Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-12-30 · Heft 52 (30.12.1863) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 52 (30.12.1863)
Date
1863-12-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447140--02336-2457664
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

650 während seiner ganzen Dauer; derselbe sprach H. W. öffentlich seine Zufriedenheit aus. Mit Vergnügen constatire ich, daß Hr. Ullman an der Errichtung dieser Anstalt ein lebhaftes Interesse nahm, und keine Gelegenheit versäumt, dieselbe auf alle mögliche Weise zu fördern. Ich kann diesen Bericht nicht schließen, ohne Hrn. Rabbiner M. Weiskopf und dessen würdigem Bruder das öffentliche Zeugniß abzulegen, wie sehr diese Herren sich um das Judenthum verdient machen. Nicht nur, daß sie ihre Zöglinge so weit heranbilden, das Wesen des Judenthums und dessen Verpflichtungen aus den wahren Urquellen kennen zu lernen, sondern sie suchen auch der Knaben Herz und Sinn zur jüdischen Willensfähigkeit zu formen, damit denselben die Beobachtung unseres Gesetzes ein unveräußerliches Eigenthum werde. Möge der Allgütige das Werk dieser beiden unermüdlichen Männer, die in weiter Ferne dem Namen ihres ehrwürdigen Vaters solche Ehre machen, segnen; wir leben in der festen Zuversicht, daß diese Anstalt einst der Heerd werde, wahre Gottesfurcht über unser materielles, gleichgültiges Paris ausströmen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit will ich Hrn. Jedermann, Präsidenten der «-QN o'o erwähnen, durch dessen eifriges Betreiben die frühere Schule dieses Vereins, der Anstatt des Hrn. W. einverleibt wurde. Hr. F. erntete reichlichen Lohn für diesen jüdischen Eifer, indem sich sein jüngster Sohn, bei erwähnter Prüfung besonders hervorthat durch gediegene Kenntnisse im Talmud, sowie in sämmtlichen Prüfungsgegenständen. S. G. G. Feuilleton. Mtm 103. Lobe Gott! du meine Seele! All' mein Jnnres seine Macht! Lob' ihn! Herz, und nicht verhehle Dir, wie treu er dich bedacht! Er verzeiht dir dein Vergehen, Heilt dich, wenn dich quält ein Leid, Läßt dich aus der Gruft erstehen, Krönt dich mit Barmherzigkeit; Sättigt dich mit seiner Güte, Reicht dir freundlich, was dich schmückt, Daß erneuter Jugend Blüthe Wie den Phönix dich entzückt. — Dem, wer ob des Unrechts Schläge Seufzt, der Herr sein Recht verschafft: Mose zeigt' er seine Wege, Jsra'l seiner Thaten Kraft. Gnade ist des Ew'gen Krone, Seine Herrschaft Liebe haucht; Zürnet er dem Erdensohne: Gottes Zorn nicht ewig raucht. Nicht gemäß der Sünden Schwere Ist die Strafe, die er schickt, Wenn Verletzung seiner Lehre Unser leichtes Herz erquickt. Wie die Bahn vom Erdenballe Bis zum Himmel, reichet weit Seiner Gnade Ouell für Alle, Die sein heilig Wort erfreut. Ferne, wie des Morgens Zeichen Von des Abends süßer Ruh', Läßt die Schuld er von uns weichen, Rufet uns „Vergebung!" zu. Fromme schirmet er in Liebe, Wie ein Vater schützt sein Kind. Alle unsre Herzenstriebe Kennt er, weiß, daß Staub wir sind. — Ach! der Mensch — wie Gras vergehet Seine Lebenszeit, — er blüht Wie die Blume, — Sturmwind wehet, — Und ihr Leben spurlos flieht. —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.