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Der Israelit · 1863-12-30 · Heft 52 (30.12.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 52 (30.12.1863)
Date
1863-12-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 52 des Israelit. Leitungsnochrichlen u. CsrrespondeMU. Frankreich. Paris, den 18. Dec. Ein erfreuliches Zeichen für die Sache unsrer heiligen Religion sind die allenthalben aufblühenden Schulen, in denen ini Geiste des wahren Judenthums die Jugend herangebildet wird. Auch wir erfreuen uns seit einiger Zeit einer solchen Anstalt, deren Mangel allzulange hier gefühlt wurde. Die Sckmle des Herrn Weiskopf, gegründet vor ungefähr anderthalb Jahren, verfolgt das erhabene Ziel, die hiesige rsr. Jugend mit unsrer heiligen Religion bekannter zu machen, als sie es durch den modernen systematischen Religionsunterricht gewöhnlich wird. Ein am U. December in der Anstalt des Hrn. Weiskopf stattgehabtes Examen überzeugte uns von dem ernsten Streben für die Verbreitung unseres heiligen Glaubens, welches Hr. W. in der Führung seiner Anstalt bekundet. Die intellektuellen Fortschritte welcbe Hr. W. in so kurzer Zeit erzielt hat und von denen wir durch dieses Examen vergewissert wurden, setzten alle Anwesenden in freudiges Erstaunen. — Ich glaube mir den Dank vieler Leser Ihres geschätzten Blattes zu erwerben, wenn ich etwas genauer auf den Hergang dieser Prüfung eingehe. Man begann mit dem Examen aus dem Hebräischen und zwar mit einer Klaffe, die aus Knaben im Alter von 8—l l Jahren besteht. Mit einer bewunderungswürdigen Geläufigkeit übersetzten dieselben die schwierigsten Verse des Pentateuch, der Sprüche Salomon's, sowie sämmtliche Gebete. Die Mehrzahl der Zöglinge zeigte sich vollends eingeweiht in den Sinn der von ihnen übersetzten Stücke; einzelne geben Beweise von sehr raschen Fortschritten in der Erlernung der hebräischen Sprachlehre. Die höhere Klaffe unter der persönlichen Leitung des Hrn. W. legte Proben von einem Wissen ab, wie es selten bei so jungen Knaben angetroffen wird. Einige unter denselben zergliedern mit Geistesschärfe die tiefsinnigsten Stellen aus dem Talmnd und waren ganz vertraut nur den Commentatoren (Raschi, Tosaphot, Meharschah) von deren Ansichten sie genaue Rechenschaft zu geben wußten. Andere zeichnete« sich aus durch ein klares Verständniß der Mischnah woraus sie verschiedene Abhandlungen erklärten. Wir hätten noch eine Menge Gegenstände aufzuiühren, aus denen die Zöglinge der oberen Abtheilung ihre Prüfung rühmlichft bestanden haben, wollen jedoch nur hinzufügen, daß fast alle Schüler der ersten Abtheilung ausgedehnte Kenntnisse in der hebräischen Grammatik besitzen. Jrst den meisten Schulen dahier herrscht das verderbliche System, den höhern Klaffen, auf Kosten der untern, eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Wir können Hrn. W. nur Glück wünschen, diese gewissenlose Methode von Vornherein ans seiner Anstalt gebannt zu haben. Knaben im Alter von sechs bis acht Jahren übersetzten in eleganter Ausdrucksweise einzelne Partien des Pentateuch und verschiedene Geöetstücke. Die mittleren und unteren Klaffen stehen unter der Leitung des Hrn. Weiskopf junior, welcher seinem Bruder thätig zur Seite steht. Weniger überraschend wären jedoch die Erfolge aus dem Gebiete des religiösen Wissens, wenn der Ausbildung in den profanen Gegenständen irgend wie Eintrag geschehe. Wir verhehlen es nicht, daß uns die Prüfung aus der französischen Sprache, Arithmetik^ Geschichte und Geographie, den fremden Sprachen rc. Grund zu größerem Vergnügen gab, als die herrlichen aus dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft errungenen Resultate. Mit Stolz können wir auf die Gegner der Orthodoxie blicken, die uns (wie sie es überall zu thun pflegen) als Gegner der wissenschaftlichen Bildung verschreien wollen. Hr. W. ließ abwechselnd aus religiösen und profanen Lehrgegenständen prüfen unl die zahlreiche Zuhörerschaft zu überzeugen, daß trotz des ausgedehnten Religionsunterrichts die profanen Unterrichtszweige jenen Platz einnehmen, den die heutige Zeit erfordert. Besondern Ruhm erwarben sich mehrere Schüler durch die Art und Weise, aus welche sie die schwierigsten und combinirtesten Arithmetikaufgaben lösten. Ich fürchte Ihre Güte zu mißbrauchen, wenn ich über den ganzen Verlauf dieser Prüfung berichten wollte. Herr Ullmann Oranck- Uadlnn äu oovsistoire central präsidirte diesem Examen

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