Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 14 (6.4.1864)
- Date
- 1864-04-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage zu Nr. 14 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Würzburg, Ende März. Die allgemeine Landestrauer um den dahingeschiedenen König Maximilian II. fand auch in der hiesigen israel. Gemeinde warme Theilnahme und würdigen Ausdruck. Am 20. d., Nachmittags 3 Uhr, fand in der hiesigen Synagoge aus diesem Anlasse ein solenner Trauergottesdienst statt. Die Betheiligung an dieser Feier war — eine überaus große, nicht nur von Seiten unserer Glaubensgenossen, sondern von allen Konfessionen, und selbst die höchsten Civil- und Militär-Autoritäten hiesiger Stadt waren in Amtsuniform erschienen. Die Feier nahm mit dem Recitativ der Psalmen 16 und 17 ihren Anfang, dann wurde der Psalm 23 vom Vorbeier und Chor feierlichst und höchst entsprechend abgesungen. Hierauf hielt Herr Districts-Rabbiner Bamberger eine höchst geistvolle, tiefergreifende Trauerrede, worin er die hohen Eigenschasten und Verdienste des Betrauerten darlegte. Zum Text wählte sich der gefeierte Redner den Vers 9 in Amos Cap. 8, welche Prophetie nach Talmud Moed Katon 25 b. auf den frühzeitigen Tod des Königs Joschiahu Bezug hat. Die Ausführung war eine treffliche, indem erstens der Verblichene als weiser, gerechter und umsichtiger Regent mit einer hellleuchtenden Sonne, dann, da derselbe seine irdische Laufbahn so schnell und unerwartet im besten Mannesalter beendete, mit einer zur Mittagszeit untergehenden Sonne verglichen wurde. Recitation der Psalmen 90 und 91 und das Kaddisch--Gebet bildete den Schluß der Trauerfeier, worauf dann die Gesetzrolle unter Absingung des 'N'i aus derh. Lade genommen, vom Herrn Rabbinen ein Gebet für das Wohl des neuen Königs Ludwig II. vorgetragen, und die Gesetzrolle mit Absingen des zurückgebracht wurde. Die Predigt sowie die ganze Feier verfehlten nicht, auf alle Andächtige den besten Eindruck zu machen, und so verließ die Menge das Gotteshaus in sichtlich gehobener Stimmung. Oesterreichischer Kaiserstaat. Preßburg, im März. Herr Redacteur l Sie haben in Nr. 24 v. I. Ihres geschätzten Blattes einen Aufruf, die Wichtigkeit und hohe Bedeutung der betreffend, von Sr. Ehrwürden dem hiesigen Herrn Oberrabbinen an die ehrwürdigen Herren Oberrabbinen und Seelsorger gerichtet — veröffentlicht. Es wurden darin die Uebel der Tefillinfälschung hervorgehoben, in Folge deren der Herr Oberrabbiner sich dazu veranlaßt fühlte. Indem aber dieser an einer solchen 7w-> geübte Unfug zu sehr um sich gegriffen hat, als daß bloß eine einmalige Veröffentlichung des Aufrufes in Ihrem geschätzten Blatte genügen könnte, dem schrecklichen Uebel zu steuern, so wurde der Herr Oberrabbiner durch die noch immerwährend zahlreich einlaufenden Klagen neuerdings veranlaßt, mit kräftigeren Mitteln einzujchreiten. Es wurde zu diesem heiligen Zwecke ein vom Herrn Oberrabbiner selbst verfaßtes Circular an die namhaftesten Gemeinden versendet, worin die Rabbiner und Seelsorger nochmals dringend aufgefordert werden, daß jeder das Seinige beitrage, um den mit einer solchen 5121 711LQ getriebenen Mißbrauch so viel als möglich abzustellen. Es wird darin besonders vor den mit diesen zur heiligen Andacht bestimmten Gegenständen Handel treibenden Hausirern gewarnt, bei denen schon mehrmals die Erfahrung gemacht wurde, daß sie es zumeist sind, die die gefälschten verkaufen. Selbst die von einem hiezu autorisirten Sofer gekauften sollen, noch bevor sie in den Handel kommen, von einem Rabbinen genau geprüft werden, ob sie den diesbezüglichen Genüge leisten, — Bernhard Schreiber. Preßburg, Ende März. Der ehrw. Herr Oberrabbiner erläßt hiemit nachstehenden Aufruf: Aufruf an die ehrw. Herren Rabhinen und Seelsorger! Eingedenk der mit der größtmöglichen Aufopferung verbundenen, wahrhaft hervorragenden und unsterblichen Verdienste, welche der hochberühmte, als Zierde unseres Volkes in der Hauptstadt des britischen