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Der Israelit · 1863-12-09 · Heft 49 (9.12.1863) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 49 (9.12.1863)
Date
1863-12-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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6L1 Sag an! Wer ist dort die Gestalt? — „Der Priester an des Grabes Pforte." — Sein Blick ist matt, sein Arm ist kalt, Er spricht die letzten Vaterworte: „Für Freiheit zückte ich das Schwert, Noch blüht sie nicht — und ach! ich sterbe? Kämpft, Söhne, für der Ahnen Heerd, Der Freiheitskampf, das ist eu'r Erbe!" Der Held verschied. — Der waisen Schaar Ward Juda Makabäus Führer, Ein Priester, schirmte den Altar Der Freiheit er im Kampf der Syrer. Ein Leu, so stand er in der Schlacht, In Schrecken jagte sein Erscheinen, Und aus der Knechtschaft dunklen Nacht Führt' er zum Freiheitskamps die Seinen. Geschlagen war der schnöde Feind, Der freie Geist nicht mehr gekettet. Wohl ward um manchen Sohn geweint, Doch war das Theuerste gerettet. Und aus dem heißen Freiheitsstrauß Der Helden edle Reihen zogen Hinauf nach Salems Gotteshaus, Die Harfen führend statt der Bogen. Still war es und die Freude schwand, Als sie das Heiligthum erblickten; Das Gotteshaus verödet stand, — Der Blume gleich, die Stürme knickten. Verdunkelt hatte seinen Glanz Die Gier der wilden Syrerhorden, Und seines Ruhmes voller Kranz War in dem Kampf entblättert worden. Sieh! tausend Hände frisch sich müh'n, Zu schmücken ihres Tempels Hallen; Der Freude Blumen rasch erblüh'n, Die Sieger nach dem Tempel wallen; Hell tönt der frohe Weihgesang Und wiederhallt's aus weiter Feme, Der zarten Saiten Silberklang Begrüßt der Freiheit gold'ne Sterne. Vom reinen Oele reichaenährt, Aufleuchtet eine Weiheflamme, Den neuerbauten Opferheerd Weih'n Helden ein aus Ahrons Stamme; Und flüchtig aus Judäas Gau'n Die blasse Angst, die Schrecken weichen, Herab von hohen Zinnen schau'n Der holden Freiheit holde Zeichen. Schon manch' Jahrhundert ist enteilt, Seitdem erglänzt des Weihlichts Schimmer; Wo Israel zerstreut auch weilt, Das Weihelicht erlischt dort nimmer Der Maccabäer Monument, Erbaut ist's in des Volkes Herzen: Ja, der Erinnerung Flamme brennt In uns noch Heller als die Kerzen. öreMu. llvrrmsim Warslckuuer'. Aalhan und Hanna. Von -U. 1. Nathan war der Reichsten Einer In dem Lande Israels; War beliebt zugleich wie Keiner, Wenn auch frei nicht jeden Fehls. — Froh genießend selbst des Lebens, Bat kein Armer ihn vergebens. Da ergreift ihn eines Tages Heft'ge Lieb' zu einem Weib, Und durchzuckt ihn, eines Schlages, Nagt mit Macht an Seel' und Leib, Beugt den Lebensmuch ihm nieder, Hält ihm wach die Augenlieder. Mocht' er noch so oft sich sagen: „Trag' nicht Lust nach fremdem Gut!" Mocht' er noch so bitter klagen: „Ach, wohin ist all' mein Muth!" Nimmer wollt' es ihm gelingen, Ruhe in das Herz zu bringen. Jene aber, die so mächtig Sinn und Seele ihm erfaßt, Deren Bild, so himmlisch prächtig Ihm nicht gönnet Ruh, noch Rast, Hanna, fromm und Gott ergeben, Wollte nur dem Gatten leben. — ') Nach Mchajeschua des R. Nisim (etwa um daS Jahr 1030) 19 d. Lemberger Ausgabe. — Vergl. auch: Zunz, gottesdienstl. Vorträge, S. 133. Anmerk, und die daselbst angegebenen talmudischen Stellen. — Ferner: 2äsans. uräsuu» par. Rutd. Rücksichtlich der Sabbat 56 b. angegebenen Identität des Nathan Zuzitha uE dem viel später» Mar Ukba s. besonders Juchasin liter. AM S. 75 ». Amsterdam« Ausgabe.

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