Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1864)
- Date
- 1864-02-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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84 jetzt — das ist David; ich schaue ihn, doch*mM nahe — das ist der König Messias; und es wird hsvvchüreten ein Stern aus Jakob — das ist David; es wird aufstehen ein Scepter von Israel — das ist der König Messias; und er wird spalten»?die Häupter von Moab — das ist David, von HM. es heißt. und er schlug?Koab (2. B. Sam. C. 8, V. 2); und er wird vernichten alle Söhne Schet's — das ist der König Messias, von dem es heißt: (Secharj. C. 9, V. 10) und er wird herrschen von Meer zu Meer und vom Strome bis an die Enden der Erde; und Edom wird erobert werden, das ist David, von dem es heißt: und Edom ward dem David zu Knechten; und Svir wird Eroberung seiner Feinde — das ist der König Messias, von dem es heißt: und es werden hinausziehen die Helfer auf den Berg Zion, um zu richten den Berg Esaw. — Auch bei den Zufluchtsstädten heißt es: (5. B. M. C. 19, V. 8 u. 9) Und wenn der Ewige, dein Gott, dein Gebiet erweitern wird ... so wirst du dir noch drei Städte zu diesen dreien hinzufügen. Und niemals war diese Sache und doch hat sie Gott nicht umsonst befohlen. Die messianischen Prophezeiungen der Propheten brauche ich nicht erst anzuführen, da alle ihre Bücher voll davon sind. — Du mögest aber nicht denken, daß der König Messias nöthig haben wird, Zeichen und Wunder zu thun und neue Dinge hervorzubringen oder Todte zu beleben u. m. dgl.; die Sache verhält sich nicht also; denn R. Akiba war ein großer Weiser, einer der Weisen der Mffchna und ward der Waffenträger des Königs Ben Kosiba (Bar Kochba), der sich für den König Messias ausaab; Rabbi Akiba und die andern Weisen hielten ihn dafür, bis er ob der Sünden halber erschlagen wurde; da ward es ihnen kund, daß nicht er der Messias gewesen sei; die Weisen hatten weder ein Zeichen, noch ein Wunder von ihm verlangt. Die Thora, ihre Gesetze und ihre Rechte, sind für alle Ewigkeiten; man darf nichts hinzufügen und nichts davon nehmen. — Wenn ein König aufstehen wird vom Hause Davids, der sich mit der Thora beschäftigt und die Gebote ausübt wie sein Vater David nach der schriftlichen und nach der mündlichen Lehre, der ganz Israel zwingen wird darin zu wandeln, den Riß auszufüllen und die Kriege Gottes zu führen, der gilt für den Messias; wenn er es aussührt und es ihm gelingt, wenn er das Heiligthum baut an seinem Orte und die Verstoßenen Israels sammelt, dann ist er der Messias. Er wird die ganze Welt dazu bringen, Gott gemeinsam zu dienen, denn so heißt es: dann werde ich umwandeln allen Völkern eine lautere Sprache, daß sie alle den Namen Gottes anrufen und Ihm dienen in gemeinsamem Dienste. Es möge aber Niemand glauben, daß in den Zeiten des Messias irgend Etwas am natürlichen Laufe der Dinge geändert oder in der Schöpfung irgend etwas Neues erstehen werde — nein, die Welt wird ihren Gang gehen; die Prophetie desJesaias: „„und es wird weilen der Wolf bei dem Lamme und der Leopard bei dem Böcklein,"" ist nur ein Gleichniß, andeutend, daß Israel sicher wohnen wird neben heidnischen Völkern, die ehemals wild waren wie Wolf und Leopard, wie es auch heißt (Jerem. C. ö, V. 6) : der Wolf aus der Wüste wird sie berauben, der Leopard lauert auf ihre Städte; diese heidnischen Nationen werden alle sich zum Gesetze der Wahrheit bekennen, werden nicht mehr rauben und verderben und werden nur Erlaubtes genießen, indem sie mit Israel in Frieden leben, wie es heißt: uud der Löwe wird wie das Rind Stroh verzehren. So verhält es sich mit allen messianischen Verheißungen der Propheten; sie sind Gleichnisse, deren Bedeutung erst zu den Zeiten des Königs Messias klar werden wird. — Die Weisen haben gesagt, daß zwischen der Gegenwart und der messianischen Zeit nur der Unterschied der freien Selbstständigkeit Israels sich findet. Folgendes ist der Hergang nach der Darstellung der Propheten: Beim Beginne der messianischen Zeit werden die Kriege von Gog und Magog geführt werden; vor diesen Kriegen wird ein Prophet erstehen, um Israel auf den rechten Weg zu führen und die Herzen zum Guten zu lenken, wie es heißt (Maleachi am Ende): „Siehe, ich sende euch den Elijah, den Propheten, ehe eintritt der Tag des Ewigen, der große und der furchtbare". Dieser kömmt nicht, um das Reine für unrein oder das Unreine für rein zu erklären, auch nicht die für tauglich Geltenden für untauglich (sich mit Kescherim zu verheirathen) oder die für untauglich Geltenden für tauglich zu erklären, sondern um Frieden in der Welt zu stiften, denn also heißt es daselbst: „und er wird zurückführen das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern'. Einige von den Weisen sagen, daß vor der Ankunft des Messias Elijahu kommen wird; allein all derlei Dinge kann kein Mensch wissen, da sie verborgen sind bei den Propheten und die Weisen keine Tradition darüber besitzen, nur nach der Entscheidung der Bibel; deßhalb herrschen Meinungsverschiedenheiten darüber und sicherlich gehört die Ordnung des Geschehens dieser Dinge nicht zu den Hauptgrundsätzen des Gesetzes (d. h. wohl ist die Pflicht, an die Ankunft eines persönlichen Messias zu glauben, ein Hauptglaubensgrundsatz, doch nicht die nähere Bestimmung der Art und Weise der Kriege von Gog und Magog, von der Voraussendung Elijahu's u. s. w.) Auch soll sich der Mensch nicht zu viel mit den hierauf bezüglich gelehrten Agadoth und Midraschim beschäftigen und soll sie nicht zur Hauptsache machen, denn es führt weder zur Gottesfurcht noch zur Liebe; auch soll er nicht das Ende berechnen, wie ja die Weisen denjenigen getadelt haben, der das Ende berechnen will, sondern er