Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1864)
- Date
- 1864-03-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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142 ken, daß Gott es ist, der es dir gespendet hat, sollst bedenken, daß alle übrigen Geschöpfe deines Gottes Anspruch haben auf deine Schonung, deine Liebe, auf einen Antheil an all dem Guten, das Gott dir so reichlich gespendet (ODlin nv; triW du dann ein in den Besitz des Gottgegebenen, so sollst du es weihen, indem du den Zehnten dem Leviten, der keinen Antheil erhalten hat am Boden, Therummah und Challah dem Kohen spendest, und ist dein Brod gebacken und zum Genüsse bereit, auch dann noch sollst du vor dem Geuuffe den Segensspruch sprechen und nach dem Genüsse deinem Gotte für die Sättigung danken. So soll Israel das Körperliche und Sinnliche vergeistigen — „wenn nun Israel verschwinden sollte, wie könnte das Alles bestehen?" — Dieses Verhältniß der Gottinnigkeit. des engsten Zusammenhanges, in den die Welt, selbst die Körperwelt durch Israel zu Gott tritt, ist eine Ausstrahlung des die Welt erhellenden Geisteslichtes, der heiligen Gotteslehre. Dereinst werden alle Völker nicht mehr die Augen verschließen vor diesem Lichte, von dem die Himmelslichter, die Sonne und der Mond, nur ein schwacher Abglanz sind; dann werden die Israeliten die leuchtenden Sterne am Firmamente des Weltalls sein O'H-' 'p'iLQi „und die, so die Menge zur Tugend führen, werden leuchten wie die Sterne für die Ewigkeit". Wenn Israels Licht ausgelöscht werden sollte, wozu wären die großen Himmelslichter und die Gestirne noch nütze? — Zwar sollte die Welt , zwar sollte die Menschheit stets zu Gott hinanstreben; allein der Trieb zum Bösen ist gar mächtig im Menschen und bringt leider nur zu viel der Sünde und des Abfalls hervor. Was sollte aus der abgefallenen, sündigen Welt, die Gottes erhabenen Zwecken entgegenstrebt, werden? Hätte sie nicht Vernichtung verdient? Da aber lehrt uns die Religion Israels die Begriffe der Sühne, der Versöhnung, Begriffe, die durch das Opfer dargestellt werden. Bringe ein Opfer, ruft die Thora dem Sünder zu, und zeige dadurch thatsächlich deine Reue, deine Buße, deine Besserung, und siehe, Gott neigt sich dir huldvoll zu, sühnt deine Schuld, gewährt dir Gnade und Bergebung. „Soll mit-dem Verschwinden Israels der Welt die Versöhnung verloren gehen?" m. Das Meisterstück, das vollkommenste Werk der Schöpfung ist der Mensch. Sein aufrechter Gang, sein vorwärts gerichteter Blick, seine kunstfertige Hand, die Harmonie seiner gleichmäßig befähigten Sinne, das Alles schon erhebt ihn über die anderen Geschöpfe; zum Könige und Herrn der übrigen Wesen aber macht ihn der Geist, den Gott ihm eingehaucht, die Denkkraft, die in feinem Hirne wohnt, die sein Auge erleuchtet, die seinem Munde die Fähigkeit der Mittheilung, die Sprache verleiht. Doch noch höher als durch die Thätigkeit des Verstandes steht der Mensch durch seine sittliche Befähigung. Zu wißen, daß es uns möglich ist, die Wahrheit zu erkennen, ist beglückend, sie wirklich zu erkennen, ist erhebend, aber der erkannten Wahrheit gemäß zu handeln und danach zu leben, das ist der Inbegriff der Menschenwürde. Indem Gott > den Israeliten die Thora gegeben hat, die da die > Wahrheit selber ist, hat er ihnen ein würdiges Object! der Forschung verliehen und sie gehoben auf die höchste geistige Höhe; dadurch aber, daß diese Religion vorzugsweise eine Religion der That ist, eine Religion, die den menschlichen Willen in die rechten Bahnen lnnkt, alle unsere Thaten ordnet und regelt, all unser Denken und Fühlen zu Thaten, zu Gottgebotenen und Gott wohlgefälligen Thaten sich entwickeln läßt, dadurch wird es dem Israeliten möglich, der Menschenentwickelung Gipfel zu erreichen, ein vollendeter, ein vollkommener Mensch zu sein. „Ihr seid meine Heerde, die Heerde meiner Weide, Menschen seid ihr." „„Vernichte denn erst die ganze Menschheit, ehe du die wahrhaften Menschen, die Israeliten, dem Verderben preisgibst."" — Als Gott in sechs Tagen Sein Schöpfungswerk vollendet hatte, da ward am siebenten Tage die Ruhe der Schöpfung Krone; und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn. Unsere Weisen erzählen, daß der Sabbat sich bei Gott ob seiner Vereinsamung beklagt habe. „Während jedem der Wochentage ein anderer zur Seite steht, der ihn ergänzt — dem ersten Tage, an dem das Licht erschaffen worden, der vierte, an dem die Träger des Lichts, Sonne, Mond und Sterne erstanden, dem zweiten, an welchem die Gewässer sich schieden, der fünfte, an dem die Thiere im Wasser erstanden, dein dritten, an welchem das Trockene sichtbar wurde, der sechste, an dem die Landthiere und der Mensch, die auf dem Trockenen leben, erschaffen wurden, — nur ich, der Tag, den Du geheiligt hast, stehe allein." Da sprach Gott: dereinst soll Israel dich ergänzen, denn also heißt es: (2. B. M. C. 31. B. 16 u. 17) Und es sollen beobachten die Kinder Israel den Sabbat, zu halten den Sabbat für ihre Geschlechter als einen ewigen Bund; zwischen mir und den Kindern Israel ist er ein Zeichen für die Ewigkeit, daß Gott in sechs Tagen Himmel und Erde erschaffen, am siebenten Tage aber geruht und sein Ziel erreicht hat. — Der Sabbat ist der Tag der Vollendung, der Ruhe, der Sammlung; Gott hat diesen Tag > geheiligt und gesegnet, auf daß Israel an ihm durch die Ruhe von jeglicher Arbeit Zeugniß von der! Schöpfung der Welt durch Gott ablege. Es zieht sich! an diesem heiligen Tage der Israelit zurück von den j Geschäften des Alltagsverkehrs, um nur seinem Gotte , und sich zu leben. Das ist ein Vorschmack himmlischer I Seligkeit, eine Vorahnung von dem rw.