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Der Israelit · 1863-12-23 · Heft 51 (23.12.1863) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 51 (23.12.1863)
Date
1863-12-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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6Z0 folge erzielen, die eine wohleingerichtete Rabbinerhochschule dem Judenthum bringen möchte. — Eine wohleingerichtete Rabbinerhochschule, unter der rechten Leitung, mit tüchtigen Lehrkräften, die ihr Hauptaugenmerk auf die gediegene talmudische Bildung der Zöglinge richtete und daneben für eine tüchtige klassische und philosophische Bildung sorgte — eine solche würde Rabbinen heranbilden, die ihren Gemeinden zum Segen gereichen, Schulen auf religiöser Grundlage errichten, das schlummernde religiöse Leben wieder wecken, Thorakenntniß verbreiten und so die vielfach geschwundene alte Gesetzestreue wieder herbeiführen würden. Gibt es wohl ein schöneres, segensvoüeres Werk, denn die Gründung einer solchen Rabbinerhochschule? Der segensvolle Einfluß, den sie auf die Richtung der Zeit haben würde, ist gar nicht zu ermessen. — Wir haben im ersten Theile diel er Abhandlung als den Ausgangspunkt unserer Zeit Mendelssohn bezeichnet, haben angedeutet, wie durch dessen Schriften sich der Bruch mit dem alten traditionellen Judenthum anbahnte — eine reichhaltige, w.ffenschaftlrche, auf dem Boden des echten Judenthums stehende Literatur müßte die Mitlebenden und das kommende Geschlecht zu dem traditionellen Judenthume zurückführen. Wie ist doch die echt jüdische, jedcm Gebildeten zugängliche Literatur unserer Tage so arm! Die frommen, jüdischen Gelehrten unserer Zeit haben zwar viele gediegene Werke geschrieben, allein nicht solche, die geeignet wären, auf die Masse des Volkes zu wir ken, die große Schaar der sogenannten Gebildeten unter unfern Glaubensgenossen zu belehren und sie für unsere heilige Religion zu gewinnen oder sie derselben zu erhalten. Außer Hirsch's Horeb und Pleßner's Predigten sind uns nur noch wenige Werke derart bekannt, und selbst diese haben nicht so recht in^s Volk zu dringen gewußt. Wie war das früher doch so anders; wie waren doch die jüdischen Volks- und Erbauungsschriften in allen Häusern heimisch und brachten Belehrung, Trost und Erhebung in jedes jüdische Herz! Möchten diese Zeilen dazu beitragen, daß die jüdische Literatur — die wissenschaftliche in einer allen Gebildeten zugänglichen Sprache, die volksthümliche in j einer zu Herzen gehenden Weise, — sich wieder belebe! Wie Vieles wäre dadurch gewonnen, wie mach-! tig würdig das jüdisch-religiöse Leben wieder emporkennen! Wird uns doch von den verschiedensten Seiten von unfern zahlreichen Freunden mitgetheilt, wie wohlthätig schon diese Zeitschrift in religiöser Beziehung wirkt, wie sie dazu beiträgt vx 222 2^ H'L'ri'?, die Herzen zu erhalten dem väterlichen Glauben und der väterlichen Sitte! Möchte doch Jeder ihrer Freunde auch chatsächlich das Seinige dazu beitragen. daß er ihren Leserkreis vermehre und dadurch den Boden erweitere für die scgensvolle Saat , die sie auszusäen sich bemüht, damit es ihr im ausgedehntesten Maaße gelinge, einzuwirken auf die Richtung der Zeit und sie zum Bessern zu wenden. — Wir haben im Laufe unserer Darstellung viel Trübes, aber auch viel Tröstliches zu erörtern Gelegenheit gehabt. Wir haben das Manchem so schreckliche Gespenst des Zeitgeistes uns stille stehen heißen und haben es nach allen Seiten hin betrachtet; wir haben allerdings gesunden, daß es die Religion Israels mit vielen Gefahren bedroht, daß diese Gefahren jedoch nicht so verderblich sind, daß wir zu verzagen nöthig hätten, - daß vielmehr noch fast zu jeder Zeit schlimmere und schwerere Gefahren das Judenthum bedrohten, während Gott zu allen Zeiten Sem Volk und dessen ewige Wahrheit geschützt hat; wir haben ferner zu erörtern gesucht, wie es möglich sein wird, auf die Richtung der Zeit Ln segensvoller Weife zu wirken: der Einzelne in sich und durch ' ch, die Familie durch Unterricht und Erziehung, die Gemeinde durch Schulen, die Gesammtheit durch Rabbinerhochschulen, die Gelehrten durch die Pflege der echt-jüdischen Literatur und die Ungelehrten durch Unterstützung derselben. Das Beste aber wird derjenige thun 2221.-1 rix 2'2P der da die Zeiten wechseln läßt und die Zeitrichtungen ändert, der das Bestehen der Welt an die Existenz Israels und der Thora geknüpft hat, 222221 2V2) ib 2'ip 27 das ist der^Ewige, auf den wir hoffen, wir werden frohlocken und uns freuen ob Seiner Hilfe. (Jes. C. 25, B. 9.) Betrachtungen über den Nabbiuatsroacurs der isr Gemeinde zu Neutra (Ungar«.) Von vr. MLeckeimer. Nichts vielleicht ist schmerzlicher, als das Bedürfniß, aus universell religiösen Gründen gegen einzelne vor die Oeffentlichkeit getretene Entschließungen der eigenen Partei die Stimme erheben zu müssen, niemals mehr, als in solcher Zeit, in welcher, wie gegenwärtig, es so nothwendig ist. daß diese Partei, den Angriffen von außen gegenüber als eine einige, geschlossene Phalanx treu Zusammenhalte, und nirgends mehr, als gerade bei unserer Partei, welche so gern die Maßnahme der einzelnen Glieder nach der günstigen Seite 2121 beurtheilt, und auch beurtheilen soll. Auch ist es einem Corresponveuten viel angenehmer, nur von solchen Dingen zu sprechen und nur solche zu berichten, welche nirgends anstoßen, nirgends

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