d. A. d. hl. L.: S. F ank, Lehrer in Eschau, bei einer Br Ml. gesammelt 2 st 9 kr.) - Durch Distr.-R ibb. Thalheimer in Mambernheiin: bei einer Hochzeit gesammelt