Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1864)
- Date
- 1864-04-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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I«7 die Nahrung vertheuern, und manches Nahrungsmil- : lel ganz versagen; da sind noch viele andere Gebote! der Religion, die Opfer und Aufwand verlangen. Da-? bei fordert das Werk der Heiligung von ihm die l strengste Gerechtigkeit im Handel und Wandel. - Ter § Israelit, welcher fein Vrod ehrlich erwirbt, ohne den j Gesetzen seines Gottes untreu zu werden, gleicht darum heute noch unfern aus Aegypten ziehenden Vätern, von denen es heißt, daß sie nicht mit mit Nahrung versehen waren, und denen es der Prophet als Tugend anrechnet, daß sie in eine Wüste ohne Ausi ficht auf Wegzehrung gewandert. Wie aber Gott das j Vertrauen Jenen lohnte, daß er ihnen das Manna vom Himmel regnen ließ — so reicht er es uns noch heute, trotz aller Hindernisse, und der glaubenstreue Israelit lebt nicht in geringeren; Wohlstände, als der, > welcher um des Erwerbes willen die Gesetze Gottes verletzt und auf hundert Wegen Nahrung sucht, die j sein gläubiger Bruder meidet. Wenn deßhalb der § Israelit am Peßachabende der Gnaden Gottes gedenkt! und der vielen Wohlthaten für das Haus Israel, > wenn er sich seiner Heiligung freuet und ,einer Erlö-! suug, da soll er auch des Brodes gedenken, das ihn! nährt. Er soll sich dann nicht sehnen nach den Fleisch-! topfen der genußsüchtigen Welt, sondern er soll genüg- > sam sein; wenn er es nur erworben, ohne das Heil seiner Seele zu verletzen, kann er freudig dem Ernährer des Alls den dritten Becher weihen. - IV. Beim vierten Becher vollenden wir das vor Tisch schon begonnene vd.-r Hier schloß ehedem die ,-iirri. Der heutige Gebrauch setzt noch einige Loboedichte hinzu. Der Sinn des Schlusses ist aber , nach Abarbanels Auslegung, es anszndrücken, daß wie bis i jetzt nur Israel Gott als seinen Erlöser presst, so wird! einst zur Zeit des Messias die ganze Menschheit Gott! als ihrer; Gott und H;rrn anerkennen. Bis jener Tag kömmt, wird Israel noch viel zu kämpfen haben. und erst dann wird die Nacht seiner Leiden enden, : wenn jener herrliche Morgen leuchtet. Erft dann ist § der Zweck der Schöpfung, erst dann der Zweck unse , rer Erlösung ans Aegypten erreicht, welche uns ein ' Vorbild der einstigen Erlösung ist. Wie aber in Ae! gypten die Erlösung nur möglich war dm ä, den Glan l den, wie es die heilige Schrift bezeugt, -o kann auch ' die künftige Erlösung nur herbeigeführt werden durch! diesen Glauben. Nehmet Israel den Glauben an seine! einstige Verherrlichung — und ihr habt ihm das Oel ' verschüttet, womit es seit Jahrtausenden seine Lebensfiamme genährt. Ohne diesen Glauben, welchen Zweck hat unsere Heiligung, ohne diesen Glauben, woher die Kraft, Zurücksetzung und Ausschließung zu ertragen? Ohne diesen Glauben — kein Israel! — Gewiß, was Gott in Aegypten unter Wundern und Zeichen so herr lich begonnen, das kann nicht so zwecklos enden» Weissagungen, deren erste Hälfte so genau in Erfüllung gegangen, können nicht in der andern Hälfte trügen; die Hoffnung derer, die so lange schon gläubig am Herrn hangen, kann ein barmherziger Gott nicht zu Schanden werden lassen. Mehr als je lebt aber dieser Glaube im Herzen des frommen Israeliten am Peßachabende auf, wenn vor seinem Gedächtnisse die Geschichte der großen Vergangenheit und seine erhabene Sendung vorüberzieht. Darum, hat er das VV7! geschlossen, gilt beim vierten Becher sein letzter Lobspruch Gott, der zu allen Zeiten Israels Hort war und auch dessen einstiger Erlöser sein wird. So möge denn der Ruf des kommenden Festes nicht vergeblich an uns ergehen. Möge er das Be wußtsein, daß wir zu höherer Heiligkeit berufen, in uns erneuernmöge er zum Danke für die Erlösung uns erwecken, zum Danke für eine Wohlthat, die Gott nicht blos unseren Vätern, sondern auch uns erwiesen; möge er in uns die Ueberzeuguna befestigen, daß der Gottesfürchtige nie darbt, auf daß wir unsere heilige Religion nie dem Broderwerbe opfern; möge er insbesondere unfern Glauben an die einstige Erlösung Israels kräftigen! L. Stern, Lehrer in Freudenthal (Württemberg). Erklärung. Vereheliche Redaktion! Zn einem, von dem Herrn Rabbiner L. Horowitz in Wien cks ckalo i2->ri x"' auch an mich gesandten, quasi Vertheidigungs-Schreiben, beschuldigt Herr Rabb. Hör. den in seinen; Schreiben ungenannten Versender der bekannten Aufforderung (Herr l>r. Hildesheimer), daß er bereits schon früher in einigen Artikeln im „Israelit" voreilig und in böser Absicht ihn zu verleumden, gegen ihn polcmisirt habe. — Des weitern leugnet Herr Rabb. Hör. und bezieht sich merkwürdig genug auf die „Wiener Zeitung" (Nr. 12), daß er eine gegen die Grnndprincipien der isr. Religionslehren gerichtete Aeußerung abgegeben habe, und macht sich vielmehr anheischig seinerseits, wie ja jeder wahrhafte Israelit hiezu verpflichtet sei, den irr der bezüglichen Erklärung ausgesprochen Grundsatz, daß: wer den Glauben an den persönlichen Messias negire, dem Leugner her sinaitischen Offenbarung gleich zu stelle,; sei, mit zu fertigen; doch treffe ihn dieser Vorwurf nicht. — Ich beeile mich daher, eine löbliche Redactton zu bitten, mich als den wahren Verfasser der Artikel „Briefe aus Ungarn" in Nr. 2 und „Die Erklärung des Henn Rabbiner Horowitz" in Nr 6 des