Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1864)
- Date
- 1864-03-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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172 Militärbefreiung, die ausgesprochenste Anerkennung gefunden, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln der Verläumdung und Denuncirung, angefeindet und bekämpft. Die geistlichen Häupter der Wiener Neologie entblödeten sich nicht zu behaupten, daß in Preßburg mit der verliehenen Gnade ein Mißbrauch getrieben werde, und wurden die unehrenhaftesten Mittel nicht gespart, um die Jeschibah in den Augen der höchsten Behörden herabzusetzen. In den Denunciationen bei dem h. Ktiegs- und Finanzministerium verstiegen sie sich bis zur lügenhaften Verläumdung *), daß von den angeblich 400 jungen jüdischen Theologen, die sich während der Rekrutirungszeit in P. aufhielten, das ganze Jahr über nur 20 zu finden seien. Ein hocherhabener, frommer, katholischer Fürst gab ein großmüthiges Geschenk, anerkannte durch dasselbe mit der höchsten Pietät die Heiligkeit der jüdischen Lehre und des jüdischen Glaubens in ihren Jüngern und Trägern, nur die jüdischen geistlichen Vertreter der Residenzgemeinde haben es anders beschlossen: die Jünger der Thora müssen die Schiurstuben verlassen und in das Heer eingereiht werden; der die Thora vernichtende Schlag war längst beschlossen, er muß ausgeführt werden. Es ist dies ein trauriges Blatt der Geschichte und glaube ich nicht, daß dieselbe noch eines ähnlichen Inhaltes habe, wie das von den Heroen der Reform auf diese Weife beschriebene. Man denke sich die Jdeenafsociation, die sich dem Minister aufdrängen mußte: das positive Judenthum vor dem hohen Gerichtshof von den Häuptern der Gemeinde als eine Fiction dargestellt, diese Darstellung hundert und hundertmal von einer dienstfertigen besoldeten Presse wiederholt, und nun soll diese Fiction eines solchen Vorrechtes sich erfreuen, von dem sogar angeblich der größte Mißbrauch gemacht wird. Kann oas wahr sein, was mit konsequenter Heimtücke jahrelang von maßgebendster Seite «behauptet wird, so muß auch die, ungerechteste Anklage am Ende für wahr gehalten werden. Diese Agitation gegen die Preßburger Jeschiba war nun wieder ein Nachklang des würdigen Nachrufes für. den Chatam Sofer. — Herr Mannheimer und Konsorten wollen keine unglücklichen, geistesgelähmten Talmudjünger! Sie wollen aber Thorakenntniß überhaupt nicht, und deshalb ward ein Beth Hamidrasch, das sie der Preßburger Jeschiba als Nachfolgerin geben wollten, lkeirt, und wieder alle Hebel in Bewegung gesetzt, ihm das öffentliche Anerkennungsrecht von den hohen Staatsbehörden zu verschaffen; doch wem ist der Spruch 5?: nicht bekannt? Diese systematisch fortgesetzte Bekämpfung des positiven Judenthums, die sich bis zur völligen Verlöschung der Leuchte Jisraels ril-OL? bis zur Verläugnung seiner Existenz sogar hinangipfelte, ward in ihrem Zusammenhänge, in ihrer Bedeutung von seinen Bekennern selbst zu wenig beachtet. Nur ein Mann lebt in Wien, der, treu dem Glauben seiner Vater, Sprosse einer frommen Familie, einstiger Zögling und des unauslöschliche Verehrung für ihn im Herzen tragend, den tief angelegten Plan von Anfang an durchblickte, und dem Gott die Kraft und den Willen und die sociale Lebensstellung gab, ihm den Beruf und die Eignung verlieh, das in Oesterreich so bedrohete, so oft hart bedrängte positive Judenthum muthig und aufopfernd zu verteidigen und es aufrecht zu erhalten. Und dieser Mann ist, der wie eben darum kein Anderer so vielfach von den Neologen angefeindete Herr Ignatz Deutsch, k. k. Hofwechsler in Wien. (Schluß folgt.) Orthsd. - isr. Gibelanstalt. Durch Lehrer Weinstock in Schmalnau gesammelt 2 fl. 8 kr. Gesammtsumme 8527 fl. 37 kr. *) Die Beleae und Daten hierüber, geschöpft aus offiziellen Quellen, werden nächstens in einer abzufaffenden Denkschrift veröffentlicht werden. Gan jüdischer Jemennnd Pilgerwohnungen in Jerusalem. Durch Rabb. Neckarsulmer in Schneittach: bei der Hochzeit des Lehrers Halle mit B. Rosenthal gesammelt 8 fl. 18 kr., außerdem 1 fl. 42 kr. gesammelt, zus. 10 fl., abz. Porto 9 fl. 47 kr. — Durch D. Kissard in Amoeneburg (f. d. A. in Jerus. 5 fl.) Frau Babette Schwarzschild in Mainz (f. d. A. d. h. L. 2 fl.) — Durch Lehrer Sonn in Steinach (f. d. n. Syn. in Jerus. bei der Beschn. des Gab. Maier. gesammelt 3 fl. 39 kr., außerdem gesammelt 6 fl. 51 kr., zus. 10 fl. 30 kr.) Unternehmen zn Gunsten -er Falascha's. Aus der Taubergegend 10 fl. Gesammtsumme 36 fl. 15 kr.