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Der Israelit · 1864-03-30 · Heft 13 (30.3.1864) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 13 (30.3.1864)
Date
1864-03-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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173 Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. München, Mitte März. Auf ein vorgebrachtes mündliches Ansuchen war die Entschließung des Ministeriums erfolgt, daß sich dem Leichenzuge des Königs auch eme Deputation der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde anzuschließen habe. Diese Deputation, welche aus dem Rabbiner, dem Prediger und den beiden Vorständen der Administration und des Ausschusses der Kultusgemeinde bestand, erhielt ihren Platz im Zuge unmittelbar nach dem Magistrate der Residenzstadt; es ist das erste Mal, daß sich die israelitische Kultusgemeinde als ffolche mit dem Nabbinate an einem öffentlichen Aufzuge betheiligte. Alm, den 10. März. In der gemeinschaftlichen Sitzung des Stiftungsraths und Bürgerausschusses ward ein Erlaß des Geheimen-Raths auf eine Eingabe des früheren Mitglieds des Bürgerausschufses Leop. Marx, verlesen, der sich darüber beschwert hatte, daß man nach anderthalbjähriger Ausübung aller Rechte eines Bürgerausschußmitglieds ihn für das letzte halbe Jahr von jeder Betherligung an den StifLungsrathssitzungen ausschloß, weil er — ein Jude ist. Der Geheimerathserlaß erklärt diese Ausschließung für gerechtfertigt, weil die M. 120— 122, 137 rc. des Verw. Edikts zweifelsohne voraussetzen, daß hier nur von Christen die Rede sei, weil ferner die Juden ihre Stiftungen auch ohne Einmifchung Anderer verwalten, weil ferner das Gesetz vom April 1828 ein Recht der Mitberathung ihnen nicht einräumt, vielmehr endlich die Kammer der Abgeordneten bei der Berathung des neuen Judengesetzes jenes Recht ihnen abspricht. Hierauf verlangte der Bürgerausschuß folgende Erklärung zu Protokoll zu nehmen: „Der Bürgerausschuß erklärt einstimmig sein Bedauern zu Protokoll, daß nach diesem Erlaffe einem Theil unserer Mitbürger das Recht der Mitberathung in Schul- und Kirchenstiftungsangelegenheiten abgesprochen wird, während die Zumuthung aufrecht erhalten bleibt, daß sie das Defizit jener Stiftungen -decken -helfen müssen." (U. Schn.) Mainz, den 23. März. Der den Kompert'- schen Preßproceß betreffenden Erklärung, welche bereits 155 Unterschriften zählt, haben sich noch folgende Herren Rabbinen angeschloffen: Guttmacher, Elias, Rabbiner in Grätz, Preußen. Kalischer, Hirsch, Rabb. - Assessor in Thorn, Preußen. Kultna, Ahron, Rabbiner zu Totis, Ungarn. Liebermann Koloman, Rabbiner in Torna, Ungarn. Tannenbaum, Fabian, Rabbiner zu Szendrö, Ungarn. Österreichischer Kaiserstaat. Wien, den 21. März. Die „Presse" theilt Folgendes mit: Das Staatsminifterium hat dem Statthalter von Galizien um ein Gutachten über die Verhältnisse der Juden in Galizien ersucht und Umfrage gehalten, ob die Juden wirklich schon reif seien für eine Aufhebung der Besitzesbeschränkungin aus weiland Goluchowski's Zeiten, sowie überhaupt für eine bessere bürgerliche Stellung im Staate. Von der Statthalterei erging in Gemäßheit dessen noch im Jahre 1863 ein Auftrag an die Lemberger Polizeibehörde und das Bürgermeisteramt, über die Zustände der Juden genauer: Bericht zu erstatten. Das städtische Gemeinde-Amt kam nun dieser Aufforderung in einer Weise nach, wie dies bei den exclusiven Anschauungen des Lemberger Magistrates und Gemeinderathes nicht anders zu erwarten war. Dieser Bericht würde an geeigneter Stelle zurückgewiesen und an den Magistrat remittirt. Dagegen hat mm, wie die Ost-D. Post meldet, „die k. k. Polizei-Direction über erneuerten Antrag ein Memorandum hohen Orts vorgelegt, das dieser k. k. Behörde volle Ehre macht, und worin dieselbe den Juden in einem Maße gerecht wird, wie dies den liberalen, an einen Rechtsstaat gestellten Anforderungen aufs vollkommenste entspricht." Wien. Eine sehr anregende soldatische Scene fand Samstag Nachts im Cafe Daum statt. Sie wird von der „Ost-Deutschen Post" wie folgt erzählt: Der mit der Escorte der eroberten dänischen Kanonen hier eingetroffene, mit der großen goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Feldwebel svom Regiment Baron Martini befand sich gestern in dem genannten

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