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Der Israelit · 1864-04-20 · Heft 16-17 (20.4.1864) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 16-17 (20.4.1864)
Date
1864-04-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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221 nun zur Beantwortung des zweiten Theiles der Eingangs gemachten Fragen schreiten. Diese Beantwortung stellt sich leicht heraus, wenn wir das widerwärtige Gebaren, die bodenlose Verworfenheit und die keine Schranken kennende Arroganz dieses Blattes noch etwas näher ins Auge fassen. Bekanntlich wird der gemeine Haufe von dem Skandale und dem Spektakel in dem Grade gefesselt, daß dessen natürlicher Hang zu denselben, wenn er überhaupt noch besonders genährt und ihm Vorschub geleistet wird, zu einer an Leidenschaft grenzenden Manie ausartet. Die unsinnige Menge liebt den Unsinn, und johlt ihm mit wilder Ausgelassenheit entgegen. Ein unter Fischweibern entstandenes Gezanke wird sie viel leichter herbeilocken, als das geöffnete und zur Andacht einladende Gotteshaus; und ein durch die Gaffen auf Stelzen einherschreitender Bajazzo ihre Aufmerksamkeit weit eher erregen, als der begabteste und schwungreichste Kanzelredner. In dem Genre des höhern Blöd- und Unsinns hat nun die angedeutcte Wochenschrift solch eine Virtuosität entwickelt, sie hat den guten Geschmack des Publikums so verdorben und es an Capriolen und Hanswurftiaden derart gewöhnt, daß es uns nicht mehr Wunder nehmen darf, wenn wir das ihr gezollte Beisallshalloh in unfern Ohren erdröhnen hören. Ist doch ihre Zugkraft bereits so weit gediehen, daß man ihr die stereotyp gewordene Phrase „gut gebrüllt Löwe" auf telegraphischem Wege zukommen läßt. Die Erfahrung nun, daß diese Mittel die geeignetsten sind, einen großen Leserkreis heranzuziehen und daß sie, obzwar die verwerflichsten, doch die wirksamen Waffen sind, die zum Siege führen, diese Erfahrung ist zwar an und für sich traurig; doch gibt sie zugleich, den für uns nicht zu unterschätzenden Beweis ab, daß die bessere Ueberzeugung nur darum nicht in die Massen dringt, und das Anstreben der frommen und gesetzestrenen Israeliten nur deshalb von geringem Erfolge gekrönt ist, weil die sie verfechtende Presse sich nicht derselben Mittel bedient, und weil sie einen gleichen Ton anschlagen nicht will und auch nicht kann. Wie könnte sie auch das! Treten ihr doch zwei Sachen hemmend in den Weg. Erstens der Umstand, daß die eiserne Stirne des Gegners gegen alle ihr zugeschleuderten Geschosse unempfindlich ist, und daher jedes Anbinden mit ihm unmöglich wird; und zweitens der, daß der Emst und die Würde der Sache, welche sie vertritt, den Gebrauch dieser Waffen durchaus nicht zuläßt. Eben so wenig wie ein Blatt, welches die Büberei und die Impertinenz zum Aushängeschilde hat, durch witzige Geisteshiebe und beißenden Spott in seines Nichts durchbohrendem Gefühle zur Raison gebracht werden kann; eben so wenig kan« ein ehrenhaftes, die heiligsten Interessen deZ Judenthums vertretendes Organ die Schellenkappe aufsetzen^ um durch Jocosa und fratzenhaftes Grinsen dem großen Haufen eine Kurzweil zu bereiten. Man kann das Heilige profanisiren, das Hochstehende erniedrigen und das Ehrwürdige parodiren oder gar zur Karrikatur machen, doch nicht so das Gemeine, das schon an sich Verworfene. Dies steht bereits so tieft daß man es, selbst mit dem übelwollendsten Verlangen, nicht noch tiefer in den Staub zu zerren -md mit Füßen zu treten vermag. Müssen nun auch die das rechtgläubige Judenthum in Schutz nehmenden Preßorgane dieser Waffen sich begeben, so ist ihnen doch, wenn auch nicht der momentane, so doch der endliche Sieg gesichert. Auf jedem Blatte der Geschichte steht es mit unverlöschlichen Zügen verzeichnet, daß stets die Wirklichkeit über die Täuschung, die Wahrheit über die Lüge, das bessere Bewußtsein über die Verblendung, die Bescheidenheit über die Anmaßung und die positive Religion über die haltlosen Irrlehren den gewissen und glänzendsten Sieg davon getragen. Die Zukunft wird, in Hinsicht des jetzigen Kampfes zwischen Rechtgläubigkeit und Afterglauben, eben diese Thatsachen in das Buch der Geschichte regiftriren, denn „Wahrheit besteht, Lüge vergeht." (Spr. 12, lg.) San jüdischer Armennnd Pitgermohnungen in Jerusalem. Durch Abr. Sonn in Großlangheim gesammelt bei einer Beschn. bei M. Schulhöfer in Bibergau 3 fl. 18 kr. Bei der Beschn. bei M. Rosenbusch in Wiesenbronn 3 fl. 25 kr. Bei der Beschn. bei D. Länder in Rödelsee 6 fl. 1 kr.; zus. 12 fl. 44 kr.; abz. Porto 12 fl. 24 kr. — Durch denselben für Rumpf in Jerusalem 16 kr. Durch Marcus Metzger, Vorsteher der isr. Gemeinde zu Weisenau bei Mainz als Ertrag des ri'rm» (f. d. A. im h. L. 3 fl: 36 kr.) Von Samuel Krämer in Hüttenheim 4 fl. (f. d. n. Syn. in Jer. 2 fl.) — Durch Moses Weikersheimer in Tauberrettersheim, gesamm. von Wolf Werkersheim 6 fl., von Moses W... 2 fl., von Ungenannten 2 fl.; zus. 10 fl., abz. Porto 9 fl. 44 kr. Von I. M.... aus W. 1 fl.

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