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Der Israelit · 1863-12-16 · Heft 50 (16.12.1863) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 50 (16.12.1863)
Date
1863-12-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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619 Pesth, im Marcheschwon. Jenes alte Wort: „nicht die Peruschim, nicht die Zedukim, sondern die Scheinheiligen fürchte", es hallet tagtäglich wieder, es wird durch die Erfahrung aller Zeiten bestätigt, es liefert dazu jeder Tag ein neues Argument. — Heutzutage auch? Bedarf es heutzutage der Scheinheiligkeit, der Heuchelei, der Liebäugelei mit der Ueberliefeferung? Ist es etwa eine Schande, den Abfall von Gott beim rechten Namen zu nennen? Haben ceremonielle Kapitalverbrechen, wie pvn nd'ix ,p"-7 uvii NV'IX ,NOSI u. s. w. etwa Zurücksetzung, Verachtung, Meidung zur Folge? Bewahre! Das sind eben — Ansichten. Also hat doch die Fortschrittspartei wenigstens den Fortschritt gemacht, daß Jeder derselben als Ritter ohne Furcht und Tadel sich offen und frei für das gibt, was er ist, nicht Rationalismus in den „PDS" stellt, nicht l)r. Adolf Jellinek vmi l7mp PS in ni-a 12'2'.-,X ^>p"mi hineinstellt. Ja das ist in der That ein wirklicher Fortschritt. Und doch ist das finstere Reich der Scheinheiligen, der Gefärbten, die Siniri's Thal vollführen und Pinchas' Lohn beanspruchen, selbst in Deutschland und Oesterreich noch immer nicht zerstört. Warum aber? — Weil es noch ergraute Abgefallene gibt, denen das Alte doch schon zur unzertrennlichen Gewohnheit, die mit dem Neuen, das dazu paßt wie Wasser zu Feuer, liebäugeln und daher zum gefährlichen Sophismus schreiten, und von vornherein fertige Resultate zu erschwindeln suchen. Lieber Leser! Du Haft vielleicht davon gehört, daß vor ungefähr einem Jahre von einem gewissen Herrn Jlaak Toueles, alias Händel, eine hebräisch geschriebene Broschüre unter dem Namen .-U'i erschienen ist; mit dieser müssen wir uns heute beschäftigen, weil wir auch auf ihren Antipoden die jüngst erschienene Schrift O'-pL' Lii*? (Wien, äetta l'orr«) aufmerksam machen wollen. Herr Ignatz Toneles präsentirt sich auf dem Titelblatte als Noa's Taube, als Mann des Oelblattes, also ein Schüler Elihu Bürrigs, als ein Partisan des „ todtgebornen Carmel", der auch versöhnen wollte. Nun a la l-onkouro, warum nicht, auch wir sind keine Menschenfresser. Sehen wir uns vor Allem die Beglaubigungsschriften unseres Sittenlehrers, den moralischen Hintergrund unseres Parlamentärs an. Nun diese wären ausgezeichnet, er ist nämlich ein Schüler des 'inv 's und intimer Freund des — doch die Feder sträubt sich dieß hinzusetzen, ich habe es vorhin schon mit Widerstreben thun müssen und so Etwas kann man höchstens nur einmal thun. Vf. sagt (Ende der Einl.): Er werde die Auseinandersetzung in dem Geiste schreiben sx 'rivip-7 Di p"pMl 2->"iD DDX.-1 PN.-, -n"OXO J-MII; er hätte mit der Edition noch länger gewartet, wenn nicht '-NID 'IN;-7ix '-I.-II:: ^111 I-D ihn dazu ermuntert hätte. Or. Adolf Jellinek, dessen Judenthum von solcher Faxon ist, daß (Predigten l. S. 1391 „wenn.Männer aufstehen, die ... . Sinn und Urtheil haben für das, was veränderte Zustände zur Stärkung und zum Ruhm unserer Religion gebieterisch verlangen; so sind sie die treuesten Diener Moses, die wahren Vertreter der jüdischen Orthodoxie, des echten und rechten, des einen und reinen Glaubens". Also wenn „veränderte Zustände" dereinst wieder „gebieterisch verlangen", zur Stärkung und zum Ruhnr unserer Religion für weiland den Cultus der Vernunft zu schwärmen, so find die derzeit wildesten Roues dieser Schauspieldirne die treuesten — - die wahren Vertreter — — -;i-7 -n-p ux i'i'i ripp!!! Das ist das Judenthum des lieben Freundes des Herrn Toneles, eines Schülers des ozDS .-111-7-,! Ich zweifle sehr, ob je eine solche Blasphemie gegen einen der größten Meister unserer Orthodoxie, nicht der Jellinek-Tonel es'schen, niedergeschrieben ist! — Sehen wir uns jetzt an, was Herr Toneles- Händel in den Falten seiner Toge birgt. Unsere menschenbeglückende Mittelperson hat zweierlei Friedensbotschaften, theoretische und practische. Die relativ-gefährlichen sind nur die ersteren, denn letztere sind, wie wir gleich sehen werden, gelindestens gesagt zu „curios", als daß sie irgendwie verfänglich wären und einer Beachtung verdienten. Was nun erstere betrifft, so ist der langen Rede. Schwindelei, Sophisterei rc. rc. echt Jellinek'fcher kurzer Sinn, der, daß Niemand gezwungen sei, einem Majoritätsbeschlüsse Folge zu leisten, der vom Gegentheile überzeugt zu sein glaubt, daß riiv.iü'i-. 'inx nur für die dummen, für das Horazianische „prokanum vul^us^, für den Jettinek'schen urtheilslosen Haufen (Jellinek Ikiä.), daß wir aber nicht gehalten sind, unser hochweises Lumen zu verfinstern.*) Dieß Urprmcip des Rationalismus erkühnt sich der Verfasser als den Weg anzugeben, den er von seinem großen Lehrer empfangen habe. Wie ist dieß nun aber, wirst Du, lieber Leser, verwundert fragen, aus Talmud und Glossatoren, den geraden Gegenstücken der Behauptung, herauszufinden? Nun, bei eifrigem Willen, fertigem Resultate, täuschender Casuistik, hochtrabenden Phrasen**) u. gewandter Spiegelfechterei ist so Manches möglich. Vf. verfährt wie alle Uebrigen seines Kalibers; er knüpft an ganz wahre Prämissen an, legt zweifellose Aussprüche und Es beliebt dem Verf bei der Autorität dts Keth bin Hagadol in Jerusalem hievon eine Ausnahme zu machen. **) So infinuirt der Vf. unsrer Partei, daß sie jeden Z.-IaQ für halte, man solle nickt io eiscnsest an kalten, sondern den Weg der 2DN7XI (?) gehen, und an unzähligen Stellen dergleichen Faseleien, ja er donnert uns in seiner pfäffischen Pastoralklugheit das '12-7 DID 5!Xl PIIP DIX 'XllTI entgegen.

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