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Der Israelit · 1864-02-10 · Heft 6 (10.2.1864) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 6 (10.2.1864)
Date
1864-02-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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79 lichen Mitbürger. Deshalb konnte es auch nicht auffallen, daß sich dem zahlreichen Zuge seines Leichengefolges Magistrat, Stadtverordneten-Collegium und selbst zwei Geistliche anschlossen. Was aber als höchste Toleranz die größte Anerkennung und das umfangreichste Bekanntwerden verdient, ist der Zug, daß einer der letzteren, der evangelische Prediger Kühne dem Verstorbenen im Local-(Kreis-)blatte einen Nachruf in Versen widmet, in welchem er den Wandel des Verblichenen nach der Väter Weise, das strenge Festhalten am alten Bunde und das dereinstige Wiedersehen besingt. — Die darin enthaltene warme Anerkennung unserer heiligen Religion stellt dem Herrn Geistlichen um io mehr das schönste Zeugniß der Toleranz nnd Humanität ans, als leider oft mit dieser Stellung sehr viel Unduldsamkeit gegen die Juden und ihre Satzungen vereint zu sein pflegt. M. F. . Österreichischer Kaiserstaat. PeM, 13. Jan. Der allgemein geehrte und vielseitig gelehrte Hr. Rabbiner Or. Hildesheimer hat in diesen geschätzten Blättern*), mit gewohnter Offenheit und der ihm besonders eigenen Wahrheitsliebe, den seit Kurzem eingeschlichencn Mißbrauch der Concursausschreibung wegen Besetzung vakanter Nabbinatsstellen besprochen, und dargethan, daß dieser vom rivx.-i abseits sich hinschlängelnde und den 1-227; 121 in verächtlicher Weise durchkreuzende Weg wohl der längste, aber durchaus nicht der sicherste ist, der die Gemeinden zum erwünschten Ziele führet. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die israelitischen Gemeinden Ungarns — die in ihrer compacten Quantität durch die schwachen Hebel und kleinlichen Mittel der Reformjäger von ihrem eingenommenen relig. Standpunkte nicht entrückt wurden — die Wahrheit beherzigen und diesen Mißbrauch beseitigen werden. Wie sehr es aber an der Zeit war, dieser ernicderigenden öffentlichen Schaustellung und krämerischen Behandlung entgegenzutreten, und daß ein längeres Ansichhalten eine unverzeihliche Indolenz wäre, geht 1 daraus hervor, daß für diesen neuen industriellen Ar-! tikel auch Mäkler bereits auftraten. *) 4. Jahrg. Nr. bl—52. Der Hr. Redacteur der „Wiener Neuzeit" gibt in Nr. 2 seine Freude über eine aus Bonyhad eingelaufene Correspondenz, in der diese Gemeinde ihrer schönsten Würde „Bannerträgerin der alten Sitten" zu sein, entkleidet, dafür aber die Chororganisirung als „die schönste Errungenschaft der Neuzeit" bezeichnet wird und die Hrn. Hauptschullehrer nicht ob ihres gründlichen Vortrages und fruchtbringenden Wirkens in der Schule, sondern wegen ihrer schönen Stimmen und Leistungen in der Synagoge belobt sind — nicht bester kund geben, als indem er der alten und ehrwürdigen Gemeinde die baldige Besetzung ihres, von jeher von eingenommenen, nun vakanten Rabbinatsstuhles anräth und sich erbötig macht, „auf die ihm vorschwebenden rabbinischen Kapazitäten, die man unbedingt einer Gemeinde, wie Bonyhad es ist, empfehlen darf, privatim aufmerksam zu machen " Zweifelsohne fühlt der Hr. Redacteur einen innern Drang zu diesem Mäklerberufe und wer sollte ihm dies mißgönnen? Es fragt sich nur, auf welchem Wege gewann denn der Herr Redacteur die Ueberzeugung von der „talmudischen Routine" und „ungcheuchelten Frömmigkeit" der von ihm für diesen mpv Empfohlenen? Sind diese etwa aus seiner Lehr- und Erziehungsanstalt hervorgegangen, oder hat er mit diesen zusammen die Jeschiboth frequcntirt, oder endlich sind sie vielleicht schon die ersten reifen Früchte des vielversprechenden Beth Hamidrasch in Wien? Ich glaube es kaum und die erfahrene Gemeinde in Bonyhad wird's auch nicht glauben und mit mir nur davon überzeugt sein, daß die dem Hrn. Redacteur vorschwebenden Persönlichkeiten eine hübsche Portion sich angeeignet haben müssen *) M. K. Ostindien. HZoona. Ein reicher Jude, Herr David S ass on, läßt hier auf seine Kosten eine Synagoge bauen, deren *) Anm. d. Red. Wir glauben kaum, daß es der Mühe werth ist, gegen die Phantasmen dicses Rcdacteurs der Neuzeit zu warnen. Wenn es noch an Zeichen für 7N2PP fehlte, so wäre die 'O-NN dieses Menschen das sicherste. Mit welchen unstäthigcn Sckimpfwortcn dieser Thor gegen unsere Person zu Felde zieht, gren t an s Fabelhafte. Wir möchten zur Belustigung unserer Leser gern einige Proben davon geben, wenn diese nicht gar zu unanständig wären.

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