Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jadeatham. Herauögegeben von D* Lehmann in Mainz. Mainz, den 2. März 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1Z Bogen. Preis deU K oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlrma^ men BefteUungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknot, Frankozusendnng unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. osterreich, an die Expedition - TW. p. e. ost^Wwr neh- Direkie einzusenden. Inhalt: Leitevde Artikel: Die Schrkalim, ein Symbol für die Unvergnderlichkeit des Judenthums. — Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correspoadeuze«: Deutschland. Frankfurt. Biebrich. Stuttgart. — Schleswig-Holstein. Feuilleton: Aus dem handschriftlichen Lagebuch einer Frau aus dem 17. Jahrh. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondeuzrn: Deutschland: Mainz. Würzburg. Gailingen. — Oesterr. Kaiserst.: Bo- «vhad. Preßburg. Prag — SchleSwig-Holstein: Wandsbek — England! London. Sondon. --- Amerika: San Francisco. — Telegraphische Dusche. Feuilleton: Den Manen deS ehrwürdigen Rabbiner» Dr. Michael Sachs. Leitende Artikel. Die Schekaiim, ein Symbol für -ie Unveränderlich keit des Indenthnms. Von vr. 8. 8. 8oimv8eLeLL, Rabb.-Cand. Mainz, den 23. Februar. „Und du sollst nehmen das Silber der Sühne von den Kindern Israel, und sollst es zur Arbeit des Stiftzeltes bestimmen-" (2. B. Mos. L. 30, ». 16.) „Und die hundert Kikar Silber wurden zum Gusse der Grunvstützen des Heiligthums und der Grundstützen des Vorhanges bestimmt -« (ibiä. C. 38, B. 27.) Diese Worte der heiligen Schrift, welche an die zur Erhaltung des Gottestempels von allen Israeliten immerwährend gleichmäßig erhobene Steuer mahnen, sprechen auf's klarste für! das schntzbringende Walten der göttlichen Vorsicht anj gesichts menschlichen Wahns und menschlichen Leicht-! sinns. Zu derselben Zeit, wo im Lager Israels der schmähliche Abfall vorbereitet wird, wo das Volk über! das ihm unerklärliche Ausbleiben des Anführers in! solche Aufregung geräth, daß es auf's Neue den schnöden Götzen fröhnt, deren es sich noch kaum vor wenigen Tagen entledigt, — zur selben Zeit gibt der Herr seinem ersten Propheten schon die Mittel an, wodurch die verderblichen Wirkungen des Abfalls unschädlich gemacht werden können. Unten im Lager wird, hervorgerufen von dem Drange nach sichtbarer Gestaltung des Ueberirdischen, das goldene Kalb in Scene gesetzt, und oben auf dem Sinai wird zwischen dem Herrn und dem Vertrautesten seiner Dieritzr die Beschaffenheit und Einrichtung eines Gebäudes besprochen, worin dieser mächtige Drang zur Triebfeder der frommen Opferfreudigkeit dienen, und ausschließlich zur Manifestation des Reingöttlichen beitragen soll. Welch' besondere Bedeutung aber die Schekalim-Steuer in dieser heiligen Sache gewinnen sollte, ist Gegenstand der folgenden Erörterung. Unsere irdische Anschauungsweise ist nun einmal so beschränkt, daß wir selbst die Religion, die GotteSverehrung mit sichtbarm Formen unterstützen müssen, wenn sie von Bestand und Erfolg sein soll. Diese unüberwindliche Hinneigung zu sinnlichen, greifbaren Hilfsmitteln könnte jedoch leicht dahin führen, ebm die abgemessene, beschränkte Form für die unendliche, schrankenlose Idee, und das vergängliche Bild und Geschöpf für den ewigen Bildner und Schöpfer zu halten. Um solchen Irrungen vorzubeugen, traf der