Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 16-17 (20.4.1864)
- Date
- 1864-04-20
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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stall zum Geschenk verehrte. Auch unsere Bibliothek wurde durch Completirung größerer wissenschaftlicher Werke, sowie die Lesebibliothek für die Zöglinge durch Ankauf neuer Jugendschristen den Mitteln entsprechend vermehrt. Karlsruhe, 1-ä. April In der Bildungsanstalt für isr. Lehrer und der Lehr- und Erziehungsanstalt für isr. Knaben, welches verdienstvolle Institut im October v. I. von Weinheim hieyer verlegt wurde, haben diese Woche die mehrtägigen Prüfungen stattgesunden. Dieselben erfreuten sich einer anhaltenden Teilnahme unseres jüd. Publikums und war auch die offieielle Schulbehörde würdig vertreten, die ihr Interesse für diese hier noch ungewöhnliche Anstalt dabei besonders an den Tag legte- Herr I)r. Plato, der Direktor dieses Instituts, ist ein auf den mannigfachsten wissenschaftlichsten Gebieten gründlich gebildeter Mann und ein Pädagog in der ganzen Bedeutung des Wortes. Mit einer solchen Persönlichkeit an der Spitze, von anerkannt tüchtigen Lehrkräften getragen, und in der Mitte einer an höhern Schulen und an wissenschaftlicher Jntelli-! genz so reichen Stadt, wie wir unser Karlsruhe mit Fug und Recht nennen dürfen, können wir dieser Anstalt eine schöne, rühmliche Zukunft verheißen. Wie sehr diese Anstalt, die ihre Zöglinge im echt jüdischen Geiste heranbildet, bemüht ist, auch den neuesten Errungenschaften deutscher Pädagogik Rechi nung zlt tragen, dafür kann schon ein der Einladungs-! schritt zuder besagten Prüfung beigedruckter Aufsatz! über „Einfluß des Turnunterrichts auf Schule und! Leben, von A. Beutler, Lehrer des Instituts," einen! trefflichen Nachweis bieten. i Würzbnrg, 11. April. Herr Distrikts-Rabbi-! ner Bamberger dahier erhielt dieser Tage folgende Allerhöchste Zuschriften: i „Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich im Alleri höchsten Austrage für die Einsendung der am 20.! März d. I. in der Synagoge zu Würzburg abgehalj Lenen patriotischen Trauerrede den Dank Seiner Ma-! jestät des Königs ergebenst abzustatten. Mit ausgezeichneter Hochachtung habe ich die Ehre zn sein Euer Hochwohlgeboren ergebenster v. Pfistermeister, S. d. Kgs. München am 7. April 1864." „Herr Distriktsrabbiner Seligmann Bär Bambergerl Sie haben Mir die Trauerrede übersendet, welche Sie bei dem, wegen des Hinscheidens Meines in Gott ruhenden innigstgeliebten Gemahls des Königs Maximilian Majestät in der Synagoge zu Würzburg veranstalteten Trauergottesdienste hielten. Ich sage Ihnen dafür Meinen verbindlichen Dank und bin mit den Gesinnungen des Wohlwollens Ihre wohlgeneigte Königin Marie. München, den 9. April 1864. Preußen. Berlin, Ende März. Schon die Schulfeier, welche am 28. Februar zur trauervollen Erinnerung an die beiden Hingeschiedenen Or. Sachs und Or. Veit veranstaltet wurde, hatte ganz der allgemeinen Erwartung und Theilnahme entsprochen, da diese Männer, jeder durch seinen besonder» und einflußreichen Wirkungskreis sehr viel Nützliches und Verdienstliches für das Schulwesen unserer Gemeinde heroorgerufen und gefördert haben. Wir finden es demnach ganz natürlich, daß auch die von Herrn I)r. Rosin geleitete jüdische Religionsschule für Knaben und Mädchen in ihrem gedruckten Berichte, den sie auch diesmal, wie alljährlich veröffentlichte, bei dieser Gelegenheit dem Andenken der Heimgegangenen gerecht wurde, indem ein zwar kurzer aber schön gehaltener Lebensabriß jener Beiden darin mitgetheilt und folgendermaßen eingeleitet wird: „Unter den Erlebnissen der Religionsschule in dem abgelsusenen Schirijahre steht ein trauriges Ereigniß so sehr im Vordergründe und in so frischer Erinnerung, daß alles Andere dahinter zurücktreten muß Es ist der weit über den Umfang unserer Gemeinde hinaus tief empfundene und beklagte Verlust zweier Männer in kurzsr Aufeinanderfolge, der verewigten Herren 1)i. Michael Sachs und vr. Moritz Veit. Sie waren in Verbindung mit anderen verdienten Männern, deren lebhafte Theilnahme die Religionsschule sich noch gegenwärtig erfreuen darf, in hervorragender Weise bei der Gründung und dem ersten Wachsthume derselben thätig, nahmen deren Interesse mit innigster Liebe und Hingebung wahr und verliehen der Wirksamkeit derselben in allen Zeiten Förderung und Anregung. Wie auf vielen Gebieten ihres Wirkens und Schaffens, haben sie sich um das Schulleben in dieser Gemeinde, ohne Ostentation und äußerlich sich zeigende Geschäftigkeit, ein unsterbliches Verdienst erworben, so daß in diesem Kreise ihr Andenken stets ein gesegnetes bleiben wird. Ihr Name soll dem Gedächtniß unserer Heranwachsenden Jugend nicht entschwinden, ihr edles, gemeinnütziges Leben soll noch in spater Zeit ein Muster zur Nacheiferung für unsere Glaubensgenoffen sein. Darum hat die Schule die Aufgabe, durch Wort und Schrift das Bild jener herrlichen Männer, welche, jeder in eigener Weise, eine Ehre und Zierde Israels gewesen, — zu entwerfen und vorzuführen, daß es wie ein Schatz, gerettet aus schwerem Verluste, uns unzerstörbar bleibe und wie der Glanz eines reinen Lichtes unsere Trauer erhelle und unfern Weg erleuchte." Die öffentliche Prüfung, die neunte, mit welcher die Religionsschule hervortritt, fiel ganz vortheilhaft