Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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120 wie D. Weis köpf, Districts-Rabbiner in Wallerstein, M. Wetzlar, Kreis-Rabbiner in Gudensberg, I. Löwenstein, Bezirks-Rabbiner in Bischofsheim a. d. T. Wir haben ihrer innig an der jüngsten Generalversammlung, welche am Grüdungstag stattfand, gedacht und auf sie ein freudiges Lebehoch ausgebracht.) Ein anderer Verein, Ez-Chajim genannt, welcher schon zehn Jahre besteht, hat ebenfalls den Zweck, die Schüler dieser Hochschule zu unterstützen. Beim Beginn des Winters werden fast 100 Gulden für Holz und einige Monate später fast ebensoviel Geld vertheilt, damit der Lernende den Winter hindurch in seinem Studium nicht gehindert ist; daß derjenige, der Mangel an Büchern hat, nicht dadurch vom Studium zurückgehalten wird, dem ist seit einem Jahre ' durch den Verein Lekach-Tob abgeholfen worden, der sich zur besonderen Aufgabe gestellt hat, viele jüdische Bücher anzuschaffen, — die Zahl derselben ist jetzt schon bedeutend — um sie den Mitgliedern zu leihen. Die drei Vereine haben auch viele außerordentliche Mitglieder, welche dieselbe unterstützen und keinen Nutzen beansprechen können. Auch die Stadt Würzburg selbst leistet für dieselben sehr Vieles. Mit solchen Mitteln nun ist die Hochschule Würzburg ausgestattet. Wir können daher entschieden behaupten, daß sie sowohl in geistiger wie materieller Hinsicht heroorragt, ja, daß sie durch ihre Vorzüge einzig in Deutschland dasteht. Auch sind die anwesenden Candidaten in den allgemeinen Wissenschaften sehr thätig, und einige derselben besuchen zugleich die hiesige Universität mit großem Nutzen. Das ist ungefähr der Standpunkt der hiesigen Jeschibah, und jede gegentheilige Berichterstattung, wie wir jüngst von einer solchen einmal vernommen, beruht nur auf.Erdichtung und Lüge. Die hiesige Hochschule blüht ganz vortrefflich und bringt gesegnete Früchte hervor. Sie ist eine Zierde dem Lande und ganz besonders der Stadt Würzburg, die stolz darauf sein muß, ein solch religiöses Oberhaupt, wie Herrn Distr.- R. B. zu besitzen. M. Braunschweiger, Candid. d. Phil. Gailingen (im badischen Seekreise), den 23. Februar. Für das hier zu gründende Beth Hamidrasch hat ein Frankfurter Haus für den Fall des Zustandekommens 200 fl. gespendet; es wäre sehr zu wünschen, wenn eine recht lebhafte Betheiligung Aller, denen das wiederzubelebende Studium unserer heiligen Thora am Herzen liegt, die baldige Errichtung dieses Beth Hamidrasch ermöglichte. L. Oesterreichischer Kaiserstaat. Bonyhab. Mit welchen Mitteln die gegnerische Partei kämpft, ist als uuum pro multis aus Folgendem zu entnehmen. Die Erklärung der orthodoxen Rabbinen wurde auch nach Vonyhad an das „Rabbinatscollegium" gesendet, kam aber mit der Bemerkung „nicht angenommen" dem Herrn Absender zurück. Sämmtliche Mitglieder des dortigen Rabbinatscollegiums richteten, da sie aus dritter Hand hiervon erfuhren, an den Herrn Absender einen Brief, unterfertigt vom ganzen Collegium, in welchem sie betheuerten, das Schreiben nicht zu Gesichte bekommen zu haben, und von anderer Seite mit dem Inhalte desselben bekannt gemacht, natürlich mit größter Bereitwilligkeit sich der Erklärung anschloffen. — So sehen die Waffen unserer Gegner aus! PreHburg, 17. Febr. Um der herrschenden Noch nachdrücklich und wirksam zu Hilfe zu kommen, bewog unser allgemein geehrter und geliebter Subrabbiner und Prediger Herr F. Fischmann durch eine ergreifende Rede den Gemeindevorstand, eine Sammlung für die Armen zu veranstalten. In der kurzen Zeit von kaum 2 Wochen wurden 1600 fl. ö. W. gesammelt. Die Noth ist hier, wie in ganz Ungarn, leider zwar sehr groß, aber es wird hier auch sehr viel dagegen gethan; trotzdem manche Journale für politische (?), Cultur (!) und andere Interessen das Gegentheil behaupten. P. Prag. Das Wiener Fremdenblatt bringt folgende Correspondenz aus Prag, 4. Februar. „Gelegentlich der heute stattgefundenen Promotion eines isr. Candidaten der Rechte kam es zu einem Zwischenfalle, der nicht uninteressant ist. Bisher war es üblich, daß bei der Promotion der Candidat den vorgeschriebenen Eid leistet, indem er das vom Pedell getragene Universitätsscepter berührt. An der Spitze dieses Scepters befindet sich ein Kruzifix, doch kein Israelit nahm deshalb (leider!) irgend Anstand, den Eid in der üblichen Weise