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Der Israelit · 1863-12-09 · Heft 49 (9.12.1863) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 49 (9.12.1863)
Date
1863-12-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 49 des Israelit. Zeitungsnachrichten n. Lorrrspondeiyen. Preußen. Jnowraclaw. Bei der gestern stattgehabten Feier der goldenen Hochzeit des S. B. Französischen Ehepaars bewies die hiesige Gemeinde eine Theilnahme, wie deren das Jubelpaar in jeder Beziehung würdig ist. Schon in den Vormittagsstunden hatte der Verein des Forschungshauses (Rokll dauriärasvtr), dem der Jubilar seit einer Reihe von Jahren als Mitglied angehört, in eorpors sich in das Haus des Jubelpaares begeben, um demselben seine Glückwünsche entgegenzubringen. Die herzlichen und dem Feste angemessen Worte des Vereins-Vorstehers wurden vom ehrwürdigen Greise unter Thräneu der Freude und Rührung erwiedert. Bald darauf erschienen Vorstand und Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, und verlas der Vorsteher der letzteren, der Rathsherr F. Szkolnp eine Glückwunsch-Adresse, die dem Jubilar von den vereinigten Collegien als Vertretern der Gemeinde „in Anerkennung seiner ehrenhaften Wirksamkeit im öffentlichen und im Privatleben" gewidmet war. Zur Erinnerung an diese Feier war die Adresse von einem bedeutenden Geschenke begleitet — Von Auswärts langten im Laufe des Tages brieflich wie auch telegraphisch Glückwünsche im Festeshause an, und waren zur Erhöhung der Feier Kinder sowie Verwandte des Jubelpaares aus der Ferne herbeigeeilt. Möge es den Gefeierten vergönnt fein, noch recht lange zu leben, damit sie sich nach den harten Schlägen, die sie namentlich in der letzten Zeit getroffen, eines heiteren Abendrothes ihres irdischen Daseins erfreuen konnten; und sei es ganz besonders dem Jubilar beschieden, in ungestörter Ruhe, der Wissenschaft, der sein bisheriges Leben fast ausschließlich gewidmet war, zu leben und Ln ihr Trost und Seelenheil zu finden. (Kuj. Wchbl.) Palästina. Die jüdische Zeitschrift „Lebanon" berichtet von Räubereien und Gewaltthaten von Seiten der Araber auf dem Lande, den öffentlichen Straßen und i sogar in den Städten Chebron und Jerusalem. Die Räuber brechen ein, morden die Hausbewohner, welche! um Hilfe rufen, und nehmen mit, was mitzunehmen ist So fielen sie in das Haus einer armen jüdischen! Wittwe ein; als dieselbe um Hilfe rief wurde sie arg mißhandelt, so daß sie krank wurde und nach sechs Tagen starb. — Zwar kam Muschir Pascha von Beirut mit einer Reiterabtheilung, und hielt sich acht Tage im Lande auf, um die Räuber zu schrecken und zu ängstigen, allein nach seinem Abzüge ist es ärger denn zuvor. Ein türkischer Artillerie-Oberst wurde in seinem Hause überfallen, sein Schwager wurde getödtet, der Hausherr verwundet, das sämmtliche bewegliche Vermögen geraubt — die Räuber waren durch die Fenster des dritten Stockwerks eingedrungen! China. Ein Herr Simon, der, von der sranz. Regierung mit einer wissenschaftlichen Aufgabe betraut, in China reist, hat einen Brief über die Juden in China an die ^U. isr. uviv. gerichtet, von dem wir hier einen Auszug geben: „Die Israeliten sind in China viel zahlreicher als man gewöhnlich meint; sie sind in vielen Provinzen ausgebreitet, namentlich in denen des Nordens. Während meines Aufenthaltes im Norden im vergangenen Jahre hatte ich einen jungen Israeliten in Dienst, mit dem ich sehr zufrieden war, und den ich mit mir genommen hätte, wenn er mir hätte folgen wollen; allein er wollte sich von seiner Familie nicht trennen; er war sehr erfahren in der chinesischen Literatur, schien aber von seiner Religion nur geringe Kenntnisse zu besitzen. In Thienthien wohnen circa 200 bis 300 Israeliten; daselbst befindet sich eine kleine Synagoge und ein Rabbiner; der Rabbiner erzählte mir, daß es zu Ka'i-Fong Israeliten gebe, die Hebräisch verstünden und eine Anzahl hebräischer Manuscripte besäßen." Schließlich verspricht Herr Simon, genauere Nachforschungen anzustellen und über deren Resultat ausführlich Bericht zu erstatten, (vaiv. Isr.)

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