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Der Israelit · 1864-03-23 · Heft 12 (23.3.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 12 (23.3.1864)
Date
1864-03-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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160 men und im Aufträge der ganzen hiesigen jüdischen Gemeinde gesprochen, darüber ist noch Nichts bekannt geworden. —" Dieser erhielt aber jetzt endlich folgende kräftige Entgegnung in der von Herrn vr. Map (einem Juden) redigirten und hier in Altona erscheinenden Schleswig - Holsteinischen Zeitung: „Wir haben von jeher jene Bornirtheit, welche die Reste trauriger Vorurtheile eines finstern Zeitalters pflegend, konfessionelle Unterscheidungen auf das politische Gebiet überführt, fiir ein Zeichen einer Bildungsstufe gehalten, mit welcher nicht wohl zu disputiren ist. Wir werden uns deßhalb auch nicht erst der Mühe unterziehen, dem Correspondenten der „Jtzehoer Nachrichten" begreiflich machen zu wollen, daß seine dreiste durch keine einzige Thalsache bewiesene Beschuldigung gegen die Altonaer „Judenschait d. h. gegen eineGesammtheit von so und soviel tausend Seelen" — etwas Schlimmeres als eine Dummheit ist. Aber dem „geehrten Blatte", welches seine Beschuldigung so ohne Weiteres ausgenommen, wollen wir doch bemerken erstens, daß cs nicht wahr ist, „daß man eine Adresse nicht habe zu Stande bringen können"; denn die betreffende Adresse ist bereits vor ziemlich acht Tagen in die Oeffentlichkeit gelangt, und zweitens, daß es für ein der liberalen Entwickelung dienen wollendes Blatt doch etwas Unwürdiges ist, gegen eine gelammte zahlreiche Körperschaft so kränkende Beschuldigungen aufzunehmen, für welche nicht der geringste Beweis dafür erbracht ist. Noch dazu gegen eine Körperschaft, gegen welche Viele aus Mangel an Einsicht und Bildung ohnedies nur zu sehr geneigt sind , alles Gehässige rasch auszunehmen. Bei den Manen Lessing's, das heißt der Sache der Aufklärung und des Fortschritts schlecht dienen! — Diese Zeilen wollen übrigens dessen gar nicht Hehl haben, daß sie von Jemand herrühren, der selber zur „Judenschaft" zählt und sich um so bitterer gekränkt fühlt, als er sich bewußt ist, der Sache Schleswig-Holsteins in langen Jahren so treu wie Einer gedient zu haben, andauernder, vielleicht auch hingebender, als der Korrespondent der „Jtzehoer Nachrichten Hoffen wir, daß hierdurch dieser unerquickliche, der schleswig-holsteinischen Sache keinesweges nutzbringende Federstreit sein Ende erreicht hat. —!.-ppo '.nr> bx P. A. Altona, im März. Die Mädchenschule der hiesigen Jsraeliten-Gemeinde zeigt für unsere Landessackie eine Theilnahme, die allgemeine Anerkennung verdient. So wie die Nachricht von dem ersten Zusammenstoß der Truppen hier angekommen war, wurde während der, für den Unterricht in weiblichen Handarbeiten bestimmten Stunden in allen Claffen ausschließlich nur Char-pie bereitet. Nachdem eine beträchtliche Quantität hiervon an das betreffende ^Comittz abgeliefert worden war, find die Schülerinnen jetzt damit beschäftigt, zu einer „Verlosung für verwundete Krieger" eine Menge Stickereien und Häkelarbeiten anzufertigen; die Kosten des dazu erforderlichen Materials werden theils von den Vorsteherinnen des Instituts, theils von den Lehrerinnen und Schülerinnen bestritten. Auch fließen zu diesem Zwecke freiwillige Gaben aus allen Volksklaffen, ohne Unterschied der Confession, Industrie - Gegenständen und andern werthvollen Geschenken reichlich zu. Eine Ausstellung der zur Verlosung bestimmten Gegenstände findet in etwa 14 Tagen im Schullocale statt und sind ckato bis 1300 Loose ä 4 Sch. abgesetzt. Zu gedachtem Zwecke fand auch von dem Israel. Bildungsverein (dessen Zweck, Burschen und Lehrlinge in ihrer weiteren Ausbildung zu för- "dern) eineAbendunterhaltung statt,die Bruttoeinnahme ist für die verwundeten Krieger deralliirten Armeen bestimmt. Nicht mindere Anerkennung verdient die edle Bemühung vieler Gemeindemitglieder, die sich verpflichteten, eine bestimmte Summe beizusteuern, um mehrere verwundete Kämpfer im israel. Krankenhause aufnehmen zu können. — Herr Marburg von hier und Herr Heine in Hamburg wie noch sehr viele Juden zeichneten sehr namhafte Summen für die Unterstützung der Verwundeten. — .LO 2'2Q!^ '22 Wie ich aus sicherer Quelle vernehme, wird die Wahl eines Klausners für die in der Klaus in Hamburg so lange vakante Stelle bis auf Weiteres einen längeren Aufschub erleiden, und zwar aus dem Grunde, weil die Zinsen des in dänischen Staatspapieren belegten Kapitals gedachter Klaus unter den jetzigen Verhältnissen nicht ausgezahlt werden. Demnach hätte die Unentschlossenheit der 2'ri'2L'v bei der sehr wichtigen und folgenreichen Besetzung dieser Vacanz einen allgemein zu billigenden Grund gefunden. P. A. (Hierbei eine Beilagen Lerantwortliche viedaktivii: vr. Lehmauu. — Lcrlaz der Lc Roux'fchcn Hofbuchhandlung. — Tampfschncüpre'scndru^ von I. SottSlcben in Main-.

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