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Der Israelit · 1864-03-02 · Heft 9 (2.3.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 9 (2.3.1864)
Date
1864-03-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. S des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, den 28. Februar, Der den Kompert'- schen Preßproceß betreffenden Erklärung, welche bereits 121 Unterschriften zählt, haben sich noch folgende Herren Rabbinen angeschloffen: Bamberger, Jakob, Kreisrabbiner zu Worms. DreyfuH, Emanuel, Bezirksrabbiner zu Sulzburg im Großh. Baden. Fromm, Seligmann, Rabbiner zu Bad Homburg. Löwenfteirr, I., Bez.-Rabb. zu Bischofsheim a. T. Picard, E., Rabbiner zu Randegg im Großh. Baden. Skrrlsch, I. P., Distr.-Rabbiner in Tr euchtli ritz en, Bayern. Wetzlar, M., Kreisrabbiner zu Gudensberg, Kurf. Hessen. Wiirzburg. (Die Würzburger Hochschule sJeschibahj.) (Schluß.) Zuerst wollen wir hervorheben, daß das religiöse Oberhaupt der hiesigen Gemeinde sich durch außerordentliche auf echte Religiosität gegründete Humanität auszeichnet, und dieselbe auf jede Weise, durch Rath und That beweist. Freundlich empfängt er den Bedrängten, flößt ihm Muth ein, stärkt ihn, und getröstet kehrt jener zurück. Derjenige, der sich in einer verzweifelten Lage befindet, sucht diesen hochwürdigen Mann auf, um Hilfe zu suchen, die ihm auch ganz oder wenigstens zum Theil gewährt wird. Was nun die Ausübung seines öffentlichen Berufes betrifft, so widmet er sich demselben mit bewunderungswürdiger Gewissenhaftigkeit. Dabei liegt er fortwährend dem Studium unserer heiligen Bücher ob. Täglich trägt derselbe drei Stunden lang halachische und talmudische Vorlesungen vor einem Jüngerkreis vor, der jetzt dreißig Personen zählt, die, aus den verschiedensten Theilen Deutschlands, aus England, Holland und Ungarn, ihre Heimath verließen, um die vortreffliche Lehre des geistreichen Mannes zu vernehmen. Seine Vorträge sind in der i That das sprechendste Zeugniß eines großen Geistes, und zeichnen sich eben so sehr durch ihre Gelehrsam- , -keit, Tiefe und Gründlichkeit, als durch Deutlichkeit und Klarheit aus. Ein außergewöhnliches rux'pz wird von Seite des Lehrers bei den Vorträgen gezeigt. Nur derjenige, welcher eine gute Vorschule besucht hat und gut vorbereitet ist, ist im Stande, diese Kollegien mit Vortheil zu hören. Der Jüngling wird durch die geistreichen Worte des Lehrers belebt, begeistert und durch neue Erklärung belehrt. Unter den Schülern, denen es um Wahrheit zu thun ist, finden wegen einer Halacha oder sonst einer Erklärung Diskussionen statt, die der verehrte Lehrer mit wenigen, aber triftigen und bündigen Worten entscheidet und so die Streitenden befriedigt. Der Zweck der Hochschule, vor Allem das Talmudstudium zu fördern, ward aber auch bisher in wirklich hervorragender Weise erreicht, und die darauf verwendete Mühe brachte die edelsten Früchte hervor. Gelehrte Männer gingen schon aus dieser Schule hervor, die in dem Geiste ihres Lehrers wirken und zahlreichen Gemeinden vorstehen. Aber nicht allein in geistiger Beziehung bietet dieser Rabbiner alle seine Mittel auf, um die Hochschule auf der Höhe des gelehrten Wissens zu erhalten, auf daß die Jeschibah ihres Namens würdig sich zeige, sondern auch an materiellen Opfern läßt er es nicht fehlen, setzt hie Unbemittelten in den Stand, daß sie anständig leben können, und ist überhaupt für das Wohl seiner Schüler besorgt, wie ein Vater um seine Kinder. Auch durch die bestehenden Vereine, die für die Hochschule gegründet wurden, wird den Jünglingen das Studium sehr erleichtert. Am 15. Schebat d. I. feierte der Dibuk-Chaberim-Verein seinen 37jährigen Bestand. Dieser Verein hat ganz besonders die Aufgabe den Schülern des hiesigen Rabbiners in jeder Beziehung behilflich zu sein. Der Kranke erhält alle Mittel unentgeltlich aus der Vereinskasse, Arzt, Medizin und Kost frei, und außerdem müssen ihn seine Mitschüler noch bedienen. Auch wird jährlich an unbemittelte Mitglieder Geld vertheilt, was oft nicht unbeträchtlich ist. So wurden im jüngstverflossenen Jahre fast 100 Gulden vertheilt. Das Wirken dieses Vereins war, Dank seinen edlen Gründern, bisher außerordentlich segensreich. (Manche dieser Gründer wirken noch jetzt sehr rüstig in ihren Gemeinden,

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