Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 14 (6.4.1864)
- Date
- 1864-04-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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K e rr i l l e t o « 1S1 men und durchleuchten soll, kräftig fein muß wie der Löwe, lauter wie die Sonne, etwas Wirkliches wi2Q .-12), von gleichem Einflüsse auf die Jugend wie das Alter (pLO'2 '-2idr) und daß es endlich nur leuchten und erwärmen, nicht aber nach Außen durch weithin sichtbaren Rauch prangen und prahlen soll (swp ^pO Hierauf warnte der Redner vor dem falschem Feuer, das den Tod nach sich zieht vor Gott, indem er das Vergehen der Söhne Ahrons nach den verschiedenen Interpretationen erklärte und auf die Gegenwart anwandte; zum Schlüsse wurde dann noch auseinander gesetzt, daß der Endzweck des jüdischen Lebens die Heiligung des göttlichen Namens sei, wnptt '2iip2, eine Heiligung, die namentlich Israel als 1211p Op obliege und unter den Israeliten vorzüglich den Gesetzestreuen, damit „Gott vor allem Volke geehrt werde," indem alle Nationen sprechen: Gelobt sei der Gott Israels, der solche Diener hat, gepriesen sei die Religion Israels, die solche Bekenner besitzt. Mit dem Gebete für die Gemeinde, für Fürst und Vaterland, für die wiederherzustellende Einigkeit in Israel schloß die Rede, deren Eindruck näher zu bezeichnen uns nicht ziemt. Bei allen Israeliten der Stadt, die, wie man uns sagte, fast sämmtlich dem Gottesdienste beigewohnt hatten, — auch die Behörden waren vertreten — herrschte die festlichste Stimmung. Namentlich wetteiferten die Mitglieder der Religionsgesellschaft, ihre Gäste zu ehren und zu erfreuen, überhaupt den Tag zu einem hohen Festtage zu gestalten. Abends fand kein Ball, wohl aber ein Festmahl statt, das die Teilnehmer bis gegen zwei Uhr vereinigte, dem aber der Schreiber dieses nicht bis zu Ende beiwohnte; er zog sich, nachdem er noch einmal eine längere Anrede gehalten, in welcher die Unverbrüchlichkeit unserer heiligen Gotteslehre dargelegt wurde, um Mitternacht zurück. Heute Mittag schon eilten wir der Heimath zu, zu unsern Berufsgeschäften und andern Arbeiten, noch des Eindruckes voll, den freudiger Opfermuth für unsere heiligsten Güter nothwendiger Weise hervorruft. Noch ist die israel. Religionsgesellschaft zu Darmstadt klein an Mitgliederzahl; sie wird aber wachsen und gedeihen, so daß an ihr in Erfüllung geht das Wort: Und es wird sein dein Anfang gering, allein dein Ende wird wachsen gar sehr! Salomo und der Mann mit zwei Köpfen Von In den Tagen Salomo's, des Königs von Israel, trat eines Tages Aschmedai, der König der Dämonen, bei ihm ein und sprach zu ihm: „Bist du der, von dem es heißen soll: Und er war weiser als alle Menschen?" - „So wenigstens," antwortete Salomo, „hat der Heilige, gelobt sei er! mir zugesichert." — „Nun," sagte Aschmedai, „wenn du willst, zeige ich dir etwas, was du in deinem Leben noch nicht gesehen." — „Thue so!" sprach Salomo. — Sogleich streckte Aschmedai seine Hand in den Erdkreis Thcbet2) und langte einen Mann hervor mit zwei Köpfen und vier Augen. Bebend vor Schrecken sprach Salomo: „Bringe ihn in mein Gemach!" Sofort ließ er Benajah ben Jehojada kommen und sprach zu ihm: „Meinst du, daß es in der Erde unter uns Menschen gebe?" — „Beim Leben deiner Seele," antwortete Benaja, „mein Herr und König, ich weiß es nicht; ich habe indessen von Ahitopfel, dem Lehrer deines Vaters vernommen, daß es allerdings, so wie neben uns, auch unter uns Menschen gebe." — „Und wenn ich dir einen derselben zeige," sprach Salomo, „was wirst du sagen?" — „Wie vermagst Du," rief Benaja, „einen solchen aus der Tiefe der Erde hervor zu zeigen, die einen Weg von 500 Jahren mißt, und zwischen einer Erde und der andern ist ebenfalls ein Weg von 500 Jahren!" — Salomo schickte und ließ den Mann Holm. — Sobald Benajah ihn erblickte, fiel er auf sein Angesicht und sprach den Segenspruch: „Gelobt sei, der uns dieses, hat erleben lassen!" — „Wessen Sohn bist du?" frug er hierauf dm Mann. — „Von den Söhnen Adams," antwortete der Mann, „vom Geschlechts Kain's." - „Und wo wohnt Ihr?" frug Benaja. — „Auf dem Erdkreise Thebet." — „Habt ihr eine Sonne oder einen Mond? — „Beides," antwortete der Mann; „auch ackern und erndten wir und haben Schafe und Rinder." - 1) Nach Meschalim schel Schelomoh Nr. 6. (Jellinek: Vet hamidrasch: IV, 9. Aelteste Ausgaben: konstant. 1518. — Benetz. 1605. — Wolf Bibl. Hebr. p. 1049.) — Dergl. Tosaphotb Menachvth 36, 2) Nach der kabbal. Lehre gibt es verschiedene Erden über einander. S. bes. Emek hamelech S. 179 u. 160. Jalkut chabasch Titel erez Nr. 2.