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Der Israelit · 1863-12-09 · Heft 49 (9.12.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 49 (9.12.1863)
Date
1863-12-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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«08 Zeitungsnachrichten u. Äorrelpondemen. Deutschland Vom Neckar. Herr Rabbiner vr. Engelbert in Lehrensteinsseld berichtet in Nr. 47 d. Z. d. I. über die Berufung des Herrn Lehrers Weil in Kochendorf in die Schulcommission; auch wir kennen Herrn Weil als gebildeten und tüchtigen Lehrer, weshalb wir bedauern müssen, daß der erwähnte Berichterstatter demselben fein verdientes Lob nicht spenden konnte, ohne uns den Pferdefuß sehen zu lassen. Würde es etwa der Würdigkeit des Herrn Weil Eintrag thun, wenn es neben ihm, was sicherlich der Fall ist, noch andere eben so würdige Lehrer gebe, die aber umgangen werden mußten, weil die Behörde eben nur Einen berufen konnte? Hat nicht dieselbe Z. d. I. unlängst fälschlich berichtet, Herr Lehrer Liebmann aus Eßlingen wäre in die Commission berufen und diesen bei dieser Gelegenheit mit noch mehr Lobspendungen übergossen, nun ist Herr Weil auf einmal vor Allen der Würdigste. Wir kennen das hier zu Lande wohl; Herr vr. Engelbert wollte eben im Vorübergehen einem gewissen Lehrer Eins versetzen, darum ist er Herrn Weil vino. Wir möchten uns auch die bescheidene Frage erlauben, woher denn Herr vr. Engelbert in der kurzen Zeit seines Aufenthalts in Würtemberg alle Lehrer schon so genau kenne, daß er den Würdigsten schon herausgefunden. Uns will das als Arroganz erscheinen, die aber die Lehrer Würtembergs darum nicht in Harnisch bringen wird, weil sie wissen, daß gewisse Leute nicht eher Zeitungsartikel schreiben, bis sie ihren Gönnern schmeicheln oder auf ehrliche Weise unangreifbare Feinde beleidigen wollen; dann finden sie in der Z. d. I. einen geräumigen Tummelplatz. Ueber die sonstigen Behauptungen des Herrn Dok-! Lors müssen wir einige Zweifel aussprechen. Wir? stimmen mit ihm überein, daß viele unserer Gemeinden religiös sind; es ist aber unwahr, daß das von der Thätigkeit der Oberkirchenbehörde herrührt. Es kann unmöglich wahr sein, daß man in den Duodezgemeinden des Lehrener Bezirks täglich zweimal Gottesdienst hält, weil es nicht geben würde; wir wollen Herrn Vr. Engelbert mehrere Haushaltungen nennen, die nicht sind; in Heilbronn allein sind sieben Geschäfte offen und mehrere lassen durch Commissionäre arbeiten. Zwei Lehrer des Bezirks, die sind, lassen unter ihren Augen ihre Kinder am row arbeiten. Wir vermissen in der Liste der von Herrn vr. Engelbert aufgezählten Bezirke manchen Ortsnamen; sind diese nicht auch auf der Karte von W. zu finden? Wenn er Laupheim nennt, so müssen wir ihn an Ulm erinnern, wo das Unjudenthum io dick wie die dortigen Festungsmauern ist; bei der Erwähnung von Braunsbach müssen wir an Crailshain denken, wo man erst neuerdings die Stuttgarter Liturgie eingeführt hat; steht diese auch auf dem Boden des p"L??*) Was Herr vr. Engelbert über unsere religiösen Zustände sagt, ist unverkennbar tendenziöse Uebertreibung, die es mit der Wahrheit nicht sehr genau zu nehmen scheint. Altona, November. Man hatte das Gerücht verbreitet, der hiesige Oberrabbiner habe den Huldigungseid geleistet, zugleich aber erklärt, er werde sofort abtreten, wenn eine neue Regierung in Holstein kommen sollte; dies ist irrig, denn wie wir hören, ist dem Oberrabbiner bis jetzt noch gar kein Eid abgefordert worden. England. In Liverpool, der größten Handelsstadt Englands, wurde ein Glaubensgenosse, Mr. CH.Mozley, zum Lord Major (erstem Bürgermeister) erwählt. Auch der gegenwärtige Lord Major von Birmingham ist ein Jude. — *) Werden wohl auch die Gemeinden allen Radbtnen ein so günstiges Zeugniß geben wie Herr vr. Engelbert es den Gemeinden ausstellt? (Hierbei eise Beilage.) »erantwortvcht Redaktion: Dr Lehm«««. — «erlag der Le Nanx'schrn Hofbuchhandlung. — Druck von I. GettSlebeu in Main».

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