Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1864)
- Date
- 1864-04-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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SOI Lehrer Israels war sein Ideal, dem er stets nachstrebte; es verging kaum ein Tag, ohne daß er sich begeistert über dessen Werke ausgesprochen hatte. In seinem 19. Jahre ward er mit der höchst achtbaren Familie des Mannheimer Rabbiners, Rabbi Getschlik Alsens, bekannt. Die Tochter dieses Hauses, Namens Jille, gewann und erwiderte seine Zuneigung, und verband sich ihm auch zur treuen Lebensgefährtin Ein Mädchen entsprang dieser Ehe, Namens Regine, die der Verewigte besonders liebte; sie verehelichte sich mit einem Verwandten, vr. Fraensdorf aus Bamberg. Kurze Zeit nach seiner Verehelichung wurde er mit dem Rabbineramt der Stadt Heidelberg und Umgegend betraut, und es wurde da sein geistiges Talent , sogleich in die Arena gerufen. Der hochgelehrte Nab- , biner Ascher entbot ihn nach Carlsruhe, um mit ihm gemeinschaftlich den neu erstandenen Tempel zu dekämpfen, dessen Tendenz die Entfernung jüdischer und! Einführung deutscher Gebete mit Orgelbegleitung war.!! Ihre Bemühung krönte den Erfolg, und sie hat-! ten um deffentwillen in einer deutschen theologischen j Zeitschrift bittere Angriffe abzuwehren.! Nach dem Tode seines weit berühmten Vaters - wurde er zu dessen Nachfolger erwählt, als welcher er! segensreich wirkte; es wird noch heute sein Name : dort mit Ehrfurcht genannt. : Im Jahre 1824 wurde ihm von der hiesigen Ge- : meinde das Rabbineramt übertragen. Gerne folgte er diesem ehrenhaften Rufe, da Worms von jeher Oxi i'p war, und das Rabbinat stets nur mit Autoritäten besetzt wurde. Er folgte gerne diesem Ruf, um hier seine geistige Thätigkeit zu entwickeln, aber er - ahnte nicht die vielen Kämpfe, die er da zu bestehen > hatte 921 2PP' 0P2. Nicht allein pekuniäre und Familienverhältnisse haben manche bittere Stunde ihm bereitet, auch der Sturm der unjüdischen Bestrebungen der neuen Zeit brauste wider ihn heran und - hat die ganze Kraft seines Lebens in Anspruch genom-! men, so daß es sein stereotyper Ausdruck wurde: '21 ltt 'PINPL' 1512151 — Gleich nach seinem Hierherkomme« hat sich eine große Anzahl Jünger aus allen Gegenden um ihn gez schaart, um von ihm Worte der riiiri zu hören, unv ' viele Rabbinen sind aus seiner hervorgegangen. Mitten im Kampfe für Lehre und Leben wurde! er durch die Trauerbotschaft von dem Hinscheiden seii ner treuen Gattin, welche in Bamberg zum Besuche! ihres Kindes war, tief getroffen. Nun stand er allein! als Greis, und keine theilnehmende Hand hat ihn gei pflegt. — Ich, als treuer Schüler, habe Alles aufgei boten, ferne traurige Lage einigermaßen zu erleichtern — war so oft wie möglicki um ibn, und habe seine - herbe Last ihm tragen helfen. — - Der ehrwürdige Rabbiner Or. Auerbach, sein! Schüler und Vertrauter, veranlaßte ihn zu einer zwei-! len Ehe, und er verheirathete sich auch mit Johanna! Lehmann aus Darmstadt. Ich bot Alles auf, seinen pekuniären Verhältnissen eine andere Gestaltung zu geben, was mir unter Gottes Beistand auch gelang. Sein häusliches Leben wurde nun ein freundlicheres; von 'einer Frau geliebt, geachtet und treu und sorgsam gepflegt, lebte er glücklich in dem Kreise der Seinigen,**) und zog, außer seinen amtlichen Verpflichtungen, sich von der Außenwelt zurück. Dieser Zurückgezogenheit verdankt die Wissenschaft eine ausgedehnte Bereicherung auf ihrem Gebiete, das der Selige mit genialer Kraft zu erforschen verstand. Es befindet sich Folgendes irn Manuscript vor: 4 Bände. .O'POILI O'll/12'N ,P2S '51211 uns 5V1« .85122X1 85151PVNQ O'21?'v,1 212'll ,O'2L2L' 'Vlp'> ' .51222 512 N >2^ lN2?->N .251!28 51222 u NIX 2 ,22 51I22W 2-D .Ü71P vp 218'2 .^X'llp p 15121' 212251 u 5112'pn .511212^511 51lVdW Ein Mann, wie er, der nur mit Gott und sich selbst verkehrt, konnte nicht viel mit der Gesellschaft verkehren; er lebte in einer sclbstgeschaffenen Wett. Seine Liebe zur Einsamkeit stand mit seinem tiefen, große« und edlen Character in Verbindung. *) An IN. der Red. Auch der Herausgeber dieser Blätter hat von ihm Hattarat Horaah erhalten. **) An«, der Red. Der Herausgebcr dieser Blätter reist» fast alljährUc. nach Worms, nur zu dem Zwecke, den ehrwürdige» Greis zu besuchen; vie Liebe und sorgsame Pflege der Angehörige» desselben verfehlte niemals, den erfreulichsten Eindruck zu mache»