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Der Israelit · 1864-01-13 · Heft 2 (13.1.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 2 (13.1.1864)
Date
1864-01-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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22 Biblis geben zu sollen. Diese Gemeinde, die sich durch ihre Religiosität und Wohlthätigkeit einen Namen zu verschaffen verstanden, glaubte eben die Fortdauer und Fortbildung ihrer diesbezüglichen Gesinnung am Heerde der Wissenschaft zu finden. Wohlüberzeugt, daß nur von dieser eine echt religiöse und sociale Bildung zu erzielen sei, übersah sie zugleich nicht, daß yi-r-,-n Op :i^r> kein leeres Wort und daß einer bloßen Neligionsschule selbst mit großen Opfern nur selten eine erwünschte Forterhaltung gesichert sei. Ihr Streben ging nun dahin, eine Anstalt zu gründen, die sowohl den Ansprüchen der Zeit als auch unserer hl. Religion in jeder Weise genüge. Sie scheute es daher auch nicht, für die Lehrerbesoldung über tVOO fl. zu dotiren, und glaubte in den Herren I. Kunreuth e r und I. Weißbartals ständigen Lehren undHerrn Hey der als Fachlehrer diejenigen Kräfte zu besitzen, welche ihr zum Zwecke verhelfen werden. Durch die Bemühung ihres sehr würdigen und einflußreichen Vorstehers Herrn S. Boden he im I., der wie jeder andern guten Sache, so ganz besonders der jüd. Schule die eifrigste Unterstützung gewährt, gelang es ihr, die Genehmigung zur Errichtung eines Gemeinde-Instituts unter der Leitung des H. Weißbart, von Grhrzgl. Oberstudien-Direction zu erhalten. Obschon nun die Aufgabe einer derartigen Schule, wo dem Geistigen so wenig als dem Materiellen Abbruch geschehen darf, durchaus keine leichte ist, besonders im Verhältniß zu den gebotenen Lehrkräften, so zeigte doch schon das Resultat einer in diesem Herbste stattgefundenen öffentlichen Religions- und Elementarprüfung, welch' schöne Erfolge das Unternehmen nach kurzer Zeit schon errungen hat. Nicht allein, daß die Kinder in allen jüd. Lehrgegenständen überraschend Vieles zu leisten im Stande waren, so daß man sichtlich überzeugt sein i mußte, wie ernst es den Lehrern um das Heil der Jugend und die Wahrung unserer hl. Thora sei —! der Unterrichtsplan umfaßt ein reiches Material aus! der jüd. Literatur und dieses wurde dem Geiste der! Jugend methodisch zum sichern Bewußtsein und zur! Selbstthätigkeit beigebracht —, sondern auch in allen «Elementar- und Realgegenständen ward verhältnißmä- Hig ganz Vortreffliches geleistet, so daß sich die an- -wesende Geistlichkeit und andere Männer von Fach äußerst befriedigt und anerkennend darüber ausspra chen. Kurz, das Ganze hat den besten Eindruck nicht verfehlt und von Neuem bewiesen, was ernster Wille und gutes Streben vermögen und daß auch Landgemeinden nach ihren Verhältnissen mehr für ihre Schulen thun können, wenn sie der Erziehung ihrer Kinder bedeutende Geldopfer und eine größere Aufmerksamkeit zu widmen bemüht sind. In dieser Beziehung ließe sich namentlich in unserem Großherzogthum noch Vieles thun, wo die Neligionsschulen in Folge der geringen Besoldung der Lehrer nicht immer das Nöthigste zu leisten im Stande sind und überhaupt nicht die ihnen gebührende Stellung einnehmen. Durch regere Theilnahme und Aufbietung der nöthigen Mttel von Seiten der Eltern hingegen, ließe sich auch auf diesem Gebiete Größeres erzielen. Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muß auch thun. — Österreichischer Kaiserstaat. Prag, den 4. Januar. Herr Oberrabbiner Rappoport wurde von der Gemeinderepräsentanz aufgefordert; in das Comits der Rießerstiftung zu treten. Herr Oberr. R. fühlte sich veranlaßt, diese Ehre abzulehnen, da er aus religiösen Gründen nicht zur Verbreitung der Rießer'schen Schriften beitragen könne. R. England. London, den 1. Jan. Bekanntlich hat sich doarä ok äeputivs wegen der hartbedrängten Juden iu Sana (Südarabien) an den Grafen Ruffel, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, gewandt, der dieselben der Aufmerksamkeit des Gouverneurs von Aden empfohlen hatte. Nunmehr hat rste b. ot äep. eine Antwort erhalten. Der Gouverneur von Aden theilt mit, daß sich Sana bereits seit einer Reihe von Jahren in einem Zustande der Anarchie und Gesetzlosigkeit befinde, wodurch eine Einwirkung nicht möglich sei; der Gouverneur verspricht indessen, die nächste günstige Gelegenheit zu benützen, um zu Gunsten der Verfolgten thätig zu sein. (Hierbei eine Beilage.) v«a»t»»rtU-» »r. — >erl«« Vrr t» H»s»«chh«mdv»»-. — Druck von 2. S»tt»l«b«» 1«

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