Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1864)
- Date
- 1864-01-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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50 neu Äußerungen entstehm könnten, möglichst schnell entgegen zu treten." Mainz, den 18. Januar. Wir erhalten soeben die erfreuliche Mittheilung, daß „ein Ungenannter in K. im Interesse der großen, wichtigen Angelegenheit, die Falascha's betreffend, für den Fall des Zustandekommens der Expedition 50 fl. zu den Kosten derselben beizutragen bereit ist". Wir sagen dem geehrten Ungenannten (der sich jedoch uns genannt hat) für dieses Versprechen den herzlichsten Dank, indem wir zugleich die Hoffnung aussprechen, daß diese Angelegenheit sich baldmöglichst realisiren möge. Preußen. Berlin, den 19. Januar. In Bezug auf den Artikel in Nr. 2 d. Bl. habe ich zu bemerken, daß die Angabe eines mehrstündigen Verweilens meines verst. Töchterchens außerhalb des Bettes insofern ungenau ist, als ich die Dauer desselben nicht anzugeben weiß. Or. Ad. Löwy. Breslau. Sonnabend, am 9. Januar, hielt der an Geigers Stelle gewählte Rabbiner, Herr Dr-. Joel seine Antrittsrede. Der Redner setzte auseinander, wie das Verhältniß zwischen Gemeindelehrer und Gemeinde sein muß, wenn gute und gottgefällige Frucht aus seinem Wirken entsprießen soll. — In dem hiesigen Verein „zur Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums" fand am 5. Januar eine Mendelssohnsfeier statt. Der Festredner, Herr Rabbiner Dr. Joel, wies nach, welch hohe Verdienste der Verewigte sich um das Judenthum (namentlich in Deutschland) dadurch erworben, daß er einer der bedeutendsten Stylisten seiner Zeit war. M. Oesterreichischer Kaiserstaal. Wien. Die „Wiener Morgenpost" vom 18. Januar enthält folgende Zuschrift: Herr Redakteur! Nachdem meine Zeugenaussage in dem Preßprozeffe wider Herrn Or. Leop. Kompert durch Ihren Berichterstatter nicht ganz vollständig wiedergegeben wurde, so daß sie von Seiten der Leser eine irrige Auffassung erfahren und zu Mißdeutungen Anlaß geben könnte, erlaube ich mir Sie hiemit auf die in Nr. 12 der k. k. „Wiener Zeitung" enthaltene amtliche Urtheilsabschrift, so wie auf die darin wörtlich angegebene Zeugenaussage, mit der Bitte aufmerksam zu machen, dem diesbezüglichen Passus seinem Wortlaute nach in berichtigender Weise die Spalten Ihres geschätzten Blattes zu öffnen. Hochachtungsvoll Lazar Horwitz, Rabbiner. Die betreffende Stelle aus der „Wiener Zeitung" lautet: „Der Rabbiner Horwitz gab an: Das Kapitel 53 Jesaias werde von den meisten Auslegern, wie von vr. Graetz aufgefaßt, weil der Anfang „Mein Knecht" das israelitische Volk bezeichne. Auch er finde in dem Artikel keine Schmähung lder Lehre der Juden. Jeder Jude glaube zwar an einen persönlichen Messias, aber die Art und Weise, wie er erscheinen werde, sei ihm Vorbehalten."*) 28ien, den 18. Jan. Der „Presse" vom heutigen Datum wird Folgendes geschrieben: Aus Ungarn schreibt man uns: Unter den orthodoxen Juden Ungarns haben die anläßlich des Preßprozesses vom 30. v. M. über den Messiasglauben und den Standpunkt des orthodoxen Judenthums zu demselben gefallenen Aeußerungen eine große ^Bewegung hervorgerufen, und nach eingelaufenen Nachrichten wurden, wie erwartet werden mußte, die gesetzestreuen Glaubensgenossen anderer Länder ebenfalls von der tiefsten Betrübniß durch jene Erklärungen erfüllt. Es kann bereits als sicher gestellt betrachtet werden, daß von Seiten der orthodoxen Rabbiner eine Manifestation ausgehen wird, welche bekundet, daß die oberwähnten Aeußerungen der positiven Lehre des Judenthums ebensowenig als den tatsächlichen Zuständen entsprechen; sicherem Vernehmen nach werden über die Modalität dieser Kungebung Berathungen gepflogen, deren Resultat binnen kurzem bekannt werden dürfte. *) Anm. d. Red. Wir müssen gestoben, daß uns obige Erklärung s<hr wenig befriedig!; daß Herr R. H. selbst an die Ankunft eines persönlichen Messias glaubt, kalte Niemand bezweifelt; ist aber jeder Jude verpflichtet daran zu glauben odernicht? Was soll das heißen: „sei ihm Vorbehalten? wem, jedem Juden oder dem Messias?" — Uebrigens verwahrt sich auch der Berichterstatter der „Presse" in Nr. 21 derselben gegen den Vorwurf, daß er die Aussage des Herrn H. corrumpirt habe. (Hierbei eine Beilage.) Vetantwcrtltche Redaktion: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. — Druck von J.ISottsleben in Mainz.