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Der Israelit · 1864-02-10 · Heft 6 (10.2.1864) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 6 (10.2.1864)
Date
1864-02-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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78 56 Jahren. Seit 27 Jahren an der hiesigen Elementarschule mit rastlosem Eifer thätig, hierin auch in der letzten Jahren trotz seiner schon getrübten Gesundheit nicht laß werdend, verdankt ihm fast die ganze jüngere Generation der Gemeinde ihre Bildung sowohl in den hebräischen als auch in den deutschen Elementar-Kenntnissen. Sein acht religiöses Gemüth, sein im Geiste der tief wurzelndes Leben haben ihn bei den nicht geringen Anstrengungen seines Berufes in dem edlen Bewußtsein, im Dienste der heiligsten Interessen zu stehen, Erhebung und Aufmunterung finden lassen. Von diesem Gedanken aus verbreitete sich auch die vom Rabbiner I. Fr ei mann auf dem Friedhofe gehaltene Trauerrede in der unter Zugrundelegung der Psalmstelle niv' Q'p^'7 'S» die Verdienste des Verewigten nach allen Seiten hin beleuchtet wurden. Vorher hatte im Leichenhause das Rabbinats - Mitglied G. Herzberg den Gefühlen der Trauer würdigen Ausdruck geliehen, worauf der Leichenzug, in welchem man auch den Magistrat, den evangelischen Pfarrer als Schul- Jnspektor und die christlichen Lehrer bemerkte, sich in Bewegung setzte. Die Gemeinde suchte einer r-r^p' gehörige Rechnung zu tragen, möge sie nun sich beeilen, in gewisser Beziehung auch für eine 'ii-7 x->p' Sorge zu pflegen, dadurch, daß sie die Existenz der Hinterbliebenen Wittwe und Kinder sichere. Gewiß wird die Gemeinde diesem gerechten Ansprüche thütige Anerkennung zollen; nachdem sie bereits vor 2 Jahren bei Gelegenheit der 25jährigen Jubelfeier des Verewigten an den Tag gelegt hat, daß sie die Verdienste desselben zu würdigen versieht. Wie die Unterrrchts-Verhältnisse in hiesiger Gemeinde nunmehr sich gestalten werden, ob namentlich dem längst vorhandenen, nunmehr noch fühlbarer werdenden Bedürfnisse für die Creirung einer die verschiedenen Stufen des Religions-Unterrichts umfassenden Anstalt neben der mehrklassigen Elementarschule in ersprießlicher Weile abgeholfen werden wird, darüber verlautet noch Nichts. Möge aber bald die Initiative hiefür ergriffen werden, damit Filehne nicht zu denjenigen älteren Gemeinde gezählt werde, denen es genügt, gemächlich am Ruhme zu zehren, daß einst die in ihrer Mitte geweilt, dis aber kein Streben zeigen mögen, ihr auch in der Gegenwart und für die Zukunft eine bleibende Stätte zu sichern. Mögen die Einsichtsvolleren eine solch' heilige Sache in die Hand nehmen; mögen sie bedenken, daß es früher oder später im Leben sich bitter rächt, wenn man ausschließlich für die weltliche Bildung Sorge trägt, ohne auch und vor Allem! für eine gründliche Religionskenntniß bedacht zu sein — wenn ma» so die Jugend nur an fremde Quellen gewöhnt, an die ureigene, die Göttliche', aber sie gar nicht führe« mag. Denn Schande ist 'es mcht allein, sondern auch Schade, unberechenbarer ist es — fügen wir mit den trefflichen Worten Herders hinzu — an einem Tropfen Zu lecken, wenn ein Abgrund von Größe, Hoheit und Majestät vor uns ist! Jnowraclaw. Der jüdische Kranken-Unterstützungs-Verein (kikor Oboliw) hat in der Generalversammlung am 23. v. M. einstimmig den Beschluß gefaßt, seine Thätigkeit durch Eröffnung einer „Darlehenskasse in größerem Umfange" zu erweitern. Der Verein beabsichtigt hierdurch dem hierorts neugegründeten Vorschußvereine durch Gewährung vortheilhasterer Darlehens-Bedingungen Concurrenz zu bieten. Eine namhafte Summe wurde zu diesem Behufs sofort von den Vereinsmitgliedern zinsenfrei gezeichnet resp. niedergelegt, und soll die Thätigkeit der Darlehnskasse mit dem 1. Februar cr. ins Leben treten. Nach Feststellung der Statuten wird der Vereinsvorstand die Darlehensbedingungen veröffentlichen. Falkenburg, den 28. Januar. Bei der großen Seltenheit, oder besser dem gänzlichen Mangel von Referaten aus unserem lieben Pommerlande für Ihr auch hier gern und mit aufrichtiger Zustimmung gelesenes Blatt, kann ich mich des Gedankens nicht erwehren, daß Sie nicht auch zuweilen hiesigen religiösen Zuständen oder unsere Glaubensgenossen interessirenden Begebenheiten die Spalten desselben zu öffnen geneigt sein sollten; ich beginne daher heute mit der Mittheilung eines kleinen Falles, der das gute Einvernehmen der Bekenner beider Confesstone» hier zu constatiren geeignet ist. Am 10. starb in unserer Nachbarstadt Dramburg der Kaufmann Hirsch Joseph, dessen Hingang auch in weiteren Kreisen, da er Gemeindecassen-Rendant und Stadtverordneter war , — beklagt wurde. Er besaß in diesen Eigenschaften die Liebe und das vollste Vertrauen der jüdischen Gemeinde und seiner christ»

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