Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1864)
- Date
- 1864-04-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447141-2447157--02558-2457901- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
199 bung des W. Oesterreicher von Dettingen mitgKaroline Rosenfelder in Theilheim 3 fl. 3 kr.; zus. 6 fl. 9 kr.; abz. Porto 5 fl. 53 kr., von S. Rosenbaum (f. d. n. Syn. in Jerus. 30 kr.) — Durch Sal. Falk, Lehrer in Aub, von ihm selbst 1 fl. 54 kr., ges. bei der Hochzeit des M. Mannheimer von Aub mit Jette ^tern von Meiselsbach 4 fl. 6 kr.; zus. 6 fl. — Durch Rabb. Saenger in Buttenwiesen ges. 77 fl. 4 , kr. abz. Porto 77 fl. 25 kr., davon die Hälfte (s. d. A im h. L.). — Durch Jsak Sternberger in Ulm von ihm selbst 1 fl. 35 kr., von Jacob Maier in Ulm 1 fl. 10 kr., von S. Regenfteiner in Ülm 1 fl.; zus 3 fl. 45 kr. — Durch A. A. Bickhardt, isr. Vor stand in Höringhausen (f. d. A. im h. L. 8 fl. 34 kr.) Von Jos. Stern aus Karlstadt a. M. 2 fl. Zeitungsnachrichten und Correfpon- -enzen. Deutschland. Mainz, den 8. April. Der überaus strebsame Herr 1)r. Kobak, Distr.-Nabbiner zu Bamberg, hat einen Verein ins Leben gerufen, um dm Betrieb von Handwerken unter unfern Glaubensgenossen im heiligen Lande zu befördern Wir erhielten bereits vor einigen Wochen folgendes Circular: „Um der unter den Juden Palästinas grassirenden Armuth mit Erfolg die Spitze abzubrechen, hat sich in der jüdischen Gemeinde zu Bamberg ein Comite gebildet, welches sich zur Aufgabe macht, jüdische, pal. Jünglinge im Alter von 13 - 18 Jahren in Europa jedes beliebige Handwerk, Agricultur, Wissenschaft und jeden Industriezweig auf seine Kostm nach Kräften ausbilden zu lassen. Die Anregung hierzu ist im hebr. Aufsatz auseinandergesetzt, und werden unserere Glaubensgenossen in allen Welttheilen inständigst ersucht, dasselbe anzustreben und zu vollführen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß unser Vorhabm bei allen unseren Milbrüdern, welcher religiösen Richtung sie auch gehören mögen, Anklang finden wird. Verbefferungsvorschläge werden wir dankbar entgegen nehmen. Sehr zweckmäßig wäre es, wenn sich zu diesem Behufe ein Generaldirectorium constituiren sollte, dem wir uns bereitwillig anschließen werden. Unser Programm ist in Kürze also. Jeder sich bei uns meldende jüd. pal. Jüngling im Alter von 13—18 Jahren muß uns vorher Geburs-, Aufenthalts- und Leumundszeugniß einsenden, und werden wir nach «geholter Erkundigung dessen Reisekosten hierher und zurück bestreiten unk während seiner Lehr- oder Studirzeit ihn gut pflegen und nach streng jüdischem Ritus erziehen und ausbilden lasten. Wir gebm jede gewünschte Garantie unk werden uns solche von den betretenden Jünglingen zu Verschaffen wissen. Sollte unser Streben eine gute Aufnahme finden, so werden wir später ipecielle Statuten normiren." Im Namen des UnterzeichnetenComitL'sr Sal. Dessauer. M. L. Eger. Jac. Goldmann. Mar^r Gütermann. H. Klein B. Lämlein. M. Ullmann. Sam. Wassermann. I)r. I Kobak, Distrikts - Rabbiner. Bamberg, im Monat Adar 5624 (nn Februar 1864). So sehr wir nun auch sofort dem löblichen Streben des Herrn I)r. K. und des ihm zur Seite stehenden Somit« s unsere Anerkennung zu zollen bereit waren, so erschien uns die Sache doch nicht ohne Bedenken; wir wollten jedoch nicht vorschnell unser Urtheil abgeben und setzten uns deßhalb mit mehreren Freunden in Verbindung, um auch andere Ansichten einzuholen. Wir erhielten nicht eine einzige Antwort, die dem Plane des Herrn vr. K. zugestimmt hätte. Ein hervorragender Rabbiner in Bayern theilte uns dis Ansicht mit, die er dem Bamberger Comite gegenüber, noch vor der Veröffentlichung des Projectes um seinen Nach befragt, geäußert hat. Wir wollen dieselbe hier mittheilen, weil sie uns das Richtige zu treffe» scheint. Der erwähnte Herr Rabbiner schrieb: „Was nun das fernere von Ihnen angeregte Project betrifft, daß nämlich veranlaßt werden möchte, daß vom heiligen Lande Zöglinge nach Europa gesendet werden, um hier in Künsten und Wissenschaften sich auszubilden, damit sie sich dadurch in der Folge Nahrnngszweige gründen könnten, so erlaube ich mir Folgendes zu bemerken: Niemand wird wohl den Nutzen der Erlernung von Handwerken und Künsten sowie der wissenschaftlichen Bildung in Abrede stellen wollen, allein wir dürfen die mannigfaltige Verschiedenheit der Verhältnisse, Bestimmungen und Anschauungen unserer Brüder im heiligen Lande von jenen außerhalb desselben nicht unbeachtet, ja vielmehr nicht ohne die ernsteste Berücksichtigung lassen. Wenn ein Glied am Organismus leidet, so darf der Heilversuch nicht jenes allein im Auge haben, sondern den ganzen Zusammenhang, denn nur in gehöriger Würdigung desselben U ein segensreicher Erfolg denkbar, im entgegengesetzte» Falle aber wäre mehr Schaden als irgend welcher Nutzen in Aussicht. Verbesserungen in Bezug auf das heilige Land können meines Erachtens nur innerhalb seiner eignen Grenzen angestrebt werden, wie dies von. den verdienstvollen Herren von Rothschild und Mo»- tefiore schon mannigfach versucht und beziehungsweise ausgeführt wurde. Nur solche Persönlichketten vermögen derartige Unternehmen zu veranlassen, und»