Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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112 Herr die Anordnung zunHBaN de^Tempels, indessen ganzer Einrichtung der siHtbUe GullW eM UMeu^ tung des Unsichtbaren wak, Me HlzeKeMÜche Oereinigung äußerlicher Formen* mit bleibendem Geist. Aber geich im Entstehen dieses reichgeschmückten Tempels und seiner von künstlerischer Meisterhand angefertigten Bestandtheile, gleich von vornherein sollte der scharfe Unterschied zwischen den Formen deK Heidenthums und den Formen des reinen Gottesdienstes in einer Eigenthümlichkeit zur Geltung kommen, die in diesem reinen Gottesdienste sofort dessen tiefen Inhalt undGehalt erkennen laste. Indem der Herr bei seiner AjMhrung von und in dem Volke Israel auch den Fosmendienst mitaufmnehmen gestattet, und künstliche Muren und BildwSke anzufertigen befiehlt, wodurch Uber dem Verbots „Du darfst Dir kein Bild Uachen!" scheinbar zuwider gehandelt wird, mußte^^tiMiöö tiefen Bildwerken eine wesen tli che ^G^Mscha ft innewohnen, die ihnen, der heidnischen Plastik gegenüber, einen weit Hähern, geistigen Werth verlieh. Dieses so nothwendige, ursprünglich unterschiedliche Merkmal finden wir in dem Wesen des NL'pv .iwpQ, der Schmiedearbeit, der Verfertigung des Ganzen und seiner Bestandtheile aus einem Stück, das ganz und vollständig dazu benützt worden ist. Es ist dies eine Eigenschaft, die sich, angesichts der Vielgötterei des Heidenthums, als der reinste, sinnlich wahrnehmbare Ausdruck für die einheitliche Gottesidee des Judenthums darstellt. Im Gegensatz zu der Götzensculptur der Heiden, welche die h. S. durchgängs mit ,-QOQi mit gemeißelten und gegossenen Bildnissen benennt, und damit gleichsam die Sprödigkeit und Stabilität, die sich nicht weiter zu entwickeln vermögende Lebensrichtung des Heidenthums charakterisirt, eine Lebensrichtung, die bloß in der Bewältigung -und in der Nutznießung der Materie ihr Heil sucht, und die blinde Anerkennung eines starren, unbeugsamen, selbst ihren Götzen beherrschenden Fatums gut heißt, — im Gegensätze zu diesem wurde bei Anfertigung der Tempelgeräthe auf die in seiner Dehnbarkeit und Schmiegsamkeit begründete Gestaltungsfähigket des Stoffes Rückficht genommen. Von innen heraus, wie der Fruchtkern zum starken, weitästigen Baume, entwickelte sich die Figur des Ganzen. Der rohe Metallklumpen dehnte sich unter der Hand des Künstlers allmählich zur zierlichen, harmonischen Gestalt aus. Nicht ein gemeißeltes oder gegossenes Bild, sondern .-iwpQ, ein geschmiedetes, getriebenes Kunstwerk, waren die heiligen Tempelfiguren, und das war die sie besonders heiligende, ursprüngliche Eigenthümlichkeit, *) wodurch sie mit Fug und Recht *) Versbehült sich vor, diesen symbolischen Gegensatz zwizu Mtteln der reinen GMNverehrung gestempelt wMen. . > - Wie lose undMwA' abeVMch noch im Anfänge diese rMe Gottesver^ffruE E der Mitte Israels wurzelte, da nur ein Ereigniß von solch geringer Bedeutung wie die Abwesenheit ihres Anführers, trotzdem viele andere gutgesinnte Männer sich bei ihnen befandest, schon dazu hinAichte, ihr Vertrauen zu erschüttern, und sie dem wahren Glauben abspänstig zu machen, es sollte auch dies zum Vortheil für diesen Glaubest^sein! Erfüllte das gleiche Schicksal mit dem Volke theilen, dem seine Erhaltung und Verbreitung von Gott anvertraut worden. So wie Israel schon in seinem ersten historischen Auftreten nur unter langwierigen Kämpfen eine würdige Selbstständigkeit Zerrungen, um dadurch gegen alle verderblichen, entkräftenden Einflüsse späterer Zeilen abgehärtet zu sein, eben so mußte auch der Gottesglaube, selbst ln der Mitte des zu seinem Träger bestimmten Volkes g l eich anfangs auf schroffe Unempfänglichkeit, aüf harte Widersetzlichkeit flößen, damit er seine jugendliche Kraft erprobe, und seine Gegner kennen lerne. Der Götzendienst wurde in Israel mit seinen eigenen Waffen besiegt. Hatte das goldene Kalb sein Entstehen nur dem unwiderstehlichen Triebe nach sinnlicher Anbetung des Göttlichen zu verdanken, so wurde dieser Trieb mit der dabei an den Tag gelegten Opferfreudigkeit zur Herstellung eines reichgeschmückten Tempels verwendet, in dessen Räumen die reine Altarflamme zur Ehre Gottes brannte, und wo das glänzendste Zeugniß des Herrn aufbewahrt wurde. Der Bau des Stiftzeltes hatte also den ausschließlichen Zweck, dem Volke Israel einen kräftigen Hebel dafür zu bieten, daß alles Sinnliche und Unedle in ihrem Leben sich zu Hähern geistigen Errungenschaften zu läutern und emporzuschwingen vermöge, daß die irdische Lebensrichtung vollständig in dem göttlichen Lebensge'- setze aufgehen könne. — Aber es ist nicht so leicht, diesen hohen Grad der Menschenwürde und Sittenreinheit zu erreichen. Fast überall stößt dasi menschliche Herzauf die verführerischesten' Abwege. Nur bei Wenigen läßt sich die ungeheure Kraft der Selbstverläugnung voraussetzen, welche die Bedingung jenes sichtlichen Adels ist. Welche Fortschritte muß noch erst die menschliche Kunst und Wissenschaft und Civilisation machen, ehe sie im Ganzen wie im Einzelnen dem Gesetze des göttlichen Willens die vollständigste Anerkennung und Verwirklichung zollen kann? — Dies Ziel wird nicht so schnell erreicht. Noch viele Umwälzungen werden bis dahin im Schooße der Zukunft stattfinden, und noch viele Kräfte werden sich vorher aufreiben und abstumpfen müssen scheu NVPÄ und '"WOV1 später in einem besonder« Aufsatze' ausführlicher-darzüsteVcn.