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Der Israelit · 1864-01-06 · Heft 1 (6.1.1864) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 1 (6.1.1864)
Date
1864-01-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 Innerhalb des Zeitraums vom Jfthre 18W biß, 1861 haben ihren bleibenden Wohnsitz in einer Gemeinde, der sie nicht bürgerlich angehören, genommen im Neckarkreise . . . 108 Israeliten, im Schwarzwaldkreise . 31 im Jaxtkreise . . , . 71 im Donaukreise . . . 54 264 Israeliten. Der Zuwachs der jüdischen Bevölkerung blieb namentlich in den letzten 15 Jahren namhaft hinter dem der gesummten Einwohnerzahl zurück in Folge starker Betheiligung an der Auswanderung. Außerdem fand eine ausgedehnte Uebersiedelung vom Land in die Städte statt, so daß jetzt Suttgart entschieden die stärkste Judengemeinde (847) hat. Diese Bewegung geht aus den folgenden Zahlen schlagend hervor, in welchen die jüdische Bevölkerung einiger Ortschaften vom Jahr 1843 und .1661 einander gegenüber gestellt ist, wobei allerdings die Zahlen von 1843 die ortsangehörige, die von 1861 die ortsanwesende Bevölkerung angeben, doch auch so noch die Veränderung deutlich genug erkennen lassen. Es sind dabei alle Orte aufgezählt, M denen die jüdische Bevölkerung im Jahre 1843 über Es hatten jüdische Einwohner 300 Seelen betrug. die Dörfer i. I. 1843 1861 Jebenhausen, O.-A. Göppingen . 512 239 Oberdorf, O.-A. Nereshein: . . 505 397 Mühringen, O.-A. Horb . . . 483 362 Rexingen, O.-A. Horb'.... 412 330 Freudenthal, O.-A. Besigheim . 345 326 Nordstetten, O.-A. Horb . . . 333 201 Aufhausen, O.-A. Neresheim. . 328 295 die Städte i. I. 1843 1861 Stuttgart. 230 847 Ulm. 19 327 Eßlingen. 115 184 Heilbronn. 11 137 Buchau. 625 718 Laupheim. 668 736 „Hienach ist die jüdische Bevölkerung in den Mittelstädten Laupheim und Buchau wenig gestiegen. In den sieben ansehnlichsten Dörfern von jüdischer Bevölkerung ist sie von 2928 auf 2151 gefallen, in den vier größeren Städten des Landes von 375 auf 1495 gestiegen. Die Zunahme betrug hier also gegen 400 o/o, die Abnahme in den Dörfern 18 o/o." Die ortsanwesende Gesammtbevölkerung Württembergs belief sich nach der Zählung vom 3. Dezember 1861 auf 1,720,708 Einwohner, wovon ' 1,338 dem mosaischen Glaubensbekenntnisse zugethan waren. Unter denselben widmeten sich nach den im Jahre 1861 gefertigten, dem K. Ministerium des Innern von den vier Kreisregierungen vorgelegten, Uebersichten über die Erwerbzweige der Israeliten: 1) wissenschaftlichen u. künstlerischen Berufsarten 181 2) der Landrvirthschaft .... ... 170 3) dem Großhandel.348 4) dem Detail-Handel.471 5) dem Kram- und Markthandel.113 6) den seßhaften Gewerben.703 7) dem Viehhandel.488 8) den Schachergewerben.459 Aus dem Vortrage des Ministers des Innern bel Einbringung des Gesetzesentwurfes ist zu ersehen, daß die Zahl der Schacherjuden, welche im Jahre 1828 etwa 2600 betragen hatte, bis zum Jahre 1852, also in einen: Zeitraum von 25 Jahren, in dem das Gesetz vom 25. April 1828 seinen Einfluß äußerte, auf 695 herabgesunken war. Die oben angezogenen Zahlenverhältnisse weisen aber darauf hin, daß seit dem Jahre 1852 bis zum Jahre 1861, in welchen: jene zusammengestellt worden sind, also innerhalb weiterer 9 Jahre, wiewohl sämmtliche im Gesetze vom 25. April 1828 aufgestellten Beschränkungen der Schacherjuden nunmehr 14 Jahre hindurch nicht mehr vollzogen wurden, eine Zunahme der die Schachergewerbe betreibenden Israeliten nicht stattgefunden hat, daß vielmehr manche Israeliten den Schacherhandel aufgegeben, und den Weg, auf welchen das Gesetz von 1828 sie durch Entziehung von Rechten hinzuleiten suchte, auch in der Zeit der Gleichberechtigung betreten haben. (Hierbei eine Beilage.)

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