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Der Israelit · 1864-02-03 · Heft 5 (3.2.1864) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 5 (3.2.1864)
Date
1864-02-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z» Rr. 5 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Cvrrespondenzen. Deutschland. Hannover, den 19. Januar. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich habe es dankbar anzuerkennen, daß Sie bei Veröffentlichung meiner jüngsten Zuschrift in Betreff der Falaschas-Angeleaenheit meiner geringen Wirksamkeit die Ehre erzeigen, mich als geeignet zu der wichtigen, heiligen Mission „unseren bedrängten Glau bensbrüdern im Namen der Europäischen Judenheit mit Rath und That zur Seite zu stehen," zu finden. Die hohe Bedeutsamkeit dieser Sache und das Interesse, das dieselbe in Anspruch nimmt, läßt mich nochmals darauf zurnckkommen und die wiederholte Erklärung abgeben, daß ich bereit bin, mein Leben dieser Angelegenheit zu weihen und zu folgen, sobald mich meine Bruder mit ihrem Mandate betrauen. Sie haben Recht, sehr geehrter Herr Redakteur, und ich habe dieselbe Ansicht von vornherein gehabt, daß das kein Wert für einen Menschen allein ist- Zu vielseitig und schwierig ist die Aufgabe, die in Abessynien zu lösen ist. Ich wollte nur die Meinung äußern, daß von Europa nur Einer entsendet zu werden brauche. Dieser, von den europäischen Juden bestellte Abgesandte hätte zunächst seine Wanderung nach Jerusalem zu richten, sich dort bei den habessynischen Geistlichen mit der Landessprache vertraut zu machen und unter den dortigen Glaubensgenossen vier bis fünf Genoffen sich zu ersehen, die geeignet wären, das Wort Gottes die Falascha's, und vor Allen die dortige Jugend zu lehren. Zu diesem Behufs müßten sie ihren Wohnsitz unter ihnen nehmen. Sehr geehrter Herr Redakteur! Sie habet! zuerst die Stimme für diese Sache erhoben — lasten Sie nicht nach. — Fordern Sie die gesammte Judenheit auf — — einzustehen für die Bedrängniß unserer armen Brüder. Legen Sie die ganze Größe des Unglücks, das ihnen droht, offen dar und fordern Sie auf, daß sich überall Comit4's bilden um Spenden zu diesem Behufs einzusammeln. Sobald eine Garantie für etwa 10,000 Thaler vorhanden ist, dürfte die Sache als genchert anzu-! sehen sein.! Aber die Sache drängt; jede Stunde Verzögerung droht tausendfache Gefahr. Es handelt sich, ob eine Bevölkerung von 1/4 Millionen jüdischer Seelen denk Judenthume erhalten werden soll. Wo gäbe es ein jüdisches Herz, das nicht warm für diese Angelegenheit empfinden, wo eine jüdische Hand, die sich nicht willig derselben öffnen sollte! Will man mir diese Mission über tragen, so würde ich zum Frühjahr nach Jerusalem auibrechen, um zum Herbste eitle Caravane zu bilden, tim bis dahin Alles vorzubereiten, nach Abessynien aufzubrechen, um auf die Herbstfeiertage dort zu sein. Möge Gott mit dem Werke, das in seinem Namen, zu seiner Ehre unternommen wird, sein, mögen sich Herzen und Hände finden, es in's Leben zu rufen. — Ich bin bereit zu thun, was an mir ist, was in dem Bereiche desjenigen liegt, womit mich die Vorsehung ausgerüstet — mein Eifer, meine geringe Erfahrung, ,mein Leben — es soll dieser hohen Sache gewidmet sein? Genehmigen Sie den wiederholten Ausdruck vorzüglicher Hochachtung, mit der ich verharre Ihr ergebenster I. I. Benjamin II. Preußen. Jnotvraclatv. Am 16. Januar feierte Herr b)i-. Mannheim sein 25jähriges Doctor-Jubiläum. Es war dies ein seltenes Fest, denn es gab Zeugniß davon, wie mächtig und voll die Herzen der Menschen demjenigen entgegenschlagen, der lein Leben dem Wohle der Menschheit widmet. Schon in den frühen Morgenstunden fanden sich Gratulanten ohne Unterschied des Standes im Hause des Jubilars ein, um demselben ihre Ehrerbietung zu bekunden. Unter den herzlichsten Gratulationen überreichte eine Deputation von 10 Bürgern dem Jubilar einen prachtvollen silbernen Pokal; ähnliche ansehnliche Geschenke wurden von einzelnen Corporations - Mitgliedern demselben überreicht. Fast den ganzen Tag kamen und gingen Gratulanten.

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