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Der Israelit · 1864-01-27 · Heft 4 (27.1.1864) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 4 (27.1.1864)
Date
1864-01-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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53 Feuilleton. Aus dem handschriftlichen Tagebuch einer Frau aus dem 17. Iahrh. (Mitgetheilt von VenNIau.) 1. Das Ganze, in jüdisch-deutscher Schrift und Mundart, besteht aus sieben Büchern (Sepharim) und umfaßt nebst Einleitung 103 Blatt Octav. Blatt 1—5 inveß fehlen, eben so Blatt 11 — 22. — Die letzte Seite schließt mit dem Monat Nisan 479 (1719) und zwar nnt folgender sonderbarer Erzählung, die zugleich als Beispiel der Schreibart dienen mag : „Nisan 479 lepb'alr ist eine Lsebali auf der Mosel gestanden und hat ü.oiiui gesäubert, bei der 1a)laü leei-scb um )ull Uhr. Ist geworden hell als wie bei Tag und derHunmel ist offen gewesen als wie ein-— und Funken senen (sind) davon gesprungen und darnach ist der Himmel wieder zugegangen, als wenn einer hat' ein' Vorhang zugezogen, und ist wieder ganz finster geworden. Ü-LsobsvL )ittbarucU baruob llu soll geben, daß es Ivtodab sein soll. Amen weamen." Diese letzte Seite ist von einer andern Hand mit der Bemerkung am Rande: „Ich habe diese pa^ius, ergänzt von dem andern Original. Da wo die drei Srrichelcher stehen, fehlt ein Wort, welches ich nicht Hab herausbrmgen können, indem es Alters halber schon sehr wt-ta8oül08^ü (bestellt, t. ^.rueli 2 r. tusebtuveb) und zerrissen war. Heute (Ü3)joui 6te.) am 4. Tag, den 13. 560 (1800). Elia) im l)6L 4o86pb Hornel 86A3.1 (Levite) 862U1 (gesegneten Andenkens) Arzt (voxüo oto.) in der heiligen Gemeinde Frankfurt a./w. —" Der Inhalt des Buches befaßt sich sowohl mit der Gerichte der eignen Familie, als mit merkwürdigen Ereignissen aus der nähern und ferneren Umgebung, so z. B. vom Jahre 1666 in Bezug auf Schablhai Zewi. Hin und wieder befinden sich herzvolle Ermahnungen zu einem gottgefälligen Leben an die Kinder der Schreiberm, durchfurchten mit lehrreichen Erzählungen, Fabeln, Sprüchen und drgl. aus Büchern und dem Leben. Die Bücher, deren Lektüre sie ihren Kindern ausdrücklich empfiehlt, sind mehrere sLpürs musLlvon U. ^.biabava üoüabrliai Üallovi (?), und für die, welche kein Hebräisch verstehen, („nicht lernen können"), den teutschen Branofpiegel (auch ssxüor dauuvärek genannt von u. NosoUs Lerrooü. Basel 1602. 4. Frankfurt 1677. 4.) und den tE (von k. 4it26balL. Wilmersdorfs 1673 fol.). — Die Verfasserin, mit Namen „Glück" oder „Glücklich", war 1645 in Hamburg geboren. Ihr Vater war, wie sie erzählt, ein braver und angesehener Mann, „ein sehr fürsorglicher Parnes der Gemeinde^, der jedoch mit den übrigen Vorstehern neidische und gehässige Gegner gehabt, welche ihn und seine Mitvorsteher sogar bis vor den König von Kopenhagen, jedoch vergeblich, verfolgt hätten. In ihrem zwölften Jahre ward sie Braut und in ihrem vierzehnten (1659) verheirathet mit einem Wittwer Namens ChajrmHomel (aus Hameln, woher der Familiennamen Homel-Goldschmidt in Frankfurt, von einem ihrer Söhne mit Namen Jsak, der in Frankfurt an,ässig geworden). Ihr Schwiegervater hieß Joseph Homel, dessen Vater, Samuel SLockert, „Parnes in ganz Hessen gewesen"; ihre Schwiegermutter, mit Namen Freuden war eine Tochter von Nathan Spanier aus Stathagen. — Nachdem sie 16d9 Wittwe geworden, verheirathete sie sich 1693 zum zwettenmale mit einem Manne Namens Hirsch Levi in Metz, jedoch unglücklich. Daß die Verfasserin in dem Hause ihrer Eltern eine für die damalige Zeit mehr als gewöhnliche Erziehung genossen, geht — abgesehen von der Idee und der Abfassung eines Tagebuches — schon aus Manchem hervor, was sie einleitend aus den frühem Ereignissen ihrer Familie mittheilt. So berichtet sie unter Anderem: Ihre Großmutter, mit'Namen Mate, war frühe zur Wlltwe geworden, wie es scheint, in Folge einer besondern Sterblichkeit, die viele angesehene Männer in Hamburg — S. 22 nennt den Parnes Feibelmann, emen Chajim Fürst, den Reichsten in der Gemeinde und ebenfals Parnes, dann Abraham Schamesch, der, bevor ihm die Seele ausging, sagte: „Alan hat mich berufen vor den Rath und das Gericht der Höhe, soll Zeugniß sagen," sowie der Sohn des Chajim Fürst mit Namen Salomon, der Steuererheber (^adbai) war, und noch Andere, wodurch, wie sie sagt, Gott den Streit mit den Parnosim geändert — nacheinander hinweggerafft. Nachdem die Großmutter ihre Tochter Olk*) an Jakob Reh verheirathet, war ihr wenig übrig geblieben, und sie sah sich genöthigt, sich mit ihrer elfjährigen Tochter, der Mutter der Schreiberin, in das Haus ihres Schwiegersohnes Jakob Reh zu begeben. Das elfjährige Mädchen verstand sich besonders auf die Kunst, Silber- und Goldspitzen zu klöppeln Jakob Reh sprach das erstemal für seine Schwiegermutter gut, *) Olga. — Ueber die jüdisch-deutschen Frauennamen üder- »upt s. „Sprichwörter und Redensarten rc.^ von A. Tendlau!r. SSL, S. 332.

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