Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1864)
- Date
- 1864-01-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage zu Nr. 1 des Israelit. Jertirngsnaohrithte« und Correfporr- -enzen. Preußen. Altena (Weftphalen), Ende Dezember. Erlauben Sie mir, hochgeehrter Herr Redakteur, für Ihr sehr geschätztes und vielgelesenes Blatt auch aus der Grafschaft Mark, von wo nur sehr selten vom Judentum etwas zu lesen ist, einiges Nachahmenswerte mitzutheilen. Die hiesige Gemeinde zählt etwa 17 Familien, die alle unsere religiösen Institutionen in ihrer vererbten, alten ehrwürdigen Form mit aller Kraft aufrecht zu erhalten suchen. Das rein jüdische Element wurzelt G. s. D. hier noch auf festem Fuße, denn die Neuerungssucht der benachbarten Städte hat bei uns noch keine Nachahmung gesunden. Es befinden sich hier 3 Vereine: -tN'np m^n2 'n. Jeder Verein hat seine besondern religiösen und wohlthätigen Zwecke. So z. B. verehrte die "n, welche ihre Sparpfennige sammelte am d. I. der Synagoge einen schönen Teppich, Die p'n feierte ein nnn auf Zu diesem Zwecke wurde nach nmQ in der Synagoge von der p'n ein besonderer Gottesdienst abgehalten, der letzte Theil vorgetragen und in ergreifenden Worten den Anwesenden das rnwpb np :-;nnni ins.-, ans Herz gelegt, wozu der Channuka noch besonders Anlaß gab. Eine angemessene Mahlzeit, gewürzt durch heitere Gespräche, beschloß die Feier. Gott laste einen solchen frohen Tag in ungestörter Ruhe noch häufig wiederkehren. Am 30. November starb hier eine würdige Frau in noch jungen Jahreu. Ihr Verlust wurde von der ganzen Stadt betrauert. Namentlich warm es die Armen und Nothleidenden aller Confessionen, denen sie zu jeder Zeit mit Rath und Unterstützung zur Seite stand. Möge ihr 210 Andere zur Nachahmung anspornen. — .w Österreichischer Kaiserstaat. PestH, im Dezember. Die von Seiten der h. Regierung projektirte Einberufung von zehn Vertrauensmännern zur Regelung oes jüdischen Volksschulwesens in Ungarn dürfte kaum mehr zu Stande kommen. In der That haben die zehn Vertrauensmänner in hiesigen orthodoxen Kreisen viel Mißtrauen erregt. Man fürchtete namentlich das werde zu viel zählen Die Besorgniß war bei weitem keine gänzlich ungegründete. Man bezeichnete bereits als solche gewisse Namen, deren Träger nichts weniger als auf dem Boden des traditionellen Judenthums stehen. Von solchen Leuten läßt sich um so weniger etwas Ersprießliches für die Regeneration der jüdischen Schule hoffen, als leider in vielen intelligenten (?) Gemeinden unserS Vaterlandes der tiefe Standpunkt des hebr. Unterrichts noch immer als das untrüglichste Kriterium dafür dient, daß die Schule — auf der Höhe der Zeit stehe! Bemerkenswerth bleibt's ferner, daß die zur öffentlichen Kenntniß gelangten Namen der Vertrauensmänner zum entschieden größten Theile Leuten aus dem Kaufmannsstande angehörten. Rabbinen und Lehrer sämmtlicher Richtungen sind hiebei fast gänzlich übergangen worden. Warum es der h. Regierung gefiel, diesmal das „Tüchel" mit dem „Büchel" zu identifiziren, bleibt uns ein Räthsel. Wir sind übrigens durchaus der Ansicht nicht, es mögen Laien von ähnlichen Berathungen ausgeschlossen bleiben. Wünschen würden wir blos, so auf jüdische Gesinnungstüchtigteit und ein gewisses Ausmaß hebr. Wissens mehr Rücksicht genommen worden wäre. Ein Mann, der über die Neugestaltung des jüdischen Schulwesens seine Stimme erhebt, ohne von jüdischem Misten auch nur eine blasse Idee zu haben, müßte hiebeß dieselbe erbärmliche Rolle spielen, als der bekannte Herausgeber eines Wochenblattes für jüdische Theologie, der auf diesem weiten Felde sich nicht recht zu orientiren versteht. Die gänzlich überflüssige Religionsbücher-Literatur ist nun durch ein neues in der k. k. Staatsbuchdruckerei in Wien erschienenes Werk unter dem Titel: NL'-nQ nn bereichert worden. Das Werk scheint allerdings sich der traditionellen Lehre anzuschließen. Daß bei den von O'niso.n ni' das weggeblieben, dürstein unseren Tagen leider kaum Jemanden befremden. Bei dem redlichen Streben, mit dem