Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1864)
- Date
- 1864-02-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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89 wird auf Antrag der Commission dieser hohen Kammer nicht angenommen, da ein Bedürfniß hiezu weder vorliege, noch mit den Wünschen der christlichen , ja selbst mit denen der israelitischen Bevölkerung nicht übereinstimmend Art. Id wird unverändert angenommen. Zu Art. 2 wird in der Fassung der anderen Kammer zugestimmt und dabei die von der anderen Kammer ausgesprochene Voraussetzung gleichfalls gutgeheißen. Art. 3 wird unverändert angenommen. Dagegen lehnt die Kammer den Beitritt zu den beiden von der 2. Kammer gestellten Bitten ab, die so läuten: 1) gegen die K. Staatsregierung die Geneigtheit auszusprechen, bei der Berathung des nächsten Hauptfinanzetats eine von der K. Staatsregrerung für die Unterstützung einzelner, durch die Zuweisung der Fürsorge für israelitische Arme sehr belasteter politischer Gemeinden auf den Grund des nachgewiesenen Bedürfnisses eingebrachte Exigenz zu verwilligen: 2) ebenso die Bereitwilligkeit zu erklären, bei der Berathung des nächsten Hauptfinanzetats ein von der K. Staatsregierung für einzelne, durch die Ausdehnungen der Bestimmungen im ersten Absätze des Art. l8 vom Volksschulgesetze auf die israelitische Bevölkerung überbürdete Gemeinden zur Bestreitung des fraglichen Ausgaben eingebrachtes Ansinnen aus den Grund des Nachweises von dem Bedürfnisse zu verwilligen. Feu illeton. Fus dem handschriftlichen Tagebuch einer Frau aus dem 17. Iahrh. (Mitgetheilt von V«>»ÄI»HL.) (Fortsetzung.) » 2. Zur Charakterisirung der Personen und der Zeit wollen wir hier noch mittheilen, was die Verfasserin von eben dieser Stieftochter, die Churga geheißen, so wie von der Großmutter Mate weiter erzählt, mü> zwar möglichst in ihrer eignen Sprache. — „Mein Vater s. A.," fährt sie fort, „hat die Stieftochter bei sich gehabt und sie nicht anders als sein eigen Kind, von seinem Leib geboren, gehalten, sie auch ausgegeben (verheirathet, vgl. I.B. M. 29, 26 „daß man die jüngste ausgebe vor der ältesten") und zwar einen guten sobiäueb (eine gute Parthie, eigentlich heißt das Wort: Bewerbung, von sebaäaed, sich legen, ruhen, beruhigen, Zureden, um Liebe werben, Aruch s. v.) mit ihr gethan, hat bekommen („gekrogen" von kriegen, statt: > gekriegt, verwechselt mit gekrochen von kriechen, wie in diesem Wort überhaupt das g gern den Hauch des ch annimmt, vgl. Adelung s. v) von Aurich den Sohn des R. Kalmann Aurich; aber sie ist, Frieden mit ihr! am ersten Kind gestorben. Einige Tage nun nach ihrem Begräbnisse beraubte man sie und zog ihr die raebriebim (Umhüllungen, Todtengewänder) aus Da kam sie zu Traum und offenbarte es. Man grub sie aus, und als es so befunden ward, gingen die Weiber flugs und nähten andere Tachrichim. Wie sie sitzen und nähen, kommt die Magd („Pilsel," aus dem sranzös. xueslls, puleslle) in die Stube zu gehen und sagt: „Um's Gottes Willen! eilt Euch mit Euerem Nähen! Seht Ihr nicht, daß das w68 zwischen Euch sitzt?" — Aber die Frauen haben nichts gesehen. — Wie sie nun fertig sind gewesen, haben sie dem vass seine Tachrichim geben, und so ist sie auch ihr Lebtag (!) nit wieder kommen und in ihr Ruh geblieben. —" „Nun, ich habe schon gedacht, wie mein Vater s. A. meine Mutter genommen, und wie es ungefähr gegangen. So bald mein Vater s. A. mit meiner Mutter, die Gott erhalte^ sich verheirathet, hat er sogleich meine Großmutter Mate, Friede mit ihr! zu sich genommen und über seinen Tisch gesetzt und all ihr Lebtag bei sich gehalten und ihr alle Ehre angethan, als wenn es seine eigene Mutter gewesen wäre. Bett, Hemden, was meine Großmutter nebich an meine Mutter gegeben, alles Das hat ihr meine Mutter wieder gegeben, und Alles mit Wissenschaft meines Vaters s. A. — Kurz, sie ist so wohl gehalten worden, als wenn sie in ihrem eignen Haus gewesen wäre. Der Heilige, gelobt sei Er! soll uns den soobus (das Verdienst) genießen lassen! Mehr als 17 Jahre ist sie bei ihm gewesen in allen Ehren. —" „Nach diesem ist es gewesen, daß die Wilner (Wilnaer) sind aus Polen gelaufen und vielmach Hamburg kommen (wohl 1649 während der sogenannten F686i-atb Chmel, wo unter Anführung des Hettmanns Chmielnicki die Kosaken in Polen besonders gegen den