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Der Israelit · 1864-03-30 · Heft 13 (30.3.1864) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 13 (30.3.1864)
Date
1864-03-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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17b „nur der Fremdgötterei entsagt, wie es jeder weiß, „der einen Blick in Talmud Cholin 5, 1. gethan. „Wer ein Gesetz Übertritt, heißt einfach Uebertre- „1er dieses Gesetzes, aber nicht Leugner der Offenbarung. Nur wer den Sabbat öffentlich und in der „Absicht dos Gebot Gottes zu verhöhnen — also nicht „aus Gründen der eigenen Utilität — schändet, wird „als Apostat der ganzen Thora gegenüber betrachtet." Der Talmudkundige wird auf den ersten Blick darin eine Entstellung erkennen. Um jedoch dem „21V2V 712 pi" zu genügen, bemerke ich, daß der Ausspruch in Cholin 5, 1. durchaus nicht in dem Sinne, wie ihn der Redact. der Wiener „ Neuzeit" so gerne auffaßt, zu nehmen ist. Der Ausspruch: „wer den Götzendienst leugnet, ist gleichsam ein Bekenner der ganzen Thora," ist nur als Gegensatz zu dem andern: „wer den Götzendienst anerkennt, verleugnet gleichsam die ganze Thora," hingestellt l'i 'b.i 2"s 212p 2221) und lehrt: wer den Gesetzgeber und dessen Autorität als solchen anerkennt, übernimmt dadurch stillschweigend auch die Verpflichtung, seinen Gesetzen und Vorschriften gemäß zu leben. Wer daher das Verbot des Götzendienstes aufrecht erhält, weil er die Ueberzeugung gewonnen, daß es nur einen einzigen Gott gibt, der muß auch dem Dienste dieses einzigen Gottes sich widmen. Ebenso falsch und der wahren Halacha zuwider ist die Meinung, daß der Uebertreter eines Gesetzes in keinem Falle als Leugner der Offenbarung bezeichnet werden kann. Aus 2V 2"2 '11' 's?.1 2L11 '72 l"L 2221, aus .122 '2 7212 'b.1 2"n"2 '"2, aus 22'2V ^.1 2"21 2221 '2 "77! l"2, LUs '2 "72 212p '^22 2"2 2221, ÜUs 'Mp '2 212p "721 ,'2'p '2 21P7V1 22 '^72 '2 22'2V '72 l"l', aus '1 '72 2221P.1 'VP2 '72 2221 und mehreren andern Stellen geht unleugbar hervor, daß ein 1212 12-r 121^ 2'p2.ib ein übermüthiger nicht von Neigung, Nutzen oder Genußsucht geleiteter Uebertreter eines Verbotes, von welcher Art und Gattung es immer sein mag, als Leugner der ganzen geoffenbarten Thora behandelt wird, dann ist's wohl von selbst verständlich, daß auch ein, öffentliche Utilitätsgründe vorschützender Sabbatschänder ein Apostat der ganzen Thora ist; denn nur hierin unterscheiden sich das Verbot des Götzendienstes und das Sabbatgebot von den übrigen 2irr2, daß es bei ihnen ihrer Wichtigkeit halber nicht auf die Absicht, Stimmung und Gesinnung des Uebertreters ankömmt, sondern nur darauf Rücksicht genonlmen wird, ob die Uebertretung des Gesetzes öffesttlich oder geheim geschah. Der geehrte Leser d. Bl., welcher sich in dieser Beziehung noch mehr Gewißheit verschaffen will, möge nebst den angedeuteten Stellen noch 22V 'i>.i 7"O 2221 'l' '2 '2 ^2217 '2 22V '72 2"IX Und 22V 2S212 '2 zur Stelle nachschlagen, woselbst es ausdrücklich heißt 212P2 2'1 p2X'2b 17'SX. Dem Redact. der „Neuzeit", der sich's herausm'mmt, solche religionsgesetzwidrige Unwahrheiten auszusprechen und als echte Halacha in die Welt zu schicken, und dabei sich erdreistet, den 121 gegen Glaubensverleugnung Verwahrung einlegenden Rabbinen zuzurufen: „Die große Sünde der Entweihung des göttlichen Namens, die sie begangen, möge Gott ihnen verzeihen, denn die meisten wußten nicht, was sie thaten," dem Redact. der „Neuzeit" rufe ich als Antwort zu, daß iv nibo '2 22X' xv, denn er wußte, was er that, und weiß auch, was der verdient, welcher die Lehren und Satzungen unserer Religion absichtlich entstellt. M. L. Kutna, Oberrabbiner. England. London. Im Parlamente interpellirte Aldermann Solomons den Minister des Auswärtigen, ob die Regierung bereits officielle Mittheilungen über den Erfolg der Reise des Sir Moses Montefiore erhalten habe. Der Unterstaatssekretär Layard beantwortete die Interpellation, indem er die unfern Lesern schon bekannten Erfolge mittheilte. Bei dieser Gelegenheit wurde dem edlen Reisenden von Seiten der englischen Regierung die wärmste Anerkennung gezollt. Es wurde hervorgehoben, wie schwierig die Reise in das Innere von Marocko bei dem hohen Alter Montefiore's und bei der Ungunst der Jahreszeit sei; auch legte Herr Layard einen besonderen Nachdruck darauf, daß M. nicht nur den Schutz der Juden, sondern die Emancipation aller Nichtmuhamedaner gefordert und erlangt habe. Mainz. den 27. März. Nur mit wenige« Worten wollen wir heute unfern Lesern einen herbe« Verlust anzeigen, der uns, wie die gesammte Jude«-

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