Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1864-03-16 · Heft 11 (16.3.1864) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 11 (16.3.1864)
Date
1864-03-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2447141-2447153--02504-2457843
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

In der verächtlichsten, wahrhaft heimtückischen Weise wird w Mein Artikel gedroht, vorkonimenden Fästes (was Gott verhüten möge) dem Mnen oder dem Andern der Unterzeichneten österr. Rabbinen jede mildchätige Unterstützung, die man seither in Wim zu finden gewohnt war, ohne Weiteres zu versagen. Damit haben wir nun die „Neuzeit" von einer neuen Seite kennen gelernt, und es wird uns nun nicht überraschen, wmn wir in ihren nächsten Blättern einen Ättfruf an die reichen Israeliten in Wien des Inhalts finden werhen: Diese mögen, wmn sie einem hilfsbedürftigen Glaubensgenossen ein Almosen spenden, ihn vorerst fragen, ob er ein orthodoxes und reformirtes Judenthum unterscheide, und ob er an die Ankunft eines persönlichen Messias glaube. — Nur müßte die „Neuzeit" eingedenk ihrer dreisten Lüge von der völligen Unkenntniß des deutschen Lesens und Schreibens bei einigen der 12L Unterzeichneten, diesen Artikel noch vorher ins Hebräische übersetzen lassen! — Nachdem, der Red.: G. s. D., daß die Herren Unterzeichner nicht von der Milde und dem Almosen dieser Helden der Wiener Neuzeit abhängig sind! Aber auch den Gemeinden und deren Mitgliedern will die „Neuzeit" jede Unterstützung zu Synagogenbauten rc. von Wien aus versagt wissen! Es tritt dabei die Absicht zu Tage, die kleineren Gemeinden gegen ihre Rabbinen aufzuhetzen. Mit solchen Mitteln kämpfen diese charakterlosen Menschen einen Principienkampf! — Uebrigens ist die „Neuzeit" höchst ungefährlich; wie uns von Wien berichtet wird, ist dieselbe in Wien selbst fast unbekannt und sendet auch in die Provinzen nur wenige Nummern; ihr kärgliches Dasein fristet sie lediglich durch Almosen, die sie als Zahlung für Lügen und Verleumdungen erhält. Bei so bewandten Umständen liegt es nahe, daß Bettler mit Versagung von Almosen drohen svm ^2 irrrvi« 'u r>«; aber weder die Unterzeichneten Herren Rabbinen noch deren Gemeinden werden dadurch betroffen werden! Aus Auttgbuuzlau bmiA der „Bol." folgende Mittheilung: „Vor einiger Zeit geschah es, daß bei einer in der Jungbunzlauer Dechanteikrrche vorgenommenen Taufe eine Israelitin als Pathin funirte, ohne daß der den Taufact vornehmeiche Priester avon Kennilniß Haste. Näch^M der strMche Act nach katholischem Ritus beendet war, schrieb ße auch ihrm Namm in die Taufmatrikel ein. Wie wir vernehmen, ist deßhalb jetzt gegen dieselbe eine strafgerichtliche Untersuchung im Gange." Feuilleton. R. Simsn treu HaLephtha.^) Von /R. R. Simon den Halephtha war ein Mann, der auch mit den kleinsten und mühsamsten Dingen sich gern beschäftigte, dem Grund von Allem gern nachspürte, und dem auch die Aussprüche der bewährtesten Männer sich erst durch eigene Anschauung und Prüfung bewähren sollten. So hatte ein Schriftgelehrter den Ausspruch gethan, daß ein Huhn, dem die Federn genommen, nicht mehr zu den brauchbaren gezählt werden dürfe. Da nahm R. Simon ein solches, setzte es in einen warmen Ofen und bedeckte es dazu noch mit der dichten Schürze der Kupferschmiede und siehe, nach einiger Zeit wuchsen dem Huhn die Federn wieder und zwar kräftiger und schöner als vorher. In unseres Simons Garten stand ein Baum mit hohlem Stamme. Da sah er eines Tages emen Wiedehopf sich ein Nest in den Stamm bauen. „Wer hat dich aufgefordert, Vogel! ' rief Simott, „dein schmutziges Nest in diesem Garten zu bauen?" — Er ging und räumte das Nest weg. - Der Vogel indeß baute es wieder auf's neue. „Ich will doch sehen," sagte Simon, „wer von uns beiden es ausführt." Er holte ein Brett, brachte es vor die Oeffmmg an und befestigte es durch ein Nägelein. Da flog der Wiedehopf davon, kam wieder und brachte ein Krauts lein und legte es auf das Nägelchen und bald war dasselbe vom Roste durchforsten und fiel sammt dem Brette herunter. „Ich chue wohl bester daran," sagte Simon jetzt, „das seltsame Kräutlein zu verbergen; sonst möchten die Diebe es dem Vogel ablernen, und 1) S. Ehutin 57, 8. — Lrubin 88. — SaHedrin ÜS. — Jalkur Jjob L. öS. - Jalkut tehll. Ps. 104.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.