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Der Israelit · 1864-02-17 · Heft 7 (17.2.1864) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 7 (17.2.1864)
Date
1864-02-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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92 klassischen Alterthum, doch auch nicht minder fest auf dem Boden des Judenthums gestanden, wie der Eindruck seiner reinen, lauteren Persönlichkeit Nichts Unheiliges, Unreligiöses in seiner Nähe hatte auskommen lasten, und knüpfte daran schließlich die Hoffnung, das Andenken des Heimgegangenen werde ein Bindemittel sein zwischen uns und dem Gesetze, dessen Wort er so oft von geweihter Stätte verkündet. Nach dieser Feier setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Die Vorsteher trugen durch ein Seitenportal die Leiche aus der Synagoge auf den Leichenwagen, auf den zunächst die Leidtragenden, darauf die anwesenden Rabbinen (außer den Obenerwähnten noch Herr Landrabbiner vr. Mayer aus Hannover) und endlich eine wahrhaft imponirende Menge sonstiger Theilnehmenden folgten, von der die Schüler der hiesigen Gemeindeschulen einen bedeutenden Theil bildeten. Die jüdischen Geschäfte, an denen sich der Leichenzug vorüber bewegte, waren während der Dauer desselben geschloffen. Auf dem Friedhofe trugen die Vorsteher der Chebra Kadischa die Leiche zu ihrer letzten Ruhestätte. Selbstverständlich ist die Stelle des Verewigten in der Synagoge, ebenso wie die Kanzel, die Stätte seiner Wirksamkeit, schwarz verhängt, aber auch ohne diese äußeren Trauerzeichen würde der Schmerz in jeder Brust mächtig und lebendig sein. Erschüttert stehen wir am Grabe des in der Blüthe der Manneskraft, im 56. Jahre, Hinweggerafften und wenn unser Geist verzagen will ob der fast unfaßbaren Größe des Verlustes, so vermag nur der Gedanke uns Trost zu verleihen, den der Verstorbene selbst in so erhebender Weise ausgedrückt hat. Kein sterblich Aug' erschaute je sein Walten, Kein Menschenkind ergründet seinen Pfad, Was er gekrümmt, macht Menschenhand nicht grad' Und wie er will, kann er in Allem schalten Oesterreichischer Kaiserstaat. Crsenftadt, den 5. Februar. Mit Bezugnahme auf die Notiz ä. ä. Mainz in Nr. 4 ersuche ich, folgende Bemerkungen aufzunehmen: 1) daß nicht ich allein, sondern das berühmte Haupt der orthodoxen Partei in Ungarn die Erklärungen versendet; 2) daß sie selbstverständlich nicht zur strikten Uu^ terschrift, sondern zur „Meinungsäußerung" resp. Unterschrift übersendet worden, vr. I. Hildesheimer, Rabbiner. Feuilleton. Das Testament. (Nach dem Miorasch.) Von llerrmaim VVur8«duuer in LreMu. (Fortsetzung.) IV. Da kommt ein Greis mit Silberhaaren, Gestützt auf einen schweren Stab, Der edle Rabbi, reich an Jahren Und nahe schon dem kühlen Grab. Doch hell und rein die Jugendflamme In seinem Augenpaare sprüht, Sein Herz, ein Sproß vom alten Stamme, Noch frisch für alles Edle glüht. Die Jünger glichen seinen Kindern, Er fühlte ihren Schmerz wie sie. Um durch den Trost den Schmerz zu lindern, Kam er zu seinem Naphtali. Ihn zählte er zum eigenen Ruhme Zu seiner lieben Jüngerschaar, Ihn nannte er die schönste Blume, Die von ihm gezogen war. „Mein Sohn," begann der edle Weife, „Der Thränen war dein Vater werth. Doch rechte nicht mit Gott, ihn preise, Wie dich die heil'ge Schrift belehrt. Er gibt und nimmt zurück, verwundet, Und löscht die Gluth der Schmerzensqual, Die Krankheit weicht, der Mensch gesundet, Die Nacht flieht vor dem Morgenstrahl." „Dein Vater ließ des Reichthums Segen Dir seinem einz'gen, lieben Sohn. So wandle denn in seinen Wegen Und werd' ein zweiter Sebulon. Er hat der wahren Zeugen viele, Daß er der Menschheit treu gelebt, Daß er zum edelsten der Ziele Im echten Geiste hingestrebt."

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