Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-12-30 · Heft 52 (30.12.1863) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 52 (30.12.1863)
Date
1863-12-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447140--02334-2457662
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

648 stattgefunden hat, wogegen die früher den Kindern in der christlichen Kirche ertheilte Taufe nicht als ein Hinderniß angesehen werden kann, da das Recht des Vaters, die Kinder in der jüdischen Religion zu erziehen gesetzlich nicht zu bestreiten ist. Oesterrerchischer Kaiser ft aal. Wien, 12. December. Rabbi Nathan Coronet, einer der vorzüglichsten Schriftgelehrten in Palästina, — er ist Verfasser mehrerer wissenschaftlicher Werte und spricht neun Sprachen sehr geläufig der von dem CH ach am Bafchi aus Jerusalem abgeordnet wurde, um das Protectorat über die dortigen spanisch-portugiesisch-türkisch-israelitischen Judengemeinden dem k. k. Hofwechsler Herrn Ignaz Deutsch in Wien zu übertragen, — hat fünf sehr interessante hebräische Handschriften aus dem 11., 15. und 16. Jahrhundert, - (drei derselben enthalten Disputationen über christliche Dogmen) — aus der heiligen Stadt mitgebracht und dieselben Sr. k. k. Apostolischen Majestät mit der ehrfurchtsvollen Bitte überreichen lassen, sie für die Allerhöchste Bibliothek allergnädigft annehmen zu wollen. Wien. Nach Mittheilung competenter Fachmänner hat in den letzten Jahren der Abdruck von Werken in hebräischer Sprache in Wien ganz außerordentlich zugenommen und dieser literarische Industriezweig florirt in angenehmer Weise. Der Absatzweg dieser Bücher führt zumeist nach Polen, Rußland, den Donaufürstenthümern und der Levante. Krakau. Die „Krakauer Zeitung" meldet: „Heute wurden hier 3 Personen isr. Bekenntnisses, welche unter ihren Neligionsgenossen die revolutionären Steuern eingehoben haben, verhaftet". Vielleicht steht diese Nachricht im Zusammenhänge mit folgendem Berichte der „Presse": „AusKrakau meldet man: Großes Aufsehen hat die Verhaftung des zweiten Arztes beim hiesigen Israel. Spital vr. Drobner, eines allgemein geachteten Mannes, ferner des Verwalters bei demselben Spital, Herrn Bienenfeld und seiner Tochter erregt, welchem Ereignisse politische Veranlassungen zu Grunde liegen sollen. — Vor einigen Tagen passirte durch Krakau und Lemberg der ehemalige Warschauer Rabbiner Beer Meisels. Er kommt geradezu aus Warschau, von wo er einfach ausgewiesen worden, nachdem er in Folge Reklamation der österreichischen Regierung als geborner Krakauer aus dem Gefängnisse entlassen worden war. Er reiste zu seinen Verwandten nach Jassh. In Lemberg soll er sich nicht aufgehalten haben, aber in manchem Landftädtchen wurden ihm Ovationen bereitet. England. London, den 10. December. Der ehemalige Lord Schatz-Kanzler, Benjamin Disraöli, bekanntlich der Sohn eines getauften Juden — er selbst wurde als kleines Kind getauft — hat in vielen seiner geistvollen und allbekannten Schriften sich bemüht, die Vorzüglichkeit und Ueberlegenheit der jüdischen Raxe nachzuweisen. Dieser Tage wurde ihm eine ebenso bedeutende wie unerwartete Belohnung dafür zu Theit; er wurde nämlich von der seitdem verstorbenen Frau Sarah Brydges Williams, Wittwe eines Obersten der Königl. Miliz von Cornwallis, zum Universalerben eingesetzt. Die Erbschaftssumme beläuft sich auf 40,000 L. St. (beinahe eine halbe Million Gulden). Die Dame sagte in ihrem Testamente, „daß sie damit ein Zeugniß ablegen wolle von ihrer Liebe, Billigung und Bewunderung ob seiner Anstrengungen, die isr. Ra9e zu verteidigen (vinäieate)". Die „Western Times" versichern, daß diese Dame von jüdischer Abstammung war; es ist dahin die Mittheilung der Tagesblätter, welche dieselbe eine Jüdin nannten, zu berichtigen. Mr. Disraeli wurde mit ihr durch seine Antwort auf ihre Anfrage bekannt, ob er von einer spanischen Familie abstamme. Amerika. Zweihundert polnische Juden sind kürzlich mit einem Hamburger Schiffe in Quebeck angekommen. Sie haben sich dem herben Schicksale, von welchem ihr Vaterland niedergebeugt ist, entzogen, um in Kanada, in der Nähe von Ottowa, eine Kolonie zu gründen. (Hierbei eine Beilage.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.