Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1864)
- Date
- 1864-03-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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159 schüft waren sichtbar erfreut, daß sie, obgleich von sehr geringer Anzahl (die Gemeinde besteht nur aus 15 Familien), das Glück hatten, ein Gotteshaus sich bauen zu können. Die Freude würde, nach dem Ausspruche der Mitglieder, genußreicher gewesen sein, wenn, wie beabsichtigt worden war, ein orthodoxer Rabbiner die Einweihung vorgenommen hätte. Der Wille der Gemeinde stieß durch die Einsprache des Rabbiners Landsberg auf Hindernisse, und bis heute ist von der höchsten Stelle noch keine Entscheidung eingelausen. *) Die Meinungen der Mitglieder waren deßhalb getheilt, ob man die höchste Entscheidung abwarten, oder ob die Eröffnung durch den allgemein geachteten, talmudisch gebildeten Rabbi Herrn Sulzbach geschehen solle. Doch die nach Verwirklichung des Satzes: „'ririQw r>'2 ich freue mich, wenn man zu mir spricht: wir wollen in ein Gotteshaus gehen" trachtende Sehnsucht siegte und so wurde denn unser Gotteshaus unter Gottes Beistand und Hilfe mit Gebet und Vortrag durch Herrn Sulzbach eröffnet. In seinem Gebet dankte er Gott, daß die Gemeinde das Glück habe, statt in einer beschränkten Kammer nun in einem Gotteshause sich versammeln zu können. In überzeugender Weise stellte er die Gründe der Trennung dar und schloß mit den kräftigen Worten, welche aus dem Wochenabschnitt Vripv basirten: festzuhalten an unserer alten jüdischen Religion; er erläuterte in geordneter Rede, daß unsere ganze Religion und somit unsere jüdische Eriftenz auf dem 2. Satze des Wochenabschnittes beruhe: 'p'ÜL'r! QV21 TOi-idO 2'Q'NVN NN' .-17.^2 '2 .N^p.-I V2 PNILl O2Y N'.->, unser Innerstes durch freudige Regungen bewegt. Wenn alle Mitglieder zum Bau der Synagoge das Ihrige beitrugen, so gebührt doch besonders dem Vorstande und dem Leiter des Synagogenbaues, Herrn Jonas Meyer, öffentliche Anerkennung; indem er mit vielen Aufopferungen den schönen Bau zum Ziele führte. ....l. Mainz, den 16. März. Der den Kompert'- schen Preßproceß betreffenden Erklärung, welche bereits 152 Unterschriften zählt, haben sich noch folgende Herren Rabbinen angeschlossen: Herzfeld, Moritz, Rabbiner in Szilhas-Balhas. (Noitein, Elias, Rabbiner in Högyes. Daenger, Jonas, Rabbiner in Buttenwiesen (Bayern). Altona, im März. Die Jtzehoer Nachrichten, eines der verbreitetsten Organe Schleswig-Holsteins, brachte vor längerer Zeit einen von Jndenfeindlichkeit strotzenden Artikel, aus dem wir nur folgenden Satz hervorheben: „Eigentliche Dänenfrcunde gibt es aber nur un- „ter unserer Judenschaft. Es läßt sich aber nur „schwer begreifen, warum unsre Juden es sich un- „teruns nicht aus erwählten Deutschen sowohl „sein lassen, und warum sie nicht zu den Dänen „übersiedeln und ihre Auserwähltheit mit ihnen in „vollen Zügen schlürfen." Trotzdem nun vor Kurzem von hjer aus eine Deputation der jüdischen Gemeinde eine von vielen Mitgliedern unterschriebene Ergebenheits-Adresse Sr. Hoheit dem Herzog Friedrich VIII. überreicht, ließ obiges Blatt sich in seinen Angriffen nicht irre machen „sechs Tage sollt ihr arbeiten, den siebenten Tag sollt! ihr heilig halten, einen Sabbat des Herrn; wer an ' demselben arbeitet, der soll sterben," und erwähnte schließlich, daß die vollständige Weihe des Hauses durch den von der Gemeinde allgemein gewünschten Rabbinen geschehe, sobald die höhere Genehmigung ertheilt sein würde. Die schönen kräftigen Worte des Herrn Sulzbach wurden von allen an der Gemeinde bethei-! ligten und nicht beteiligten Zuhörern, deren Letztere in großer Anzahl bei der Eröffnung vertreten waren, einstimmig mit Wohlgefallen anerkannt. Die Synagoge ist sehr freundlich bei deren Anblick wird *) Die Entscheidung ist am 16. d. M. erfirlgt und er chien bereits in Folge dessen am. 20. eine Deputation beim Herausgeber d. Bl. ihn zu der am 26. stattbabenden offiziellen Einweihung einzulaven. — Red. und brachte ausis Neue folgenden Artikel: „Die Judenschaft ist durch die Bemerkungen über ihre dänischen Sympathieen doch etwas in Aufregung versetzt, vielleicht auch nun zum Nachdenken verleitet worden. Es wurde viel gesprochen von einer Ergebenheits-Adresse an den Herzog Friedrich VIH., die mit den hervorragendsten israel. Namen unterzeichnet werden sollte und durch welche man den Vorwurf der Dänenfreundschaft von sich abweisen wollte; aber es scheint jetzt, als ob man eine solche Adresse nicht habe zu Stande bringen können, und so hat man denn nur erfahren, daß eine Deputation von vier hiesigen Inden, unter welchen sich die Herren S. Goldschmidt und Or. Cohn befanden, dem Herzoge in Kiel ihre Ergebenheit versichert haben. Ob aber die Herren im Na-