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Der Israelit · 1864-01-13 · Heft 2 (13.1.1864) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 2 (13.1.1864)
Date
1864-01-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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19 als vor mehr als zwei Jahren Herr Or. Jellinek sich ' gegen gegen Orthodoxie und Orthodoxe in einer Predigt in solchen ungemessenen Worten erging, daß alle anständige Zuhörer sich verletzt fühlten, polemisirte Herr Rabb. H. auch gegen ihn in einer Derascha, hindeutend auf das Ketoneth Passim, auf Kutte und Talar, die den Sineat Chinam anfache. Freilich diplomatisch fein genug waren die Erwiederungen gegen den offnen Hohn nnd Spott des ungebärdigen Reformers; doch durch alle die überzuckerten Phrasen und Wortdrehungen und Windungen leuchtete klar hervor, daß Prediger Or. Jellinek ein O'Qdii '-,212 z'pvv sei, gegen den er daher seine warnende Stimme zu erheben sich verpflichtet fühlte. — Und nun nach zwei Jahren finden wir denselben Rabb. H. Arm in Ärm mit Herrn Jell. in treuer Bundesgenoffenschaft die ganze religiöse Judenheit in den Kampf herausfordern! — Gibt es in religiöser Beziehung eine innigere Verbindung als das gemeinschaftliche Gründen einer Schule an derselben? — Nimmt und trägt Herr Rabb. H. nicht die ganze Verantwortlichkeit für alle die Lehren nnd Richtungen, die seine Collegen in dem sogenannten Beth-Hamidrasch vortragen und vorzeichnen? ja, trägt er nicht noch die größere Verantwortlichkeit, indem er selbst diese Lehren und Richtungen der orthodoxen Judenheit gegenüber als richtig und wahr durch seine Mitbetheiligung beglaubigt und besiegelt? Hat Herr Jellinek seitdem widerrufen? Sind die Ansichten eines Tonneles, Szanto und Consorten Herrn Rabb. H. auch nur unbekannt? Mitnichten. Herr Jell. ist sich consequent geblieben, Verhöhnung und Verspottung des traditionellen Judenthums ward getreulich in Predigt und Schrift, in Leben und Wandel fortgesetzt und durch dessen Leibjourmal, die „Neuzeit", in weitere Kreise ez-portirt und gerade um diese seine destructiven Ansichten dauernd zu begründen, ward dieses B.-Hm. kreirt. — Durfte sich Herr Rabb. H., wenn er anders fernen dis jetzt manifestirten Gesinnungen treu geblieben, durch Vortrüge an diesem B.-Hm. betheiligen? Konnte selbst ein Drängen des Vorstandes, von dem wir übrigens nichts wissen, einen Druck auf ihn ausüben — der Mann lebt seit 30 Jahren in Wien, hat nie in orthodoxer Richtung die Initiative zu einer lebensvollen That ergriffen, hat nicht einen Talmid, hat auch nicht ein Institut auch nur durch Orthodoxe für Orthodoxe begründet; konnte er nicht einem etwaigen drängenden Vorstände sagen: „Schauet hin auf meine Jugend - und Mannes-Jahre, ich war und bin kein Mann der That, laßt mich greisen Mann ruhig mein Alter ohne Kampf verleben, dem ich doch, wie ihr wißt, stets ans dem Wege gegangen". Es ist wabrlich nicht die Lust und Liebe zum Polemifiren, die uns diese herben Worte in die Feder dictirt, gegen einen Mann, dessen Name in den Kreisen, für welche dies Blatt bestimmt ist, stets nur mit Verehrung genannt werden durste und dem auch wir bis jetzt bei aller Schwäche und Thatenlosigkeit den Zoll der Hochachtung gerne boten. Mer die Wahrheit riber Alles! Wir mußten unsere Gesinnungsgenoffen vor Täuschungen warnen, wie schmerzlich-traurig uns auch die Erfüllung dieser Pflicht ist. Wie lange und wie weit Herr Rabb. H. mit seinen neuen Bundesgenoffen gehen werde, wagen wir nicht zu ermessen; hoffen wir, daß der Herr Rabbiner sich bald von einem bnndesgenoffenschaftlichen Zusammenwirken mit Männern lossagen werde, die offen der orthodox-religiösen Principien Krieg und Fehde kündigten und bethätigten. Einstweilen schreiben wir mit wahrhaftem Kummer die traurigen Worte nieder, daß die orthodoxe Judenheit sich mit schmerzlicher Resignation zu gewöhnen habe, den Namen des Rabbiners nicht mehr zu den ihrigen zu zählen. — (Unterdeß ist Herr R. H. bei Gelegenheit des Proceß Kompert offen ins Reformlager übergegangen j siehe unten Wien j. Näheres darüber in der nächsten Nummer.) Sau jüdischer Annen nnd Pilgerwohnnngen in Jerusalem. Durch B. Sturmann, Cantor und H. I. Herrschte in Neumark, W. P.: Ertrag der halbjährigen Pfennigscollecte 3 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.; abz. Porto 5 fl. 21 kr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Bamberg, den 9. Januar. Herr Rabbiner Or. Kobak entfaltet eine segensvolle Thätigkeit; vor Allem sucht er den Geist der Thora hier anzufachen, ausgehend von dm talmudischm Grundsätzen daß Abfall, Unglaube und religiöse Indifferenz größtentheils in der Unwissenheit ihren Grund haben. Er hat deßhalb einen Verein gegründet, in welchem er dreimal wöchentlich Naschi al Hathora, Chaje Adam und Chobot Halebaboth vorträgt und allsabbatlich Borträge über religiöse Themata hält. Die das dortige Seminar besuchenden Lehramtscandidaten erhielten ehe-

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