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Der Israelit · 1864-03-30 · Heft 13 (30.3.1864) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 13 (30.3.1864)
Date
1864-03-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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189 Literarisches. Halberftadt, 24. Febr. Soeben lese ich die in Nr. 4 und 7 bezüglich der von mir in Nr. 1 angeregten Frage über Inhalt und Verfasser des in Tosefot Menachot 109 a. und Chulin 100 d. erwähnten Sefer 2'272 mitgetherlten Notizen der Herren A. Berliner von Arnswalde und S. Baer vonBiberich, und, um der weitern wissenschaftlichen Forschung über diesen Gegenstand, keinen nnzeitigen Damm setzen zu lassen, fühle ich mich zu folgenden Repliken veranlaßt. 1) Was den Namen des Buches betrifft, so hat Herr Berliner sehr richtig bemerkt, es heiße Sefer , wahrscheinlich weil es mit dem Bibelvsrs Jecheskel 33, 3 cip2 2X 222727 beginnt. Denn so nennt es R. Isaak Stein in seinem Notam. zu Semag S. 294 mit dem Anfügen, daß die Lesearl 22272 ohne Wav ein Jrrthum sei, weil Rokeach und Maharam von Rothenburg und Rosch Chulin Cap. 8 es Sefer 222721 nennen. Stein hätte noch hinzufügen können: '-iwx 22.12 zu Baba-Batra Fol. 82, Resp. Raben Fol. 11, "Q"a.-r pars Fol. 230 und Semag selbst Fol. 112 o. nennen es ebenfalls Sefer 222121, Autoritäten, vor welchen jeder Zweifel schwindet. 2) Daß das Buch halachischen Inhalts ist , bedarf keines andern Beweises, als der angeführten Citate. Daß es aber nur Halachot, nicht auch Agada und Midraschisches enthalte' wie Herr S. Baer meint, — das kann aus jenen Citaten nicht geschlossen werden. Beginnt ja auch Midrasch Tanchuma immerhin mit Halachot*), auch Midrasch-Rabba und Sohar entwickeln viele Halachot, enthalten aber dennoch größtentheils Agada. Auch Schmltot von Rab- Achai-Gaon und Halachot-Gedolot, die ältesten nachtalmudischen halachischen Werke, enthalten, ersteres nach den Wochenabschnitten geordnet, sehr viel Midraschisches. Recht wohl kann daher der in der Münchner Handschrift angeführte 2'2i2 w-NO, welchen Herr Berliner in Nr. 4 allegirt, mit Sefer 222721 identisch sein. 3) Wenn aber Herr S. Baer aus dem Umstande, daß die Halacha .->bp' xvi i'S2 rix xw'^ 122 -'O.-iLk s.-w 2212^ P^X2, welche die Tosefot Namens des ->'27.21 citiren, im Mnnhig als O'Zikn 5^22 '2XLO und im Tania als 'xn2v^ 22 '1^22 '2X2Q angeführt wird **), *) Welchen unsere Posekim (Gesetzeskraft beilegen. Eons. Tosefot Berachot 13 d.; Pesachim 105, wozu noch Legionen binzuzufügen. S. sN2 '22 MNV S. 16. Herr Baer hätte sich des Rachschlagens dieser seltenen Werke überheben können, wenn er den bekannten Poskim 2'2 kjON und ->7O, 2UX u. A. nachgelesen, welche ja sämmtlich die fragliche Stelle Namens 'X^72l2I 22 anführen; insbesondere macht. 2'2 darauf aufmerksam, daß das, was in 2D Namens 'X272V2 2-1 stehe, die Tosefot Menachot Namens 222727 itirten. concludirt: Sefer 222121 müsse 'X^i2l^5 2-, zum Verfaffer haben: so ist dies ein t,a!tn8 in pi odanäo. Selbst zugegeben, Natrunai wäre der Erste*), welcher diese Halacha ausgesprochen und besitze also das Prioritäsrecht, so könnte nichts destoweniger eine spätere Autorität, welche mit denselben oder ähnlichen Argumentationen diese Halacha entwickelte, wie z. B. der e. 150 Jahre nach Natrunai lebende R. Joseph Bonfils aus Narbonne 212 1^22, der auch wirklich nach inx Hilchot Nesias - Kapajim u. A. sich unumwunden ausspricht: n?2 XL" xi? in- 2^2^' ,.22, nach der Beweisführungs-Methode des Herrn S. Baer, ebenfalls Verfasser des Sefer ->'-121 sein. Denn in -.'2721 steht 1'22 XL" xv ->'22L' '22 Nlld 22.x führt diese Halacha Namens 2D '2 an — er^o muß dieser pn"'-, der Verfasser dieses Buches sein. Es spräche auch ein relevanter Umstand mehr für die Annahme, daß >'2"'-> Verfasser des Buches sei, als für die, daß es von 'xi'->^ herrühre. Bon Letzterem ist nicht bekannt, daß er viel geschrieben; wir haben von ihm nach den 2^1x12 '1222 in dem up72 '>12L' ^2 zu urtheilen, circa 50 Nesp. ganz kurz geiaßt, aber keine selbstständig mit Titel versehene Werke. R. Joseph Bonsils war aber ein sehr fruchtbarer taliundischer und bibl. Schriftsteller, wie namentlich aus Tosefot Chulin 47 a., 79 a.: Pesachim 30, 117 b.; Gittin 85 d.; Menachot 34 ir; Nasir 59 a. und aus Raschi Chulin L14 d.; Kesubat 14 a. **); ferner Rapop. Vorr. zu Tesch. Geoniin Kadmonim zu entnehmen ist. Wendet man ein, überall wo die Tosefot Werke citiren, fügen sie auch den Namen des Verfassers hinzu, was aber an beiden Stellen, wo Tosefot des Sefer -"212erwähnen, nicht der Fall ist, — denselben Einwand kann man auch gegen die Annahme, Natrunai fei der Verfasser, geltend machen. Denn wo Tosefot dessen Halachot zitiren, nennen sie auch seinen Namen, conf. Pesachim 100 d. — Doch aä rom. 4) Meines Erachtens wird Natrunai um so weniger die Vaterschaft* der Halacha XL" x^ ->'!22w >22 i'22 in Anspruch nehmen, als sein weit berühmterer Lehrer Rab-Achai Mischabcha, der Verfasser der Scheeltot sie zuerst ausgesprochen! Conf. Tosefot Sota 39 a.: 2p'i 2^22 'X2X ^-2 n'ni-x^2 1'S2 XL" x> 12-1 2'22^ s.22 22p. Ebenso citiren diese Halacha in dessen Namen "2^.2 im 15. Perek von Hilchot Tefilla, und an beiden Stellen findet man keine Erwähnung des Natrunai. *) Was aber keineswegs der Fall ist, wie weiter unten nachgewiesen wird. **) Asulai sagt von pll"'2 ganz kurz O'222N 2'22 2'2122 222, irret aber darin sehr 2 "22, daß er ihn einen Zeitgenossen Raschi's nennt. Aus den obenstebenden Citaten geht deutlich hervor, daß er vor Raschi gelebt. Ein gleichnamiger P2"'2 war Raschi's Schüler. S. m. 2222X 2'22 S. 33.

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