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Der Israelit · 1864-03-09 · Heft 10 (9.3.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 10 (9.3.1864)
Date
1864-03-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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132 zelne, durch die Ausdehnung der Bestimmungen im ersten Absatz des Art. 18 vom Volksschulgesetz auf die israelitische Bevölkerung überbürdete Gemeinden zur Bestreitung der bezeichneten Ausgaben eingebrachtes Ansinnen auf den Grund des Nachweises von dem Bedürfnisse, zu verwilligen. Diesen Beschlüssen ist von der jenseitigen Kammer der Beitritt versagt worden. Die Kommissionsmehrheit beantragt nunmehr, die angeführten Beschlüsse in einer besonder« Adresse der k. Regierung mitzutheilen. Wird genehmigt. Palästina. Aus Jerusalem. Es ist bekannt, mit welcher krassen Rücksichtslosigkeit auch Frankreichs Gelehrte und Alterthumsforscher zu Werke gehen, wo es gilt, die Gloire französischer Wissenschaft zu befördern, und wie ihnen da selbst das Heiligste und Ehrwürdigste, was ein Volk sein nennt, nicht die geringste Achtung einflößt, und keine Schonung von ihnen zu gewärtigen hat. Das Folgende wird einen neuen Beweis hiezu geben. De Saulci aus Paris traf am Anfänge dieses Jahres im heil Lande ein, um daselbst nach archäologischen Schätzen zu spüren. Dafür, daß man ihm keinen, wie immer gearteten, Fund vorenthalten, und in keinem Falle ein Hinderniß in den Weg legen dürfe, war gesorgt, indem er eine dahin lautende schriftliche Vollmacht des türkischen Kabinets besaß. In Jerusalem angekommen, suchte er durch die Vornahme verschiedener Terrainmessungen den genauen Umfang und die Lage der Stadt zur Zeit des zweiten Tempels festzustellen. Er machte sodann an verschiedenen Orten im Lande mehr oder weniger erfolgreiche Ausgrabungsversuche, und legte unter Anderem dadurch ein glänzendes Zcugniß französischer Gründlichkeit ab, indem er auf dem Berge Nebo die Reste der von Mosche zerbrochenen Gesetzestafeln zu finden vermeinte. Nach Jerusalem zurückgekehrt, setzte er nun weitläufige Ausgrabungen in den in der Nähe der Stadt befindlichen sogenannten „Gräber der Könige" ins Werk. Nachdem der verschüttete Eingang zu diesen Grüften freigemacht wurde, kamen sechs aus einem Stück gehauene Marmorstufen zum Vorschein, die hinunter führten, und nach weiterer Grabung fanden sich im Innern 4 Marmorsärge von solcher Größe und Schwere, daß mehrere starke Männer nicht einmal die Decke derselben aufzuheben im Stande waren. Auf einem der Särge zeigten sich deutliche Spuren einer hebräischen Inschrift, die aber trotz aller Mühe nicht entziffert werden konnte. Immer aufs Neue wurde die Gruft nach allen Richtungen hin durchwühlt und sowohl die in dieser Weise ausgegrabenen als auch die in den Särgen vorhandenen Ueberreste menschlicher Gerippe wurden aus der Höhle herausgescharrt und saus kuxon auf die Seite geschmissen. Die Särge wurden sofort nach Jaffa transportirt. Als sich die Nachricht dieser Grnberplünderung und Leichenschändung unter den jüdischen Bewohnern Jerusalems verbreitete, wurden von den angesehensten und einflußreichsten Männern derselben alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, um die Absicht des Franzosen zu hintertreiben; allein die Lauigkeit und Trägheit der türkischen Beamten und die schreckliche Mangelhaftigkeit der dortigen Verkehrsanstalten gewährten dem Unternehmen des Leichenschänders Frist und Vorschub. Denn als endlich nach wochen-langem Harren die kaiserliche Ordre aus Konstantinopel in Jerusalem anlangte: „Der dortige Pascha solle niemanoen ohne der besondern Erlaubniß der Rabbiner zu Jerusalem gestatten, Nachgrabungen in den betreffenden Grüften vorzunehmen", da war der Franzose mit seinem Raube schon längst aus hoher See, und seine Plünderung heiliger Gräber ein tait avvowpli. (Halebanan.) Jerusalem, im Januar. Folgenden Brief hat der k. k. österr. Generalconsul an das hiesige Comitä des Bauunternehmens gerichtet: „Jerusalem, 7. Oct. 1863. Geehrte Herren des Sammlungs-Comite's für den Bau isr. Armen- und Pilgerhäuser in Zion! Aus meiner Heimath von einer Urlaubsreise rückgekehrt, besuchte ich vor einigen Tagen die Baustätte, und war über die schönen Fortschritte während meiner Abwesenheit erfreut. Der so nöthige große Thoremgang mit Portal und Stützpfeilern zu neuem Anbau ist recht solid ausgeführt. Die Wohnungen könnten schon seit einem Monate bezogen werden, und es wäre jammerschade, dieselben so unbenützt stehen zu lassen Die Terasse muß nun allsogleich mit der so unumgänglich nothwendigen Auspflasterung in Angriff genommen werden, sonst würde die Regenzeit großen Schaden anrichten. Hiezu zeigte sich die Aufnahme von beiläufig 10,000 Piastern unumgänglich nothwendig. Im Hinblick auf diese dringende Ausgabe war ich selbst ohne Zögern einverstanden, daß jene Summe u. z. vom 1. October an, an welchem Tage ich den Bau in Augenschein nahm, gegen die allermäßigsten hier landesüblichen Zinsen zu 12 o/g auf 4 Monate ausgenommen werde, was hiemit zu dem Zwecke mitgetheilt wird, um die Hierhersendung disponibler Summen zu beschleunigen. — Achtungsvollst, gez. Lenkk, kais. österr. Generalconsul. (Hierbei eine Beilage.) verantwortlich, Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Dampfschnellpresscndruck von I. Volksleben in Mainz

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