Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1864)
- Date
- 1864-02-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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86 greifen, zu verwässern, zu zerstören. Israel sollte auf-! gehört haben, ein Volk zu sein; der Messias sollte sich j m eine moralische Person umwandeln, d. h., ein allj gemeiner Glückszustand, fürs Erste die Emanzipation; > die Messiasgebete wurden gestrichen oder verstümmelt oder verwässert; so im Hamburger Tempel, der vor! fast 50 Jahren begründet wurde, so in fast allen sogenannten Reformtempeln in Mainz, in Frankfurt a. M., in Berlin, in Stuttgart, in Breslau u. s. w. Schon dieser eine Punkt involvirt ein Schisma und indem beim Proceß Komperl es ausgesprochen wurde, daß die Vorstellung des Messias als eine bloß moralische Person innerhalb des Iudenthums eure berech tigte sei, war die Trennung von der' einzigen, rechtgläubigen Judenlehre ausgesprochen. Der „Sachverständige", der so zu urtheilen vermochte, mußte nothwendig elbst ein Schismatiker sein, ein jüdischer Ketzer, ein Koser (Leugner), wenn auch nach Aldo nicht Käser Böickar, so doch jedenfalls ein Koser; und hiermit stehen wir an einem Punkte, der um so mehr der Erörterung bedarf, weil damit leider bereits zuviel Mißbrauch getrieben: bei dem Divergenzpunkte zwischen Aldo und Maimonides; diesen wichtigen Punkt wollen wir unter göttlichem Beistände in dem dritten Theile dieser Abhandlung erörtern. (Schluß folgt.) Literarisches. i. Inhalt und Verfasser des von Herrn Or. Auerbach in Nr. 1 S. 5 dieser Zeitschrift in Frage gebrachten 2'212 vermögen wir blos durch Combination der daraus excerpimen Stellen zu ermitteln, da das Buch selbst, wie es scheint, sich nicht erhalten hat. Nun wird aber 2'2-.2 p ungezogen: 1) von Tos. Chulin 106 6. in Betreff 2'2' c>v'2i Pvi2v (und daraus in Aschri zur Stelle Z. 11, wo irrthümlich 2222 gedruckt ist); 2) Von Tos. Menach 10'.) in Betreff 2'O2w;22 P12V 2212 mx (und daraus a. in Aschri zu Megila Abschn. 3 tz. 40, 6. im >2 >2 tz. 128, wo fehlerhaft 21222 statt 2'2'2 steht — vgl. auch 2p2 2wp!2 zu2VL2 212V2 Abschn. 15 §. 2); 3) In Raschi's 22232 S. 21 in Betreff 12p 2ll?x (und daraus in 2pr>2 Hi2^ tz. 51).*) Aus allen diesen Stellen ersehen wir, daß -0212 'v ein Werk halachischen Inhalts ist und nicht, wie man leicht von der Lautähnlichkeit verführt werden *) Zunz in G. Vortr. S. 406 citirt nock> 2P12 §. 80 und 1"12O F. 112 e., welche beide Werke ich nicht nachschlagen konnte. könnte, mit dem 2211 verwechselt werden darf. Eine nähere Betrachtung der angezogenen Citate läßt uns aber auch Alter und Verfasser des gedachten Buches erkennen, nämlich, daß es aus der o'iixi-Zeit stammt und den pxi 'XI1221 22 (ohngesähr um 4600 lebend) zum Verfasser hat. Denn dieselbe Stelle, welche Tosephat in Menach. 109 citiren, wird von Abraham Iben Jarchi in seinem Buche avip i'2iv in 22L' 212V2 Z. 32 Namens 2'iixi2 21212^22 '.2x^12 aufgesührt, und derVe.faffer des x'12 O §.5 führt wiederum denselben PO2 an mit der ausdrücklicheren Bemerkung pi v": pxi 'XI1221 22 2L/2 '2X2Q^ Ebenso führt x'12 37 das im 12222 S. 61 citirte Namens '2XL2 pi v": '1X1 2x1:221 22 22'2 an. Halten wir also sämmtliche Stellen vergleichend zusammen, so ergibt sich als Resultat, daß pxi'xii2vi ein Werk enthaltend 2-'i'2i 212V2 geschrieben hat, das noch zur Zeit der 2:2222 Hp2 unter dem Namen 2'.-n.-> 222 bekannt war. Der Titel 22222 mag von den Ansangsworten des Werkes entlehnt worden sein, eben wie der Name x'12 '2 nach dem Anfänge des Buches 221X 22x2 '2 .22-1 x'12, und wie die Midrasch-Namen ,1122V' L7222 ,2W 2218? L?222 ,PL^1'1 ^222 .222 L'222, nach den Anfangsworten .222 ,1122 1122V' 2'22 L"X u. s. w. So ist wahrscheinlich auch der Name eines ebenfalls verlorenen gaonitischen Werkes 2'^21 '21 2^2 nach deffen Anfangsworten zu erklären. — Zusatz. Der ebenfalls das 2',212 '2 besprechende Artikel in Nr. 4 dieses Blattes kam mir erst, nachdem ich meinen Aufsatz schon geschrieben hatte, zu Gesicht. In jenem Artikel stellt Herr Berliner die Behauptung aus, 2'2i2 sei ein Midrasch. Dem widerspricht aber das Zeugniß sämmtlicher oben angeführten Stellen, die alle nichts Midraschartiges, sondern nur 22^2 zum Inhalt haben, wie denn auch der von '2H7x 2212 zu Baba bathra Abschn. 5 §. 11 gebrauchte Ausdruck 2'2>2 PO12 pi deutlich für den Halacha - Inhalt des Buches spricht. Die von Herrn B. aus einer Handschrift beigebrachten 2 Stellen aber haben, meines Erachtens, mit unserm 2'2i2 "2 nichts gemein. Biebrich. S. Baer. II. Als Beitrag zu den Emendationen der corrigirten Stellen im jüdischen Schriftthum mögen folgende Anmerkungen dienen. Die Correctur des Herrn D. Deutsch, Rabbiner in Sohrau 0. S., ist zutreffend und findet sich die richtige Leseart im Cod. Eb. Hass, vom Jahre n"3L?, 8°, ohne Angabe des Druckortes. Gleichzeitig bemerken wir, daß der Vers, des 221 L'2 '223 (Abr. Hirsch Eisenstadt, Rabb. in Oitein s)x"2ixj in seinem Comm. zum p"2x Ed. Johannisburg bei Gorscharouski) die-