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Der Israelit · 1864-04-06 · Heft 14 (6.4.1864) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 14 (6.4.1864)
Date
1864-04-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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190 Reiches lebende Sir Moses Montefiore um unsere Glaubensbrüder selbst in den entferntesten Weltgegenden sich erworben, so wie in Anbetracht seiner mit dem glänzendsten Erfolge gekrönten Mission, welcher derselbe im Jntresse der jüdischen Einwohner von Marokko selbst mit Gefahr seines theuren Lebens erst in den jüngstabgelaufenen Tagen sich unterzogen hat, hält es der Unterzeichnete für angemessen, daß seitens der Rabbiner und Seelsorger Ungarns eine in hebräischer Sprache abgefaßte Adresse an diesen hochherzigen, durch wahren Seelenadel ausgezeichneten Mann vorbereitet und mit möglich zahlreichen Unterschriften bedeckt an ihn abgesendet werde. Demnach der Unterzeichnete an die P. T. Herren Rabbiner und Seelsorger dieses Königreiches das Ersuchen stellt, ihm ihre Zustimmung zu diesem Unternehmen resp. ihre Namensfertigungen auf den ihnen geeigneten Wegen gef. übermitteln zu wollen. Preßburg, am 19. Adar II. 5624. S. W. Schreiber, Oberrabbiner in Preßburg. HKesth, Ende März. Die drückende Stimmung, welche die Gemüther der Anhänger und Freunde unseres Oberrabbinen vr. Meisel beherrschte, ist nun vorüber. Die nachträgliche Agitation, damit er ungeachtet der so offenkundigen Zurücksetzung, dennoch in die Notablenversammlung der ungar. Israeliten berufen werde, wurde doch nicht vergebens angestrengt. Schreiber dieser Zeilen ist jedoch der Meinung, daß der Sieg der Meiselschen Partei nicht viel schlimmer als eine Niederlage sei. Wisse und erstaune, oder vielmehr erstaune nicht — mein Leser, Herr vr. Meisel, Oberrabbiner der Pesther Cultusgemeinde, ist von der hohen Statthalterei für die Commission zur Vorberathung der Seminarangelegenheil nur der Sektion der Industriellen also der Laien a posteriori beigegeben worden. Wer die gründliche rabbinische Gelehrsamkeit des Herrn vr. M. kennt, kann dieser weisen Maßregel der hohen Behörde die Würdigung nicht versagen. Afrika. Aus Abyffinten ist die Nachricht angekom-! men, daß zwei Mitglieder der englischen Judenbekeh-! rungs-Gesellschaft, Herr Stern und Herr Rosenthal,! von Sr. Majestät dem abyssinischen Kaiser Theodor! grünlichst mißhandelt worden sind. Die Ursache war j ein verzeihliches Vergehen an der Sitte des Landes und der Etiquette des Hofes. Erstens begingen sie die Sünde, Sr. Majestät gerade nach dem Abendessen einen Abschiedsbesuch abzustatten, worüber Se. Majestät so erzürnt wurde, daß er die Dollmetsche, welche Herrn Stern begleitet hatten, fürchterlich, den einen sogar zu Tode prügeln ließ. Herr Stern vergaß sich in der Aufregung so weit, daß er sich in die Finger biß, und da dies im Lande als eine Drohung angesehen wird, ließ ihn der Gewalthaber ebenfalls prügeln und in Ketten legen. Ein deutscher Missionär, Namens Flad, der die Landessprache spricht, suchte sich für den Verhafteten zu verwenden, wurde aber nicht vorgelassen. Die Nachricht kommt von einem dritten Judenbekehrer, Namens Hausmann, der die Erlaubniß erhalten hatte, Abyssinien zu verlassen und glücklich in Chartum angekommen war. Mainz, den 2. April. Gestern, Sabbat Paraschat Schemini, fand die officielle Einweihung der Synagoge der isr. (orthod.) Religionsgesellschaft zu D a rmftadt Statt, die wegen der in vor. Numm. erwähnten Reise des Herausgebers dieser Blätter nach Worms um 8 Tage hatte verschoben werden müssen. Mit freudiger Bereitwilligkeit hatte die isr. Religionsgesellschaft zu Mainz zu dieser Feierlichkeit auch ihren Vorsänger, den weithin rühmlichst bekannten, durch seine wundervolle Stimme und seinen weihevollen Bortrag ausgezeichneten Herrn Jakob Marx, überlassen, der mit sechs Meschorrerim, unter denen wir den Dirigenten Herrn Leo Cahn namhaft machen, in einer Weise vorbetete, die auf die überaus zahlreichen Besucher des Gotteshauses einen mächtigen Eindruck machte. Die wohl kleine, aber sehr geschmackvoll gebaute Synagoge, war sowohl während des Freitagabendswie während des Samstagmorgengottesdienstes förmlich überfüllt. Der Herausgeber dieser Blätter hielt die Weiherede. Er sprach über 3. B M. C. 9, V. 23, 24, C. 10, V. 1, 2 und 3: über das echte Feuer, das uns von Oben gesandt worden, das falsche Feuer, das den Tod vor Gott nach sich zieht, und über die Heiligung des göttlichen Namens durch die, so ihm nahe stehen. Anlehnend an Joma 21 d, wo uns fünf Eigenschaften des von Oben gekommenen Feuers dargelegt werden, setzte der Redner auseinander, daß das himmlische Feuer, das in uns lodern, uns erwär-

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