Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 16-17 (20.4.1864)
- Date
- 1864-04-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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219 besser Schimon 'piiLN genannt. Ich ubergehe daher ' glauben. Ihr glaubt, die Religion sei nur für die urigeden «eitern Inhalt, und wende mich sogleich zur bildete Masse, um sie damit zügeln zu können; aber Stelle , die meinen Artikel berührt. S- 16. „In für so große Geister, wie ihr, gebe es keine positive „einem Artikel des obscuren Blattes, „der Jsrae- Religion, sondern es könne ein jeder seine Religion „lit," der schon vor längere Zeit erschienen war, aber sich selbst schaffen. Ihr gebt vor, man müsse unter- „damals spurlos verhallte, und der nun in deinem scheiden zwischen Form und Wesen der Religion. Ich „Pamphlet aufgewärmt wird, wird das theologische will aber euch mit kurzen Worten sage:, was ihr für „Mitglied der Oberkirchenbehörde, Kirchenrath Di. Form, und was ihr für Wesen haltet. Alles, was „Maier, aufs heftigste angegriffen, weil er in der bei im Mindesten den materiellen Lebensgenüssen Eintrag „Gelegenheit der Synagogen-Einweihung zu Stuttgart thut, ist die Form; und mir dasjenige, was gar nicht „gehaltenen Rede gesagt haben soll: Stuttgart ist uubelästigt, wird als das Weieu von Euch geduldet, „ser Jerusalem; es ist dies schon an und für sich Ihr hüllt euch in den philosophischen Mantel, um „eine Unwahrheit; derselbe hat sich dieses Ausdruckes eure Blößen zu verdecken, allem ihr könnt uns da- „nicht bedient, sondern nur im Schlußgebete die Worte durch nicht tauschen, denn wir sind überzeugt, wenn „des 122. Psalms auf Stuttgart angewendet, indem orthodox zn sein so viele Lebensannehmlichkeiten bie- „er sagte: Heil sei in deinen Mauern Stuttgart, Jeten würde, als die Neologie, und letztere so viele Be- „rusalem; dieses kann doch kaum einen andern Sinn schräukungen mit sich führte, als die erstere, daß ihr „haben als: Gott möge Stuttgart das Heil wiederdann Alle Orthodoxe 'würdet, um alle euere Kräfte „fahren lassen, als er ehemals Jerusalem hat zu . dieser Richtung znzuwenden. Ich könnte euch hun- „Theil werden lassen." dertfache Beweise aufstellen, will aber nur Eines er- Wie genau dieser Mann mit Worten ist, möge wähnen. Es gibt eine heftige Leidenschaft im menschdaraus hervorgehen, daß er in meinem Artikel selbst lichen Leben, die nach Umständen vom philosophischen das Wort „ist" zusetzt, während ich nur sagte, daß Standpunkte ans eben so verpönt ist, als vom Standin jener Rede „Stuttgart unser Jerusalem" gesagt : punkte der Religion; seid ihr hierin als echte Philowurde, und dieses behaupte ich auch noch jetzt. Es; sophen so engelrein? — Aber wie gesagt, sobald ist dies eine bekannte Manier gewisser Leute, daß! etwas genirt, so muß solches als Form für große man je nach Gebrauch ein Wort zusetzt oder verläug- Geister hinwegphilosophnt werden. Aber wohin net, in der Voraussetzung, daß nach Jahren keiner! komme ich? Es ist ja nicht meine Ausgabe euer Glausich so genau erinnern kann, ob das Wort „unser" bensbekermtniß euch vorzulegen! gesagt sei, oder nicht. Allein hier ist diele Art schlecht Lieber will ich mich wieder an meine Geünnungsam Platze, denn Jedermann sieht ein, daß die gej genossen in Württemberg mit folgendem Vorschlag zwungene Erklärung von Stuttgart-Jerumlem weder! wenden. Ihr habt euch endlich ermannt, nir den Hand noch Fuß Hat, und erkennt an dieser ablaugnenden, Glauben unserer Väter einznstehen, und eineAbändegezwungenen Erklärung eine Charakterlougkeit wnder , religiöser Verhältnisse für Württemberg zu erzie- Gleichen. Habe ich nun den gepaart mit Chalxri. Seid rührig und arbeitet mit heiligem Eifer, rakterlosrgkeck erkannt, so wäre esmrr em Leichtes des j dann wird auch helfen. Bis ihr aber die ge- Versussers wahren Namen zu nennen, würde ich es! ssyliche Ermächtigung erlangt, geht jedenfalls viel nicht aus Achtung für das Pseudonym unterlassen.! Zeck dahin, da solches durch drei^ Gesetzesfaktoren ge- Die andern schreienden Thatsachen, daß bis dahm in > schchm muß. Es wäre daher darauf zu sehen, daß Stuttgart keine ,-vpv war 2c., verschweigt man, weil! ihr ein Provisorium für die Zwischenzeit euch zu erdie vorige Manipulation bei solchen Thatsachen nichts > wirken sucht. Die Orthodorie hat durch die Oberrv -- -! kirchenbehörde keine Vertretung, und alle Nabbinen Der falsche Schimon Hazaddik fährt fort: „da! eures Landes sind dieser Behörde subordinirt. Ihr ihr nicht sagt, wie ihr euch die Zukunft Israels müßt daher ein Provisorium zu erwirken suchen, daß denkt, so glaube ich um so mehr dieses für euch thun! bis zur Erledigung des Gcn zen, cs den Orthodoxen zu müssen rc." Wir danken bestens für Ihre Güte!! mindestens gestattet werde, bei anerkannten, auslän- Wir haben nicht nöthig unsere Gedanken zu verberdischen orthodoxen Nabbinen sich in religiösen Fragen gen und thun solches auch nicht. Mehr als loO gültige Entscheidung einholen zu dürfen. Bei euch Nabbinen haben offen erklärt, wie sie an Moschiach i handelt es sich um Gewissensfreiheit, wähglauben; aber da rhr rächt saget, was ihr eigentlich rend bei den Neologen es sich gar nicht glaubt, so will ich dieses für euch thun. darum handelt. Das Gewissen eines Neologen Der größte Theil von euch glaubt weder an! wird nicht erschwert, wenn z. B. eine rituelle raps Offenbarung, noch an die noch an die Prophe-! in einem Orte eingerichtet ist, und er findet sich auch ten, um so weniger an den Talmud; ja es sind so-! nicht beunruhigt, wenn der urvL' ein zuverlässiger, gar manche unter Euch, die nicht einmal an Gott religiöser Mann ist, während umgekehrt für den Or-