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Der Israelit · 1864-02-10 · Heft 6 (10.2.1864) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 6 (10.2.1864)
Date
1864-02-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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80 Grundstein unlängst gelegt wurde. Hiebei wurde die : Hoffnung ausgesprochen, daß dieses Gebäude dauern möge, bis der Erlöser die Israeliten wieder heimführe in das gelobte Land der Väter. — Herr Sasson hat sich in jüngster Zeit durch reiche Stiftungen, durch Gründung eines Hospitals für die Bekenner aller Confefsionen rc. ausgezeichnet. (Indian Herald.) Feuilleton. Das Telia ment. (Nach dem Miorasch.) Von Herum nun Warseduner in kreMn. (Fortsetzung.) m. Vergoldet stand im Frührothsschimmer Jerusalems Gebirgeskranz. In Naphtali's gewölbtes Zimmer Fiel mild hinein der MorgenglanZ. Der Bibel würdige Trabanten Bedeckten seinen ganzen Tisch, Im reichen Schachte der Folianten Sucht' er die Edelsteine frisch. Da öffnet sich die Thüre leise, Herein ein schlichter Wandrer tritt. „Ich komme," sprach er, „von der Reise Und bringe dir ein Schreiben mit. Von Sebulons gepries'nem Hause Ward mir für dich der Brief gesandt; Schon war ich in der Talmudklause, Und als ich, Freund, dich dort nicht fand," -- „„Da lenkte Gott nur deine Schritte, Mein Heimathsbruder, dich zu mir; Hab' Dank, daß meines Vaters Bitte Du treu erfüllt; Gott lohn' es dir! Der Wochen viele sind verstoßen, Seit um den Vater ich nichts weiß. Mein Auge hat sich nicht geschloffen Vor Sorgen um den edlen Greis."" Und hastig öffnet er das Schreiben. — Noch hastiger durchstog's sein Blick.- Und sieh! er kann nicht stehen bleiben, Er sinkt auf seinen Stuhl zurück. Und ringt verzweiflungsvoll die Hände: „Mein Vater todt!" seufzt er und klagt. Vergießt der Thränen reiche Spende Und todtenbleich sich selbst er fragt: „Hat dieses Schreckbild dir erschaffen Das Helle Feu'r der Phantasie? Verwunden dich der Wahrheit Waffen? Jst's möglich? Unglücksnaphtali! Doch kann ich leugnen, was geschrieben So deutlich steht auf dem Papier? Ach! welch ein Loos ist mir geblieben!- Mein Gott! was sehe ich denn hier!" — „„Ich will, es soll nach meinem Tode Saniura nur mein Erbe sein, Und Naphtali darf der Kleinode Eins wählen sich, nur eins allein."" „Mein Gott! wie soll ich dies ertragen, Wie trifft mich deine Hand so schwer!- Kein Ende gibts für meine Klagen, Ihr Augen! weint ein Thränenmeer! — - „War's nicht genug, ihn zu beweinen? Nicht hart genug der eine Schlag? Mußt' mit dem Schmerz die Schmach vereinen Sich gegen mich an einem Tag? Was hat der Liebe beil'gem Tempel Mich, seinen Sohn, so weit entrückt? Nur mein Vergeh'n hat mir den Stempel Des Vaterhaffes aufgedrückt."- Das Wort erstarb ihm jetzt im Munde, — Der Zähren Quell versiegte nicht; Auslöschte ihm die Todeskunde Der frohen Zukunft Helles Licht. — Ihn beugte seines Unglücks Schwere Tief nieder, und der Muth ihm sank; Als er nach vorgeschriebner Lehre Saß auf der nied'ren Trauerbank. (Fortsetzung folgt.)

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