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Der Israelit · 1864-02-10 · Heft 6 (10.2.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 6 (10.2.1864)
Date
1864-02-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage za Nr. 6 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg, 27. Januar. Der Inhaber einer bedeutenden Lehr-Anslalt schickte dieser Tage nnhreren Eltern der sein Institut besuchenden Kinder Briese, in denen er ihnen anzeigte, daß er zu Ostern das Lehr-Jnstitut aufgeben würde und daß er keinen würdigen Nachfolger gefunden, dem er es übergeben könne. Die Eltern müßten sich also anderweit Umsehen. Nach einigen Tagen soll es sich ausgesprochen haben, daß nur jüdischen Eltern solche Briefe zugegangen sind, während christliche Eltern keine erhalten haben, und wurde deshalb die Behauptung laut, der Herr wolle ferner nur Christen-Kinder unterrichten. Hinzugefügt ward, daß eine gleiche Maßregel in dem Institute einer Erzieherin, die dasselbe ausgebe, bevorstehe, daß dann der Ersnre die christlichen Schüler dieses Instituts für seine ausgeschobenen jüdischen übernehmen wolle. In Folge dieser Vorgänge haben mehrere der jüdischen Eltern es für gerathen gefunden, nicht erst bis Ostern zu warten, sondern ihre Kinder sofort wegzunehmen. (Reform.) Hamburg, 28. Januar. Die Ausscheidung der Kinder israelitischer Eltern aus der hiesigen Bürgerschule des Herrn vr. Noodt verfehlt nicht, gerechtes Aufsehen und Befremden zu erregen. Die crasse Intoleranz ist hier so sehr auf die Spitze getrieben, daß diese Angelegenheit dem guten Rufe Hambur gs auf dem Gebiete der Gewissensfreiheit und namentlich der Emancipation der Juden einen schweren Stoß versetzt. Bemerkenswerth ist übrigens, daß Herr Di-. Noodt sich früher um eine Anstellung an der jüdischen Freischule Talmud Thora bewarb, damit aber nicht reüssirte, weil die vorgeschriebene Probe- Lection nicht den Beifall der Vorsteher dieser Schule fand! (Reform.) Hamburg, 28. Januar. Die Eduard Kley- Stiftung ward bekanntlich vor einigen Jahren zur Feier des 70jährigen Geburtstages des Vr. Ed. Kley, früheren Predigers am hiesigen israelitischen Tempel, gestiftet. Ihr Zweck ist, alte hilfsbedürftige Lehrer i zu unterstützen. Nach der vor einigen Tagen veröffentlichten Abrechnung besaß die Stiftung Ende vorigen! Jahres ein belegtes Capital von Spec. Beo. M. 5500 und baar Ct. M. 3644. 6 S. Während des verflossenen Jahres wurden eingenommen Ct. M. 971 re- I gelniäßige Beiträge, Ct. M. 207. 8 S. einmalige j Geschenke, Ct. M. 275. 15 S. Zinsen und der Netto-! Ertrag einer zum Besten der Stiftung veranstalteten! Verloosung mit Crt. M. 2547. 12 S. Die Verwal-! tungskosten betrugen im vorigen Jahre 67 Al. 11 Sj An einmaliger Unterstützung erhielten 14 Lehrer Ct. M. 900 und außerdem ward eine lebenslängliche Unterstützung von 200 M. bewilligt. Der Zweck der j Kley-Stiftung ist ein so lobenswerther, daß wir uns gedrungen fühlen, sie der allgemeinen Theilnahme bestens zu empfehlen. (Reform.) Stuttgart, 1. Febr. In der Kammer der Standesherren führt die Tagesordnung zur Be rathung des Berichts über den Entwurf, betr. die bürgerlichen Verhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen. Bezüglich des Eides der Israeliten ist die Commission damit, daß die seitherigen Bestimmungen über den Jndeneid wegfallen sollen, einverstanden und beantragt folgenden Zusatzartikel zu Art. 1: Die l Bethcuernngsformel der Israeliten bei allen Eiden! besteht in den unter Au Hebung der rechten Hand zu § sprechenden Worten: Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe. Dieser Antrag wird angenommen.! Preußen.!! Gollub, 19. Januar. Es ist nunmehr auch in! der letzten Instanz die Entscheidung über die hiesige l Bürgermetsterstelle ergangen. Das Ministerum hat den jüdischen Rathmann N. Cohn nicht bestätigt, und es ist demnächst eine baldige Neuwahl zu erwarten. Filehne. Die hiesige Gemeinde ist am 18. v. M. von einem tief empfindlichen Verluste betroffen worden. Es verschied nach mehrwöchentlichem Krankenlager der Lehrer Moses Berge! im Alter von

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