Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1864)
- Date
- 1864-02-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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106 sich vermehrte, und der sehr gelehrte R. Abraham Bing s. A., der seither in dem erwähnten Heidingsfeld als Rabbiner fungirte, nach Würzburg übersiedelte. In dem schönsten Glanze blühte unter ihm die Hochschule, aus der viele großen Männer hervorgingen. So gehört mein Lehrer I. A. Ettling er, Oberrabbiner in Altona, dieser Schule an. Auf Abr. Bing folgte im Rabbinate S. B. Bamberger, Distrikts-Rabbiner, welcher schon fast 24 Jahre diese Stelle bekleidet. lieber diesen ausgezeichneten Mann, sein segensreiches Wirken, sowie über den gegenwärtigen Stand der Würzburger Jeschibah Näheres mitzutheilen, ist die Absicht des Folgenden. Wenn es auch einerseits von mir als Schüler Bambergers gewagt erscheint, über das Wirken eines Mannes zu berichten, besten Gelehrsamkeit und Frömmigkeit einen so großen Ruf genießen, ja dessen Name und Werke fast durch ganz Europa berühmt sind, so ermuthigt mich doch anderseits wieder der Umstand, daß ich schon über iU/-- Jahr die Vorlesungen dieses großen Gelehrten höre, in die betreffenden Verhältnisse sehr eingeweiht und dadurch im Stande bin, eine wahrheitsgetreue Schilderung zu geben, die gewiß manchem Leser sehr willkommen sein wird. (Schluß folgt.) Aus Württemberg. Die erste Kammer hat in ihrer Sitzung vom 1. d. M. .das Emancipationsgesetz angenommen, aber die Mischehe unbedingt ab gelehnt, obschon von Seiten unserer jüdischen? Fortschrittsmänner Petitionen eingereicht worden waren Es ging also ganz so, wie wir vorausgesehen; auch die Negierung legte mehr Werth auf die feste Haltung der christlichen Kirchenbehörden, als auf das, seichte Urtheil, das man ihr jüdischer Seils zu Gunsten der Mischehe abgegeben hatte. Der Justizminister, Herr v. Wächter-Spittler sagte in der Debatte: Der Staat sollte nichts erlauben, was die kirchlichen Behörden geradezu verbieten. Hoffen wir, daß wir allmählich unsere wohlwollende Regierung überzeugen, in welchen Händen unsere religiösen Angelegenheiten liegen. Lübeck, 4. Februar Den Israelitischen Soldaten in den (vom 26. Dezember bis 21. Januar) hier einquartierten k. preußischen Truppen hat auf Ansuchen des Rabbiners der Gen.-Major und Commandeur der 11. Inf. Brigade, Freiherr jv. Canstein die Feier der Sabbathe gestattet. Auf gleiche Bitte ist denselben auch sreigestellt worden, sich bei israelitischen Bürgern umzuauartieren, wenn sie es vorziehen, Koscherkost zu nehmen. Die 2-rQ wetteiferten in der Bewerbung um deren Aufnahme. Viele Soldaten machten von dieser Erlaubniß Gebrauch und bewiesen dadurch, daß ihnen unter der kriegerischen Montur reger Sinn für ihre Religion im Herzen lebe. Eine große Zahl derselben erschien allsabbatlich in der Synagoge und bei deren Anblick entströmte manche Thräne den hiesigen Männern und Frauen im treuen Mitgefühl mit den Vätern und Müttern dieser jüdischen Söhne ans der Provinz Brandenburg, als sie an die drohenden Kämpfe dachten, denen dieselben zur Occupation Schleswigs errtgegengeführt werden. Der innigste Wunsch auf deren Erhaltung und Rückkehr erfüllt die Brust jedes Mitgliedes unserer Gemeinde. Es ist demnach der Sinn für Religion, welcher unsere Genoffen brüderlich vereint, es ist aber die Gleichgiltigkeit gegen die Religion, welche die Genosten einander fremd bleiben läßt. Oösterreichischer Kaiserstaat. NikoLSburg, am Neumond des 1. Adar. Geehrter Herr Redakteur! Ueberzeugt von Ihrem edlen und löblichen Feuereifer für jüdische Satzung und von der wahrhaft religiösen Richtung, die Sie in Ihrem schätzenswerthen Blatte verfolgen, wage ich um so eher einen kleinen Raum desselben in Anspruch zu nehmen, da das Motiv meines Schreibens einzig und allein das ist, um zur rechten Zeit auf einen möglichen bnLnv in Israel aufmerksam zu machen. — Herr Rabbiner Fassel hat unter dem Titel „Kundmachung und Bitte" (Ben Chananja vom 2. September 1863) eine nicht nur für mich, sondern — wie ich mit Recht zu vermuthen glaube — auch für Andere höchst neue Entdeckung mitgetheilt, welche das allgemeine Vertrauen, das man gegenüber der Wasserzur Dampfmühle hinsichtlich des Peßachmehls hatte, bedeutend erschüttern mußte. Derselbe hatte nämlich die Entdeckung gemacht, daß in der Dampfmühle, die ihm das Peßachmehl liefert, der Weizen genäßt wird und erfuhr, daß.